Thüringen Geflügelhalter bereiten sich auf Ausbruch von Vogelpest vor

Noch hat es keinen Virus-Befall von Wildvögeln in Thüringen mit der Geflügelpest gegeben. Trotzdem bereiten sich Halter und die Behörden auf einen möglichen Ausbruch vor. Grund zur Panik gebe es aber nicht.

Ein Warnschild mit der Aufschrift: "Geflügelpest - unbefugtes Betreten verboten"
Die Geflügelpest, auch Vogelgrippe genannt, ist eine Infektionskrankheit, die vor allem bei Wasservögeln und anderen Vögeln vorkommt. (Symbolbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Thüringens Geflügelhalter sind bezüglich erster Fälle von Vogelgrippe in Deutschland in Alarmbereitschaft. Wie Annerose Blöttner vom Geflügelhof Teichweiden in Uhlstädt-Kirchhasel MDR THÜRINGEN sagte, gilt derzeit "Alarmstufe hellrot". Zwar sei noch kein Virus-Befall von Wildvögeln in Thüringen verzeichnet worden, dennoch gebe es aktuell verstärkte Kontrollen durch das Veterinäramt.

Betroffen sind laut Blöttner Gebiete entlang Gewässern, wo Wildvögel häufig rasten und brüten. Im eigenen Hof seien die Hygienevorschriften in Anlehnung an die allgemein gültige Geflügelpest-Verordnung nocheinmal verschärft worden. Unter anderem müssen Futterbestände geschützt vor Wildvögeln aufbewahrt und offene Wasserstellen verschlossen werden. Schuhe und Kleidung gilt es zu desinfizieren, jeglicher Fremdverkehr in den Stallungen wird eingestellt.

Alarmbereitschaft aber keine Panik

"Alarmbereitschaft ja, aber nicht in Panik verfallen", reagiert Mario Schmidt vom Junggeflügelhof in Erfurt-Ermstedt auf die Vogelgrippe-Fälle. Die Haltungsbedingungen in seinem Betrieb wurden seit 2016 der Vogelpest-Verordnung angepasst und immer weiter verbessert. Außerdem würden seine Gänse nur drinnen gefüttert, so dass Wildvögel durch das Futter kaum angelockt werden. Einer möglichen Stallpflicht steht Schmidt gelassen gegenüber, da seine Tiere auch viel Zeit drinnen verbringen und deswegen ausreichend Stall-Kapazitäten zur Verfügung stehen.

Gänse auf einer Wiese.
Gänse auf einer Wiese. Bildrechte: dpa

Gesundheitsministerium arbeitet an Verfügung

Das zuständige Thüringer Gesundheitsministerium steht eigenen Angaben nach mit den betroffenen Bundesländern in Austausch. Gleichzeitig werde vorsorglich eine so genannte Aufstallungsverfügung erarbeitet, damit diese im Fall der Fälle angepasst und kurzfristig in Kraft treten könne, hieß es auf Nachfrage.

Risiko einer Ausbreitung in Deutschland wird als hoch eingeschätzt

Das für Tiergesundheit zuständige Friedrich-Löffler-Institut schätzt das Risiko einer Ausbreitung der Vogelgrippe in Deutschland als hoch ein, da der allherbstliche Vogelzug nach Europa derzeit in vollem Gange ist. Ende Oktober waren an Ost-und Nordsee erste Wildvögel mit dem Vogelgrippevirus tot aufgefunden worden. Vergangene Woche gab es erste, bestätigte Fälle in einer Geflügelhaltung in Nordfriesland. Seit dieser Woche gilt in Schleswig-Holstein eine Stallpflicht für alle Geflügelbestände.

Einsatzkräfte in Schutzanzügen sind auf einem Bauernhof im Einsatz
Im Falle eines Ausbruchs der Geflügelpest muss der gesamte Bestand des Betriebs getötet werden. (Archivbild) Bildrechte: MDR/Matthias Strauss

Geflügelpest hochansteckend für Hausgeflügel

Die Geflügelpest, auch Vogelgrippe genannt, ist eine Infektionskrankheit, die vor allem bei Wasservögeln und anderen Vögeln vorkommt. Sie ist hochansteckend und kann bei Hausgeflügel mit schweren allgemeinen Krankheitszeichen verlaufen. Bei Befall von Hausgeflügel muss der gesamte Bestand laut Geflügelpest-Verordnung getötet und entsorgt werden. Im Umkreis von drei Kilometern wird eine Sperrzone eingerichtet, im Bereich um zehn Kilometer wird verstärkt beobachtet.

Die Geflügelpest-Epidemie von 2016 /2017 war die schlimmste Tierseuchenwelle dieser Art in Deutschland seit Jahrzehnten. Über 900.000 Tiere mussten bundesweit gekeult werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jw

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 16. November 2020 | 05:00 Uhr

7 Kommentare

MAENNLEiN-VON-DiESER-WELT vor 9 Wochen

Immer wieder gern feiert die Landeshauptstadt Erfurt zu Ostern das Entenrennen.

Wenn ich am Erfurter Hauptbahnhof aussteige und die Enten im Flutgraben sehe oder die zutraulich-poussierlich-niedlich kleinen Viehcher im Venedig, dann frage ich mich schon auch, wie gefährlich ist diese Pest eben für dieses „Freiwild“ ...?!

Wenn dutzende Tiere verendet auch in den nahen Erfurter Schulen liegen, spätestens dann dürfte das Geschrei erneut (und sehr zu recht) sehr groß
sein.

Was also tun, gegen Schweinepest, Vogelgrippe, Blauzungenkrankheit & Co.,
bevor es Weihnachten zu spät ist — und ohne Panik schüren zu wollen ???

Ekkehard Kohfeld vor 9 Wochen

"und zum Glück ist diese Pest wohl auch mal ausnahmsweise nicht

„coronabedingt“"

Kommt aber über den gleichen Weg oder gleiche Ursache (Globalisierung).🥵🥵🥵

MAENNLEiN-VON-DiESER-WELT vor 9 Wochen

Bravo ! - Genau passend zur Martinsgans- und Weihnachtsentenzeit !

...und zum Glück ist diese Pest wohl auch mal ausnahmsweise nicht

„coronabedingt“ ?! 🤔 😎


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Arme Vögel ! Hab‘ Euch lieb !

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