Ein Mähdrescher erntet auf einem Feld den Raps.
Rapsernte in Ostthüringen. Bildrechte: MDR/ Juliane Maier-Lorenz

Erntebilanz 2018 Raps in Thüringen von Dürre am stärksten betroffen

Die monatelange Trockenheit in Thüringen hat dem Raps am stärksten zugesetzt. Auch beim Getreide wurden erhebliche Einbußen verzeichnet. Besser als im Vorjahr lief es 2018 für die Thüringer Obst- und Gemüsebauern.

Ein Mähdrescher erntet auf einem Feld den Raps.
Rapsernte in Ostthüringen. Bildrechte: MDR/ Juliane Maier-Lorenz

Nach dem Ende der Ernte in Thüringen liegen jetzt erstmals Zahlen zu einzelnen Feldfrüchten vor. Wie das Landwirtschaftsministerium am Montag mitteilte, traf die monatelange Dürre die Anbauer von Raps am stärksten. Die Raps-Erntemenge liege um 22,5 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt. Bei Winterweizen ergebe sich ein Minus von 17,2 Prozent, bei Winterroggen von 16,2 Prozent. Von der Roggen-Weizen-Kreuzung Triticale sei 13,3 Prozent weniger als im Schnitt geerntet worden, von Wintergerste 13 Prozent. Sommergerste habe die Trockenheit mit einem Minderertrag von 6,8 Prozent am besten verkraftet.

Eine Frau und drei Männer sitzen nebeneinander an einem Tisch.
Martin Gerlach Pressesprecher Landwirtschaftsministerium, Birgit Keller Ministerin, Klaus Wagner  Thüringer Bauernpräsident. Rolf Gumpert, Chef der Agrargenossenschaft Bösleben (v.l.n.r.) Bildrechte: MDR/Thomas Kalusa

Besser als im Vorjahr lief es 2018 für die Thüringer Obst- und Gemüsebauern. Nachdem ihnen Blütenfröste im Vorjahr große Verluste eingebracht hatten, konnten diese Landwirte 2018 mehr ernten als im langjährigen Mittel. Laut Landwirtschaftsministerium beträgt das Plus bei Süßkirschen 18 Prozent. Auch bei Pflaumen und Äpfeln werde mit einem besseren Ernteergebnis als in den Vorjahren gerechnet.

Der Präsident des Thüringer Bauernverbandes, Klaus Wagner, bezifferte die dürrebedingten Einbußen in der Thüringer Landwirtschaft in diesem Jahr auf 85 Millionen Euro. Seit April habe es in großen Teilen Thüringens keine nennenswerten Niederschläge gegeben. Aufgrund der daraus resultierenden Notreife habe die Ernte drei bis vier Wochen früher begonnen werden müssen.

Selbst alte Bauern können sich an so eine Situation, die durchweg alle Ackerbaukulturen getroffen hat nicht erinnern.

Klaus Wagner, Präsident des Thüringer Bauernverbandes

Das Landwirtschaftsministerium erklärte, 260 Betriebe seien in ihrer Existenz bedroht. In diesen Betrieben belaufe sich der Gesamtschaden auf 30 Millionen Euro, von denen 15 Millionen Euro entschädigt werden sollen. Der Bund übernehme davon 50 Prozent, das Land Thüringen wolle nach jetzigem Stand die andere Hälfte tragen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

AKTUELLES AUS THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 03. September 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. September 2018, 21:24 Uhr

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3 Kommentare

04.09.2018 23:50 Räudiger Hund 3

#2., warum solch harte Kritik? Das ist offenbar ein Grüner, wenn auch nur in Teilzeit...

04.09.2018 07:57 Realist2014 2

@Pervers: Sie brauchen offenbar keine Nahrungsmittel und leben von Luft und Wutbürgerei allein?

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