Eingangsbereich einer Agentur für Arbeit
Im bundesweiten Trend wird weniger in die Weiterbildung von Langzeitarbeitslosen investiert. Bildrechte: dpa

Thüringen Weniger Förderung für Langzeitarbeitslose

Langzeitarbeitslose in Thüringen werden immer seltener gefördert. Damit liegt der Freistaat im bundesweiten Trend. Insgesamt sind die Ausgaben für Bildungsmaßnahmen aber gestiegen. Wie geht das zusammen?

Eingangsbereich einer Agentur für Arbeit
Im bundesweiten Trend wird weniger in die Weiterbildung von Langzeitarbeitslosen investiert. Bildrechte: dpa

In Thüringen und Sachsen-Anhalt wird immer weniger Geld für die Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen ausgegeben. Nach Angaben der Landesarbeitsagentur wurden in diesem Bereich im Jahr 2014 noch 45 Millionen Euro investiert. Im vergangenen Jahr waren es nur noch rund 23 Millionen. Damit liegen Thüringen und Sachsen-Anhalt im bundesweiten Trend. Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft hat ergeben, dass in den letzten Jahren in ganz Deutschland weniger für die Qualifizierung der Langzeitarbeitslosen ausgegeben wurde.

Kurzzeitarbeitslose profitieren

Nach Angaben des Instituts für Wirtschaft sind die Ausgaben für Fort- und Weiterbildung insgesamt gesehen jedoch deutlich gestiegen. Davon profitierten vor allem Kurzzeitarbeitslose beziehungsweise Beschäftigte, die mit Zustimmung ihres Arbeitgebers eine berufliche Weiterbildung nutzten. In diesem Bereich haben sich die Ausgaben für Qualifizierungsmaßnahmen seit 2006 fast verfünffacht. Das Thüringer Arbeitsministerium war auf Nachfrage nicht in der Lage, eine Stellungnahme dazu abzugeben. Dafür brauche man mehr Zeit, hieß es aus dem Ministerium.

Geringqualifizierte häufiger arbeitslos

Das Institut der deutschen Wirtschaft sprach sich in seiner Studie für eine bessere Förderung von gering qualifizierten Menschen aus. Die Autoren verwiesen auf eine Untersuchung der Bundesarbeitsagentur aus dem Jahr 2018. So seien Menschen ohne Berufsabschluss fünfmal häufiger arbeitslos als ausgebildete Fachkräfte. Das Potenzial von Arbeitslosen und gering qualifizierten Menschen müsse deshalb in Zeiten des Fachkräftemangels besser genutzt werden, um sie für qualifizierte Tätigkeiten weiterzubilden.

Auch der Paritätische Wohlfahrtsverband in Thüringen erklärte, wenn die Gesellschaft die Integration von Langzeitarbeitslosen auf dem Arbeitsmarkt ernst meine, dann müsse auch das Geld dafür zur Verfügung gestellt werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN/nis

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 20. Juli 2019 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Juli 2019, 13:36 Uhr

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6 Kommentare

20.07.2019 23:07 Horst 6

Also eigentlich eine positive Meldung. Wir wissen doch wie gut diese "Qualifizierung" sind. Man sollte sich besser darüber aufregen dass es immer noch 23 Millionen (!) sind.

20.07.2019 20:53 Mediator 5

Na ja die Hauptbotschaft lautet hier wohl, dass mehr Geld für Qualifizierungsmaßnahmen ausgegeben wird. Weiterhin lautet die Gute Nachricht, dass dieses Geld dort eingesetzt wird, wo es am ehesten geeignet ist Menschen in Beschäftigung zu bringen.

Manchmal muss man der Realität eben ins Auge sehen und akzeptieren, dass manche Menschen eben je nach Betrachtungsweise nicht mehr arbeiten WOLLEN oder können. Wer nichts kann wird nie viel verdienen und bei einer entsprechenden Mentalität lieber bei vollem Freizeitausgleich vom Amt leben.

PS: Manche Migranten scheinen solche Hemmungen nicht zu kennen. Heute im Baumarkt hatte ich keine Lust alle 30 Gänge auf der Suche nach Staubsaugerbeuteln abzusuchen. Also einen Mitarbeiter mit erkennbarem Migrationshintergrund angeuatscht und der konnte mich kompetent in Regelreihe Nr. 7 verweisen. Ein kurzer Smalltalk ergab, dass es sich um einen Flüchtling handelte. Auch bei Edeka haben wir seit neuestem einen Flüchtling an der Kasse sitzen.

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