Thüringer Landwirtschaft Gut 180 Anträge auf Dürrehilfen gestellt

In Thüringen haben 183 landwirtschaftliche Betriebe Dürrehilfen vom Staat beantragt. Das Landwirtschaftsministerium hatte mit deutlich mehr Antragsstellern gerechnet - bis zu 260 waren im Gespräch. Wie das Ministerium MDR THÜRINGEN mitteilte, meldeten die Betriebe einen Gesamtschaden von rund 30,4 Millionen Euro. Damit hätten sich die Ergebnisse einer Umfrage unter Agrarbetrieben im August dieses Jahres zur Schätzung der Dürreschäden bestätigt, sagte eine Sprecherin des Ministeriums.

Ein Landwirt steht auf einem vertrockneten Feld, auf dem nur wenige Maispflanzen wachsen
Landwirte hatten 2018 mit der Dürre zu kämpfen. Bildrechte: dpa

Bund und Land wollen gemeinsam rund 13,3 Millionen Euro auszahlen, um existenzbedrohten Unternehmen zu helfen. Die einzelnen Agrarbetriebe meldeten Dürreschäden in Höhe von 5.000 Euro bis 1,1 Millionen Euro. Zu den Schäden zählen totale Ausfälle, aber auch Ernten mit minderer Qualität und daraus folgende, geringere Einnahmen. Auch die zusätzlichen Kosten für notwendige Futterzukäufe konnten die Landwirte angeben.

Bis Anfang Dezember prüft die Thüringer Aufbaubank die Anträge nach den Vorgaben des Bundes. Bis Jahresende soll nach Angaben des Ministeriums der Großteil der Dürreihilfen ausgezahlt werden.

Bauernverband kritisiert das "Bürokratie-Monster"

Demnach wird ein Zuschuss bis zur Hälfte der Schadenssumme gewährt. Der Bauernverband hat die Art und Weise der Dürrehilfe ein "Bürokratie-Monster" genannt. Vor allem die geforderte Offenlegung der Privatvermögen von Anteilseignern der Agrargesellschaften und deren Ehepartnern sei kaum leistbar. Auch Familienbetriebe klagen über die Vorgaben. Reiko Wöllert, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Mitteldeutschland, kritisierte, dass kleine Betriebe die Bilanz der vergangenen drei Jahre zumeist nicht vorweisen können. Dafür müssten sie extra einen Steuerberater beauftragen. Der finanzielle Aufwand dafür würde sich nicht lohnen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 08. November 2018 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. November 2018, 20:35 Uhr

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1 Kommentar

08.11.2018 21:30 martin 1

Ein weiteres "gutes" Beispiel dafür, wie bäuerliche Landwirtschaft behindert und industrielle Landwirtschaft gefördert wird.

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