Landwirtschaft Ernte in Thüringen unterdurchschnittlich

Die Thüringer Landwirte haben eine zurückhaltende Bilanz der bisherigen Erntesaison gezogen. Regional sehr unterschiedliche Niederschlagsmengen, große Hitze und Trockenheit hätten die Erntemengen und die Qualitäten stark beeinflusst, sagte Thüringens Landwirtschaftsministerin Birgit Keller am Montag in Mellingen. So sei die Getreideernte im Freistaat unterdurchschnittlich ausgefallen.

Erntefahrzeug auf einem Getreidefeld
Durch die Trockenheit verdorrten im Laufe des Frühjahrs vielerorts die anfänglich gut entwickelten Bestände. Bildrechte: MDR Thüringen

Die Ernte in Thüringen ist weitestgehend abgeschlossen. Die Erträge seien zwar besser als im Vorjahr, lägen aber auch weit unter dem langjährigen Durchschnitt, sagte Klaus Wagner, Präsident des Thüringer Bauernverbandes (TBV). Insbesondere das Frühjahr sei deutlich zu trocken gewesen, so Wagner weiter. Durch die Trockenheit verdorrten im Laufe des Frühjahrs vielerorts die anfänglich gut entwickelten Bestände.

Landwirte müssen auf Klimawandel reagieren

Die langanhaltende Trockenheit kann für Wagner ein Symptom des Klimawandels sein, auf den sich auch die Thüringer Landwirtschaft einstellen muss. "Was wir hier sehen, ist eine Landwirtschaft in Zeiten des Klimawandels. Sie trifft alle Landwirte gleichermaßen: Sowohl ökologisch als auch konventionell wirtschaftende Landwirte müssen sich den neuen Herausforderungen stellen.“ so Wagner.

Verluste auch im Ökolandbau

Auch im ökologischen Landbau sind die Ernteerträge etwas besser als im Vorjahr ausgefallen, liegen aber insbesondere beim Winterweizen weit unter dem Mittel der letzten Jahre. Im Ökolandbau ist die Ernte insgesamt etwas besser ausgefallen als in der konventionellen Landwirtschaft. Durch die höheren Preise sind die finanziellen Einbußen aber mit denen der konventionell wirtschaftenden Landwirten zu vergleichen, so der Bauernpräsident.

Auf veränderte Bedingungen einstellen

Um sich dem Klimawandel erfolgreich zu stellen fordert Klaus Wagner zum einen Unterstützung beim Risikomanagement als auch Forschung zu Anbauverfahren und Züchtung trockenheitstoleranter Sorten. Die Landwirte müssen ihrerseits ihre Prozessabläufe stärker mit meteorologischen Daten verknüpfen.

Hierfür brauchen wir aber auch eine entsprechende digitale Infrastruktur mit 5G an wirklich jeder Milchkanne.

Klaus Wagner Thüringer Bauernverband

Landwirtschaftsministerin Birgit Keller kündigte am Montag in Mellingen an, sich stärker für einen umfassenden Versicherungsschutz bei Extremwettersituationen für die Landwirte einsetzen zu wollen. Gleichzeitig hat sie eine höhere Akzeptanz in der Bevölkerung für die Landwirtschaft gefordert. Deren Arbeit werde bislang nicht genug geschätzt.

Quelle: MDR THÜRINGEN/gh

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 02. September 2019 | 16:00 Uhr

1 Kommentar

part vor 39 Wochen

Die Ernte der Bauern im Amazonasgebiet wir dagegen in den nächsten Jahren überdurchschnittlich ausfallen, wo es neue Anbauflächen gibt dank den Gesetzen einer faschisitischen Regierung, die die Lunge der Welt abrennen lässt. Truppen in Afghanistan und Mali bringen wenig, sie fehlen aber in Brasilien, Angola oder im Kongo um den Restbestand an Natur zu retten. Oder die Natur legt eine Pause ein um sich neu zu renegerieren...ohne den Menschen!!!

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