Von Fahrschulen bis Schaustellern Corona-Krise: Notleidende Branchen demonstrieren

Für viele Branchen geht das Kerngeschäft gegen Null: Ob Schausteller, Touristiker, Gastronomen oder Fahrschulen - mehrere Branchen machten am Mittwoch in Erfurt mit Kundgebungen auf ihre Notlage aufmerksam.

Gastronomen aus Thüringen stehen vor der Staatskanzlei in Erfurt neben leeren Stühlen
Bildrechte: MDR/Ludwig Kendzia

Betreiber von Gaststätten und Restaurants haben am Vormittag vor der Staatskanzlei auf ihre schwierige Situation aufmerksam gemacht. Mit leeren Stühlen zeigten sie, dass viele Unternehmen der Gastronomie seit Wochen keine Gäste haben. Eine Sprecherin forderte bei der etwa zehnminütigen Demonstration Hilfe für die Unternehmen und Gespräche über die Möglichkeiten einer Wiedereröffnung. Der Hotel- und Gaststättenverband forderte vor allem eine klare zeitliche Perspektive für die Betriebe.

Die Schaustellerbranche fordert mit einer Petition an Landesreigerung und Landtagsfraktionen einen Rettungsschirm und Hilfen des Landes. Michael Bang vom Thüringer Schausteller Verband sagte, wegen der abgesagten Volksfeste hätten die Schausteller bis mindestens 31. August keine Einnahmen. Für viele sei die Lage akut existenzgefährdend. In Thüringen gibt es rund 110 Schaustellerbetriebe, die in drei Verbänden organisiert sind.

Mit Trillerpfeifen, leeren Liegen und Koffern demonstrierten vor der Staatskanzlei rund 30 Mitarbeiter der Thüringer Reisebranche. Sie forderten weitere spezifische Soforthilfen für Reisebüros und kleine Reiseveranstalter sowie eine Exit-Strategie aus der Krise. Die Bundesregierung hat die weltweite Reisewarnung für Touristen wegen der Coronavirus-Pandemie bis mindestens 14. Juni verlängert.

Vertreter der Touristikbranche aus Thüringen demonstrieren wegen der Coronakrise vor der Staatskanzlei in Erfurt.
Symbolische leere Stühle vor der Staatskanzlei - die Reisebranche macht auf ihre Notlage aufmerksam. Bildrechte: MDR/Franziska Grewe

Mit einer Fahrt nach Erfurt machten Thüringer Fahrschulen auf ihre Sorgen aufmerksam. Ihr Verband sieht die Hälfte der Betriebe gefährdet und fordert, den Unterricht wieder ab 4. Mai zuzulassen.


Mehr Informationen zum Coronavirus in Thüringen

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | Thüringen Journal | 29. April 0020 | 19:06 Uhr

0 Kommentare

Mehr aus Thüringen

Ein Ausstellungsraum auf der Leuchtenburg. 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Stiftung Leuchtenburg will ihre Geschichte als Zuchthaus und "Irrenanstalt" aufarbeiten. Dafür haben Mitarbeiter und der Ortschronist begonnen, Gefangenen- und Verwaltungsakten zu erschließen.

Do 21.01.2021 13:17Uhr 00:37 min

https://www.mdr.de/thueringen/ost-thueringen/saale-holzland/leuchtenburg-geschichte-zuchthaus-aufarbeiten-102.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video