Abgedecktes Dach und abgebrochenes Solarpanel in der Agrargenossenschaft Catharinau
Abgedecktes Dach und abgebrochenes Solarpanel in der Agrargenossenschaft Catharinau. Bildrechte: MDR/Arne Schein

Catharinau Mehrere Hunderttausend Euro Schaden durch Gewitter

Ein abgedecktes Dach mit teuren Solarmodulen, ein verdrehtes Verkehrsschild als Unfallursache und zwei Hausbrände nach Blitzeinschlägen. Das Unwetter am Mittwochabend hat mehr Schäden verursacht als bisher vermutet.

Abgedecktes Dach und abgebrochenes Solarpanel in der Agrargenossenschaft Catharinau
Abgedecktes Dach und abgebrochenes Solarpanel in der Agrargenossenschaft Catharinau. Bildrechte: MDR/Arne Schein

Eine Windhose hat am Mittwochabend im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt einen Schaden von einer halben Million Euro angerichtet. Wie die Polizei am Donnerstag berichtete, wurden durch das Unwetter vom Stalldach einer Agrargenossenschaft in Catharinau Dachbleche und Solarmodule auf einer Fläche von rund hundert Quadratmetern abgedeckt. Die Teile wurden gegen die Dachhaut einer benachbarten Biogasanlage geweht, wodurch weiterer Schaden entstand. Auch eine angrenzende Solaranlage wurde durch die Dachbleche und Solarmodule in Mitleidenschaft gezogen - dort wurden mehrere Fotovoltaikmodule beschädigt. Die Bleche und Module flogen bis zu 200 Meter weit auf benachbarte Felder.

Jungrinder im Stall wurden nicht verletzt

Der Leiter der Agrargenossenschaft Catharinau sagte MDR THÜRINGEN, das Solardach sei erst ein Jahr alt und verpachtet. Ein Gutachter der Versicherung sei angefordert. Im Stall seien 200 Jungrinder untergebracht. Da das Gebäude aber eine Zwischendecke habe, seien sie nicht gefährdet und wohlauf. Die Kreisstraße zwischen Kirchhasel und Catharinau war von den umherfliegenden Teilen ebenfalls betroffen, wurde aber durch Mitarbeiter der Agrargenossenschaft geräumt und durch die Kreisstraßenmeisterei ein Tempolimit angeordnet. Mitarbeiter der Thüringer Energienetze wurden verständigt, um weitere Sicherungsmaßnahmen vorzunehmen. Menschen wurden durch die Windhose nicht verletzt.

Thema Sturmschaden in Agrargenossenschaft Kreis Saalfeld, Dachteile über 200 m verteilt
Der Sturm hat in einer Agrargenossenschaft in Kirchhasel (Kreis Saalfeld-Rudolstadt) Dachteile über 200 m verteilt Bildrechte: MDR/Arne Schein

Der zwischenzeitlich gestörte Bahnverkehr in Thüringen rollt seit Donnerstag wieder reibungslos. Die Unwetter hatten mehrere Bahnstrecken in stundenlang lahmgelegt. In der Nähe von Bibra im Kreis Schmalkalden-Meiningen war eine Regionalbahn mit etwa 100 km/h mit einem umgestürzten Baum zusammengeprallt. Die 50 Insassen mussten evakuiert werden und wurden dann mit Bussen zum nächsten Bahnhof gebracht. Der Zug wurde beschädigt, konnte aber aus eigener Kraft weiter fahren. Am Zug wurden die Frontscheibe und eine Seitenscheibe beschädigt. Wie hoch der Sachschaden insgesamt ist, muss die Bundespolizei noch ermitteln. In Süd- und Ostthüringen waren fünf Regionalbahnstrecken wegen umgestürzter Bäume zeitweise gesperrt, inzwischen läuft der Verkehr überall wieder.
Im Kreis Greiz konnte eine junge Frau einem umstürzenden Baum nicht mehr ausweichen und stieß gegen den 25 Zentimeter dicken Stamm. Sie blieb unverletzt, es entstand nur Sachschaden.
Zwischen Roth und Almerswind im Landkreis Sonneberg ist beim Sturm am Mittwochabend ein Telefonmast umgeknickt. Laut Polizei hat die Feuerwehr die Gefahrenstelle abgesichert, verletzt wurde niemand.

Zwei Brände nach Blitzeinschlägen

In Nordthüringen schlug der Blitz in zwei Häuser ein. In Bad Frankenhausen im Kyffhäuserkreis brannte der Dachstuhl eines Reihenhauses. Die Feuerwehr konnte verhindern, dass auch die Nebengebäude in Brand gerieten. Das Feuer in Küllstedt im Eichsfeldkreis konnte laut Polizei schnell gelöscht werden. In beiden Fällen wurde niemand verletzt und es entstand etwa 15.000 Euro Sachschaden.
Gleich zwei Unfälle hat ein vom Sturm verdrehtes Verkehrszeichen in Werther bei Nordhausen ausgelöst. Laut Polizei war am Mittwochabend zunächst ein Sattelzug mit dem Außenspiegel an dem Schild hängengeblieben. Der Fahrer bremste abrupt. Ein nachfolgender Laster musste ebenfalls bremsen. Auch er stieß gegen das Verkehrszeichen, das weit über die Fahrbahn ragte. Den Schaden beziffert die Polizei auf etwa 2.000 Euro. Nach dem Unfall schickte das Straßenbauamt Arbeiter, die das Schild reparierten.

Böen wehten sechs Hüpfburgen um

Auf einer Wiese vor einem Mehrfamilien-Hochhaus in Erfurt liegen Teile eines Hüpfburgen-Parks, die der Wind während eines Unwetters teilweise über eine Strecke von 20 Metern geweht hat
Auf einer Wiese vor einem Mehrfamilien-Hochhaus in Erfurt liegen Teile eines Hüpfburgen-Parks, die der Wind während eines Unwetters teilweise über eine Strecke von 20 Metern geweht hat. Bildrechte: Skippy's Kinder-Land

Mittel- und Westthüringen wurden vom Unwetter weitgehend verschont. Wie die Polizeistationen mitteilten, hatte es etwa in Erfurt und Sömmerda kurz gewittert. Einsätze gab es deshalb aber nicht. Auf einem Sportplatz in Erfurt wehten die Böen sechs Hüpfburgen um. Der Veranstalter hatte die Gäste zuvor aber vom Gelände geschickt. MDR THÜRINGEN sagte er, er sei sicher, dass es am Freitag weiter gehen werde. Weimar und Apolda meldeten etwas Regen, aber keine Unwetterschäden.

Quelle: MDR THÜRINGEN/AFP/Polizei

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | MDR THÜRINGEN Nachrichten | 05. April 2018 | 09:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. April 2018, 19:46 Uhr

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