Stühle in den Farben schwarz, rot und gelb stehen in der CDU-Zentale.
Schwarz-rot-gelb: CDU, SPD und FDP führen Gespräche in Thüringen. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Erfurt Treffen von CDU, FDP und SPD

Wie weiter in Thüringen nach der Landtagswahl? Darüber haben am Freitag CDU, FDP und SPD geredet. Für die Sozialdemokraten ist das ja nicht ganz ohne, denn eigentlich wollen sie ja das Regierungsbündnis mit Linken und Grünen fortsetzen. Weil die Runde also diplomatisch ein bisschen heikel war, wurden Ort und Zeit bis zuletzt geheim gehalten.

von Ulli Sondermann-Becker

 Stühle in den Farben schwarz, rot und gelb stehen in der CDU-Zentale.
Schwarz-rot-gelb: CDU, SPD und FDP führen Gespräche in Thüringen. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Zum Schluss war es der "Bismarckturm" im Erfurter Steigerwald: gute Küche, aber auch gut versteckt. Denn wer nicht ausgerechnet Hirschgulasch oder Rehkeule essen möchte, findet kaum den Weg dorthin. Dahin also hatten CDU-Chef Mike Mohring und die Kollegen von der FDP Thomas L. Kemmerich und Wolfgang Tiefensee geladen. Die Sozialdemokraten erschienen als kleine Delegation, neben Tiefensee bestehend aus Parteivize Heike Taubert, Landtagsfraktionschef Matthias Hey und Landesgeschäftsführerin Anja Zachow.

Anja Zachow
SPD-Landesgeschäftsführerin Anja Zachow Bildrechte: imago images/Karina Hessland

Was dann tatsächlich im separaten Frühstücksraum besprochen wurde? "Wir haben viel gesprochen", hebt SPD-Chef Tiefensee nach etwa einer Stunde, auf dem Weg zum nächsten Termin, an, "aber auch viel darüber, dass wir Stillschweigen bewahren wollen." Bei Matthias Hey, der gleich nach ihm die Gaststätte verlässt, klingt das ähnlich. Aber: Trotz des Gesprächs mit der CDU setzen die Sozialdemokraten immer noch voll auf ein weiteres Bündnis mit Linken und Grünen, so die SPD-Vertreter.

Auch CDU-Mann Mohring lässt sich nichts entlocken: "Es ist einfach verdammt kompliziert." Jetzt müsse sich erst einmal der Landtag konstituieren, sagte der CDU-Chef. "Alles hängt mit allem zusammen." Jede Fraktion soll einen Vizepräsidenten stellen können, die Linken die Präsidentin. Da könne die CDU mitgehen, wenn es den Steuerzahler tatsächlich nichts zusätzlich koste, so Mohring. Aber das letzte Wort habe seine Fraktion in der kommenden Woche. Die Gespräche mit der SPD sollen aber fortgesetzt werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN/kie

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 15. November 2019 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. November 2019, 10:03 Uhr

31 Kommentare

martin vor 2 Wochen

@breakpoint: Nach den Erfahrungen mit der "konstruktiven Oppositionsarbeit" der CDU Fraktion unter Führung von Herrn Mohring bin ich weniger optimistisch als Sie. Aber es wäre gut, wenn Sie recht hätten und Herr Mohring etwas dazu gelernt hat ...

Theodor Dienert vor 2 Wochen

@martin, dann schauen Sie sich die Taten der RAF, die in Hamburg zum G-20 Gipfel oder aktuell in Leipzig und Dresden an, dann sehen Sie, dass in Ihren Reihen die größten Verbrecher herumlungern.

Der Matthias vor 2 Wochen

@ SZ Rentner

Gegenfrage: Warum schließen Sie dann die LINKE offensichtlich von vorneherein einfach aus, die immerhin als stärkste Partei aus der Wahl hervorgegangen ist? Nur, weil Sie sich selbst im politischen Spektrum als rechts stehend verorten? Sorry, aber Sie können anderen nicht etwas vorwerfen, was Sie doch selber machen . . . nur eben mit umgekehrten politischen Vorzeichen! Finde den Denkfehler!

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