Eine Ärztin hält ein Stethoskop in den Händen.
Eine Ärztin mit Stethoskop: Bei der Facharztquote gibt es in Thüringen die erste Ausnahme. Bildrechte: dpa

Erste Ausnahme in Thüringen Klinik-Fachabteilungen trotz fehlender Ärzte

Thüringer Krankenhäuser müssen alle Fachabteilungen mit einer bestimmten Anzahl von Fachärzten ausstatten. Doch nicht immer kann diese sogenannte Facharztquote aufrechterhalten werden. Deshalb gibt es nun die erste Ausnahme.

Eine Ärztin hält ein Stethoskop in den Händen.
Eine Ärztin mit Stethoskop: Bei der Facharztquote gibt es in Thüringen die erste Ausnahme. Bildrechte: dpa

In Thüringen darf das erste Krankenhaus auf Dauer Fachabteilungen offen halten, obwohl dort Ärzte fehlen. Das Gesundheitsministerium hat eine unbefristete Ausnahmegenehmigung erteilt, teilte ein Sprecher mit. Damit könnten die Urologie und Hals-Nasen-Ohrenheilkunde in der Klinik aufrechterhalten werden, obwohl die Facharztquote nicht erfüllt wird. Der Name der Klinik mit der Dauer-Ausnahme wurde nicht genannt.

Die Quoten-Regelung war 2017 als Qualitätskriterium für Kliniken eingeführt worden. Seitdem müssen Thüringer Krankenhäuser alle Fachabteilungen mit mindestens 5,5 Arztstellen ausstatten, davon mindestens drei mit Fachärzten des entsprechenden Gebiets. Wegen des Ärztemangels können die Stellen aber oft nicht besetzt werden. Thüringen hatte die Facharztquote ausdrücklich als Qualitätskriterium eingeführt. So sollte sichergestellt werden, dass rund um die Uhr Spezialisten erreichbar sind.

Ausnahmeregelungen für 27 weitere unterbesetzte Fachabteilungen in Kliniken wurden laut Ministerium gestellt. Die Schließung von Abteilungen wegen zu wenigen Ärzten wurden bislang nicht angeordnet.

Quelle: dpa, MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 19. Oktober 2019 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Oktober 2019, 15:16 Uhr

1 Kommentar

pkeszler vor 3 Wochen

"Die Quoten-Regelung war 2017 als Qualitätskriterium für Kliniken eingeführt worden. Seitdem müssen Thüringer Krankenhäuser alle Fachabteilungen mit mindestens 5,5 Arztstellen ausstatten, davon mindestens drei mit Fachärzten des entsprechenden Gebiets."
Wer hat sich nur diesen Unsinn ausgedacht? In eine Fachabteilung für Urologie, Hals-Nasen-und Ohrenheilkunde, Kinderheilkunde bzw. Frühgeborenstation, Schlaflabors usw. sollten doch die Bürger ohnehin nur dort hingehen, wo die Ärzte die meisten Erfahrungen besitzen. Also eine Spezialisierung ist dort gegeben und das sollte man unbedingt beachten.

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