Nach dem Hochwasser CDU schlägt Orden für Thüringer Fluthelfer vor

Die Thüringer CDU-Landtagsfraktion schlägt die Einführung einer Fluthelfer-Medaille vor. Viele Thüringer hätten im Frühsommer freiwillig und zum Teil unter größeren Anstrengungen mitgeholfen, sich gegen die Fluten zu stemmen, erklärte der innenpolitische Sprecher der Fraktion, Wolfgang Fiedler, am Dienstag. Durch ihren Einsatz habe in zahlreichen Fällen ein weitaus größerer Schaden verhindert werden können.

Fiedler sagte: "Besonders verdiente Helferinnen und Helfer der Flutkatastrophe haben den Dank des Freistaates verdient." Er forderte deshalb die Landesregierung auf, eine Fluthelfer-Medaille zu vergeben.

In Sachsen gibt es diese Form der Auszeichnung bereits. Allerdings ist die Nachfrage danach bislang gering. Nach Angaben des Innenministeriums in Dresden vom Dienstag sind bislang dort 326 Vorschläge für die undotierte Auszeichnung eingegangen. Insgesamt stehen 60.000 Medaillen zur Verfügung. Nach dem Hochwasser im Jahr 2002 waren in Sachsen rund 141.000 Menschen mit dem Fluthelfer-Orden ausgezeichnet worden.

Verhaltene Reaktionen auf Vorschlag zum Einsatz Arbeitsloser

Wie stark das Interesse an einer solchen Auszeichnung in Thüringen ist, ist noch unklar. Verhalten waren hingegen die Reaktionen auf einen anderen Vorschlag der Thüringer CDU-Fraktion. Ihre Chef Mike Mohring hatte am Wochenende vorgeschlagen, Langzeitarbeitslose bei Wiederaufbauarbeiten in den vom Hochwasser Ende Mai und Anfang Juni heimgesuchten Regionen einzusetzen. Mohring regte an, ein Wiederaufbauprogramm für die Säuberung von Flussbetten und die Befestigung ausgespülter Uferränder aufzulegen. Über dieses könnten dann befristete Arbeitsverhältnisse und eine Weiterqualifikation für Langzeitarbeitslose geschaffen werden.

Sowohl SPD und Grüne als auch die Landesabeitsagentur hatten auf den Vorschlag zu Wochenbeginn zurückhaltend reagiert. Der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion Uwe Höhn sagte, der Vorschlag sei unter anderem in der Frage der Wettbewerbsneutralität noch nicht ausgegoren.

Der wirtschaftspolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Dirk Adams, sagte, ein derartiger Einsatz von Langzeitarbeitslosen ohne professionelle Eingliederung sei blauäugig. "Die große Frage ist: Was bringt das den Langzeitarbeitslosen in Bezug für eine spätere Einstellung?" Außerdem stelle ein solches staatlich subventioniertes Projekt eine Konkurrenz für Handwerksfirmen, Tiefbau-Unternehmen und Landschaftsgärtner dar.

Die Landesarbeitsagentur in Halle erklärte, der befristeten Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen über ein Wiederaufbauprogramm seien durch die gesetzlichen Regelungen seit der Arbeitsmarktreform enge Grenzen gesetzt.

Weitere Informationen zum Hochwasser im Frühsommer:

Zuletzt aktualisiert: 13. August 2013, 14:54 Uhr

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1 Kommentar

14.08.2013 14:07 Dorfbürger 1

Der Orden wäre mir persönlich egal, denn könnten Diejenigen die ihn auf Steuerzahlerkosten angeferdigt haben lassen, gleich zur Buntmetallbörse bringen. Aber was ist mit dem dicken Briefumschlag für das Konto? Hoffentlich läuft die Angelegenheit nicht wie zu DDR-Zeiten ab,.... "Bestarbeiter" mit 60,-M und ein Frühstück...... oder wie bei der Truppe- die höchste Auszeichnung für den Soldaten, fotografieren vor der Truppenfahne und die Herren (Genossen) der Schöpfung haben sich selbst untereinander ausgezeichnet aber nicht mit ein paar Almosen sondern da ist richtig die Kohle geflossen.