Corona-Pandemie Einzelhandel in Thüringen stürzt in eine schwere Krise

Die Corona-Pandemie stürzt den Einzelhandel in Thüringen in eine schwere Krise. Nach Angaben des Thüringer Einzelhandelsverbandes ist ein Drittel der Nicht-Lebensmittelhändler in akuter Existenznot. Trotz wiedereröffneter Läden liege der Umsatz noch immer weit unter dem Vorjahresniveau, sagte Verbandschef Knut Bernsen.

Verkäuferin und Kunde mit Mund-Nasen-Maske in einem Schuhgeschäft in Saalfeld.
Schuhgeschäfte leiden besonders unter den Umständen. Bildrechte: MDR/Uwe Kelm

Textil- und Schuhgeschäfte kämpfen derzeit mit Umsatzeinbußen von bis zu 50 Prozent. Laut Bernsen sind die Städte nach der wochenlangen Schließzeit zwar wieder gut besucht. Doch die Konsumstimmung sei weiter verhalten. Die Auflagen für das Einkaufen wie der Mund-Nasenschutz erschwerten ein positives Einkaufserlebnis. Zudem fehle es an Tagestouristen und Urlaubern.

Große regionale Unterschiede

Der Einzelhandelsverband sieht dabei regionale Unterschiede. So ist Erfurt aktuell stärker frequentiert als kleinere Städte. Während in der Erfurter Innenstadt nach Schätzungen von Bernsen etwa halb so viele Menschen unterwegs sind wie vor der Corona-Pandemie, sehe es in kleineren Städten schlechter aus. Auch in Gera beispielsweise sanken laut einer IHK-Umfragen unter 150 Einzelhändlern die Umsatzzahlen bei zwei Dritteln.

Handelsverband sieht Staat in der Pflicht

Um die Händler zu unterstützen, muss laut Bernsen über Härtefallfonds und andere Liquiditätshilfen wie zum Beispiel sogenannte Corona-Schecks von Seiten des Staates nachgedacht werden. Für den Monat April erwartet der Handelsverband Deutschland (HDE) die schlechtesten Umsatzzahlen für den Einzelhandel seit dem 2. Weltkrieg. Auch das Online-Angebot vieler Geschäfte zum kompletten Lockdown habe die Verluste nicht wettmachen können, so Bernsen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 30. Mai 2020 | 07:00 Uhr

74 Kommentare

part vor 16 Wochen

Selbst schuld würde ich da mal sagen, die Klamottenhändler haben sich widerholt dem Diktat der Hersteller unerworfen, das aber bei den Kunden schlecht ankommt. Hemden mit nur einer Tasche und schlechtem Outfit bleiben eben hängen, im Laden wie Online. Einfach nur kotzübel was mir angeboten wird mit meinem hochwertigen Euro und was ich an hochwertiger Waren nachfärben muß, weil es weiterhin in die Welt passt. Wann endlich beginnen deutsche und europäische Händler und Handesketten eigene Vorgaben zur Produktion in Entwicklungsländern zu entwickeln. Für die Manager, die nix raffen, tut es mir nicht leid, leider hängen unzähle Arbeitsplätze an ihren Fehlentscheidungen...

DER Beobachter vor 16 Wochen

"Mein Kaufverhalten habe ich wieder auf den stationären Handel umgestellt." Ich schon immer. "Die Suche nach den Beweggründen der Verschwörungspraktiker" nennt sich dann heute "verschwörungstheoretisieren", ein Job, dem die Historiker seit Tausenden von Jahren nachgehen." Sagt ausgerechnet jemand, der Thukydides missbraucht?

DER Beobachter vor 16 Wochen

Bsp. Leer/NS: Nach Eröffnung eines Restaurants, das sich darauf beruft, die Vorschriften eingehalten zu haben, und wo drei nachweislich bereits Infizierte teilnahmen, 1 Woche später 27 nachgewiesene Neuinfektionen, von denen 23 eben da zur Neueröffnung waren...

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