Porträt Friedrich Kramer - Neuer Bischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland

Friedrich Kramer ist neuer Bischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM). Der zweifache Vater will eine weltoffene und fröhliche Kirche - das hat er in den vergangenen Monaten immer wieder gesagt. Als neuer Landesbischof hat er keine leichte Aufgabe vor sich. Die Mitgliederzahlen der evangelische Kirche Mitteldeutschland sinken seit vielen Jahren.

Wenn Friedrich Kramer vom Bischofssitz in Magdeburg zum Landeskirchenamt in Erfurt fährt, dann nimmt er den Zug und das Fahrrad. Als erste administrative Maßnahme will er die Fahrradkilometer besser entlohnen. Also wenn ein Mitarbeiter dienstlich das Fahrrad nimmt, dann soll mindestens genauso viel Geld pro Kilometer bekommen wie jemand, der das Auto nimmt. Das sei gut für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - und ein Beitrag für die Umwelt.

Weniger Mitglieder, aber keine Krise

Der neue Landesbischof der EKM ist in Greifswald geboren, verheiratet und hat zwei Kinder. Nach dem Theologiestudium hat er als Pfarrer und Studentenpfarrer gearbeitet, seit 2009 war er Direktor der Evangelischen Akademie in Sachsen Anhalt.

Vor dem Hintergrund der sinkenden Mitgliederzahlen riet er gleich nach seiner Wahl zur Gelassenheit. Nur weil man weniger werde, sei das noch keine Krise. „Man kann sein Leben so flach halten wie man möchte, wir bieten Tiefe an“, erklärte er. Dennoch nehme er sich vor, dass nach Ablauf seiner Amtszeit immer noch mindestens eine halbe Million Menschen der EKM angehören sollten. Aktuell sind es rund 700.000 Mitglieder.

"Wir müssen verständlicher werden"

Ilse Junkermann predigt während des Gottesdienstes anlässlich ihrer Verabschiedung von der Kanzel im Magdeburger Dom.
Friedrich Kramer folgt auf die bisherige Bischöfin Ilse Junkermann, die Anfang Juli aus ihrem Amt verabschiedet wurde. Bildrechte: dpa

Kirche habe den Menschen viel zu bieten, sagt Kramer. Tradition, Kunst, Musik und Orte, an denen man sich treffen und miteinander reden kann. Vom facebook zum facelook kommen, sagt Kramer wörtlich. Kirche biete 2.000 Jahre alte Texte, die trösten können und eine Perspektive bieten. Das Himmelreich, in dem die Wahrheit und die Liebe herrschen. "Das wollen wir jetzt schon leben", sagt Kramer. Kirche sei eben nicht alt und verstaubt, sondern zukunftsgewandt. Manchen leuchte sicher nicht ein, was Kirche tut, da müsse sich die Sprache ändern, so Kramer. "Wir müssen verständlicher werden."

Ihm sei wichtig, dass Menschen sich interessieren, dass sie neugierig sind, nicht meinen, sie kennen alles schon. Auf diese neugierigen Menschen freut sich der neue Landesbischof der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 07. September 2019 | 19:00 Uhr

5 Kommentare

part vor 38 Wochen

Der Freistaat zahlt jährlich Millionen als sogenannte Staatsleistungen an die beiden christlichen Kirchen. 2019 ist die Summe um rund drei Prozent auf 26,2 Millionen Euro gestiege. In einem Zeitraum von zehn Jahren wuchs der Betrag von 18,7 Millionen Euro (2008) auf 25,5 Millionen Euro (2018). Ein Großteil entfällt dabei auf die im Freistaat stärker vertretene evangelische Kirche. Was hätte man diesen Gelder, die nebenher, neben den Subsidaritätsleistungen gezahlt wurden, alles anfangen können um die Infrastruktur in allen Bereichen auszubauen. Die Linke in Sachsen- Anhalt hat sich gegen die Weiterzahlung ausgesprochen, die seit einem Gesetz aus der Weimarer Republik besteht und im GG ebenfalls verankert ist aber durch die einzelnen Landesregierungen in Zuständigkeit nicht umgesetzt wird. In Thüringen haben wir einen Westimport mit Glaubensbekenntnis und Hundhaltung in öffentlichen Bereichen als weiteren Befürworter der staatlichen Dreigliedrichkeit.

Wenzel vor 38 Wochen

Herzlich Willkommen in Magdeburg Herr Kramer!
Kleiner Hinweis für den Fahrradfahrer:
Helm tragen als lebensverlängernde Maßnahme und Fahrrad immer gut anschließen!
Magdeburg ist ein hartes Pflaster mit vielen Langfingern, gern auch rund um den Dom unterwegs.
Ansonsten lässt es sich hier gut aushalten.
Alles Gute.

Atheist vor 38 Wochen

Margot und Erich werden sich im Grab umdrehen was aus ihrer Humanistischen DDR übrig geblieben ist.
Schade das sich Fortschrittliches Denken zurückentwickelt hat.

Mehr aus Thüringen