Kinder und Erzieherinnen am Essenstisch.
Bei den Jüngsten im Alter von einem bis drei Jahren sollten höchstens drei Kinder auf eine Erzieherin kommen, wie die Bildungsgewerkschaft GEW fordert. Bildrechte: dpa

Millionenförderung GEW warnt vor beitragsfreiem Kita-Jahr mit Geld vom Bund

Noch ein beitragsfreies Kindergarten-Jahr ist nach Ansicht der GEW sinnvoll, sollte aber nicht mit Geld vom Bund bezahlt werden. Zuerst müsse die Qualität der Kinderbetreuung in Thüringen verbessert werden, fordert die Bildungsgewerkschaft.

Kinder und Erzieherinnen am Essenstisch.
Bei den Jüngsten im Alter von einem bis drei Jahren sollten höchstens drei Kinder auf eine Erzieherin kommen, wie die Bildungsgewerkschaft GEW fordert. Bildrechte: dpa

Die Bildungsgewerkschaft GEW hat davor gewarnt, die Millionen vom Bund in Thüringen für ein weiteres beitragsfreies Kindergarten-Jahr zu verwenden. "Wir sollten das Geld in einen besseren Betreuungsschlüssel und eine bessere Ausstattung der Kitas stecken", sagte die Vorsitzende der GEW Thüringen, Kathrin Vitzthum. Wichtig sei, mit dem Geld die Qualität der Kinderbetreuung zu verbessern. Die GEW fordert unter anderem mehr Personal in den Kindergärten, damit sich die einzelnen Erzieherinnen und Erzieher um weniger Kinder kümmern müssen.

GEW-Vorsitzende: "Kein Geld mehr für Qualitätsverbesserung übrig"

Innerhalb der Thüringer Regierungskoalition von Linke, SPD und Grünen gibt es Bestrebungen, Geld vom Bund unter anderem für ein weiteres beitragsfreies Kita-Jahr ab 2020 zu verwenden. Auch Bildungsminister Helmut Holter (Linke) spricht sich dafür aus: "Es ist kein Geheimnis, dass ich dafür plädiere, das Geld unter anderem in ein weiteres beitragsfreies Kindergarten-Jahr zu investieren - und ich stehe damit nicht allein." Eine Entscheidung dazu steht aber noch aus.

Thüringen kann aus dem geplanten Gute-Kita-Gesetz der Bundesregierung mit einer Gesamtsumme von 134,5 Millionen Euro rechnen. Schon im nächsten Jahr würde das Land nach Berechnungen des Bildungsministeriums etwa 12 Millionen Euro erhalten. Im Jahr 2020 wären rund 24,5 Millionen und die darauf folgenden beiden Jahre jeweils 49 Millionen Euro.

Ein weiteres beitragsfreies Kita-Jahr würde laut Ministerium rund 31,7 Millionen Euro kosten. "Das zeigt, dass in den nächsten Jahren kein Geld mehr übrig wäre, um die Betreuungsqualität zu verbessern, wenn man sich für das nächste beitragsfreie Jahr entscheidet", sagte Vitzthum.

Bundesrat: Keine zeitliche Begrenzung für Mittel aus Gute-Kita-Gesetz

Die GEW fordert, dass in der Altersgruppe der Ein- bis Dreijährigen nur drei Kinder auf eine Erzieherin oder einen Erzieher kommen. Bei Babys unter einem Jahr sollten es sogar nur zwei Kinder pro Mitarbeiter sein. Bei den Drei- bis Sechsjährigen fordert die GEW ein Verhältnis von acht Kindern pro Erzieherin oder Erzieher.

"Wir halten die Beitragsfreiheit für richtig. Aber ich plädiere dafür, jetzt zuerst die Betreuungsqualität zu verbessern", sagte die GEW-Chefin Vitzthum. Den Daten einer Studie der Bertelsmannstiftung zufolge betreute eine Erzieherin im vergangenen Jahr rechnerisch 5,4 Krippenkinder unter drei Jahren. Bei der Altersgruppe ab drei Jahren kamen 11,6 Kinder auf eine Erzieherin.

Der Bundesrat beschäftigt sich am Freitag mit dem Entwurf für das Gute-Kita-Gesetz. Die Länder-Kammer fordert unter anderem, keine zeitliche Begrenzung der Bundesmittel festzuschreiben. Nach dem bisherigen Entwurf sollen bis zum Jahr 2022 rund 5,5 Milliarden Euro an die Länder fließen, um die Qualität in der Kinderbetreuung zu verbessern und Geringverdiener zu entlasten.

Quelle: dpa, MDR THÜRINGEN

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 17. Oktober 2018 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Oktober 2018, 08:33 Uhr

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4 Kommentare

19.10.2018 20:57 W. Merseburger 4

Was die GEW im Zusammenhang zum Projekt eines weiteren kostenlosen Kita-Jahres schreibt, ist eigentlich nicht nachvollziehbar und kritikwürdig. Unterirdisch sind hier jedoch die Kommentare 1 bis 3. Ich sage diesen .... Kommentatoren, warum fordern sie nicht die alte, gute Zeit zurück? Frauen gehören an den Kochtopf, dürfen nur mit Genehmigung des Ehemannes ein eigenes Girokonto besitzen und sollten sie arbeiten wollen, dann muss ebenfalls der Ehemann die Genehmigung erteilen. Solche Frauen bekommen spätestens mit dem Eintritt ins Rentenalter die Quittung. Der Kindergarten (Fröbel) fördert aber unter anderem den ganz wichtigen Kontakt der Kinder zu Gleichaltrigen und das "Durchsetzungsvermögen" von Kindern. Ich kenne wirklich wohlhabende Eltern, die aus diesem Grund ihre Kinder in solche Einrichtungen schicken.

19.10.2018 19:50 Atheist aus Mangel an Beweisen 3

Ich kann den DDR Kita Wahn nicht ertragen!

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