Covid-19 Thüringer Friseure demonstrieren gegen geschlossene Salons

Friseure und Kosmetiker haben mit landesweiten Mahnwachen die schnellstmögliche Öffnung ihrer Salons gefordert. Diese seien länger geschlossen als beim ersten Corona-Lockdown. Vielen Friseuren stehe das Wasser bis zum Hals.

Mehrere Frauen mit Plakaten während einer Protestaktion in Gera.
Zu dem Protest aufgerufen hatte der Landesinnungsverband für das Friseurhandwerk in Thüringen. Bildrechte: MDR/Franziska Grewe

In ganz Thüringen haben am Mittwoch Friseure und Kosmetikerinnen gegen die Schließung ihrer Salons protestiert. Dazu gab es unter anderem Mahnwachen in Jena, Gera, Saalfeld, Schmalkalden, Erfurt und Nordhausen. Zu dem Protest aufgerufen hatte der Landesinnungsverband für das Friseurhandwerk in Thüringen gemeinsam mit den Innungen vor Ort. In Jena protestierten nach Polizeiangaben 150 Friseure und Kosmetiker, in Gera zählten die Veranstalter 230 Teilnehmer. Eine geplante Mahnwache in Meiningen war nicht genehmigt worden.

Eine Frau hält ein schwarzes Kreuz in der Hand
Eine Demonstrantin während einer Protestaktion in Erfurt. Bildrechte: MDR/Franziska Grewe

Neben dem schnellstmöglichen wieder Öffnen ihrer Betriebe fordern die Friseure und Kosmetiker auch, dass die angekündigten staatlichen Hilfen ausgezahlt werden. Vertreter der Landesinnung erklärten, schon jetzt seien die Salons länger geschlossen als beim ersten Lockdown. Sechs von zehn Friseuren stehe das Wasser bis zum Hals. Außerdem könnten teilweise die Überbrückungshilfen noch nicht beantragt werden.

Mehrere Menschen haben sich zu einer Demonstration versammelt.
Friseure und Kosmetikerinnen haben sich zu einer Mahnwache auf dem Markt in Gera versammelt. Bildrechte: MDR/Franziska Grewe

Thüringer Oberverwaltungsgericht lehnt Öffnung ab

Das Thüringer Oberverwaltungsgericht in Weimar hatte am Dienstag in einem Urteil bekannt gegeben, dass Friseursalons und Fahrschulen in Thüringen weiter geschlossen bleiben. Das Gericht lehnte damit einen Eilantrag einer Friseurmeisterin aus Eisenach und eines Fahrschulinhabers in Jena ab. Diese wollten eine Öffnung ihrer Geschäfte erreichen, da durch die Schließung ihre beruflichen Existenzen gefährdet seien.

Nach Auffassung des Oberverwaltungsgerichts ist das Verbot körpernaher Dienstleistungen, wie sie Friseure anbieten, in der gegenwärtigen Infektionslage verhältnismäßig. Auch wenn Hygieneregeln eingehalten werden würden, bestünde eine erhöhte Infektionsgefahr, wenn der Mindestabstand dauerhaft und regelmäßig erheblich unterschritten werde.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 03. Februar 2021 | 11:00 Uhr

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