Treffen auf der Bundesländer-Grenze Ministerpräsidenten erinnern an 30 Jahre Mauerfall

Die Ministerpräsidenten von Hessen und Thüringen haben an der früheren innerdeutschen Grenze zwischen beiden Bundesländern an den Fall der Mauer vor 30 Jahren erinnert. Gemeinsam legten Volker Bouffier (CDU) und Bodo Ramelow (Linke) am Samstag Kränze auf der Werrabrücke zwischen dem thüringischen Treffurt-Großburschla und dem hessischen Wanfried-Heldra nieder. Dort erinnert eine neue Gedenktafel an die Opfer, die bei Fluchtversuchen aus der DDR ihr Leben verloren.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier und sein Thüringer Kollege Bodo Ramelow legen Kränze auf der Werrabrücke zwischen dem thüringischen Treffurt-Großburschla und dem hessischen Wanfried-Heldra nieder
Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier und sein Thüringer Kollege Bodo Ramelow legen Kränze auf der Werrabrücke zwischen dem thüringischen Treffurt-Großburschla und dem hessischen Wanfried-Heldra nieder Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Der Festakt hatte am Morgen mit einem ökumenischen Gottesdienst in Großburschla begonnen. Der thüringische Ort hat eine besondere Geschichte: Er liegt direkt im Grenzgebiet und durfte während der Teilung nur von Einwohnern oder mit Sondergenehmigung betreten werden. Nach der Kranzniederlegung liefen die Ministerpräsidenten zusammen nach Heldra in Hessen, wo ein Bürgerfest stattfindet. Auch in Großburschla war ein Fest geplant. Nahe Großburschla war der Grenzzaun am 13. November 1989 geöffnet worden.

Blaskapelle auf dem Weg zum Bürgerfest aus Anlass des 30. Jahrestags des Mauerfalls in Großburschla im Wartburgkreis
Blaskapelle auf dem Weg zum Bürgerfest aus Anlass des 30. Jahrestags des Mauerfalls in Großburschla im Wartburgkreis. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Hessen unterstützte Thüringen personell und finanziell

Aus Anlass der hessisch-thüringischen Feier erinnerte die Staatskanzlei in Erfurt an die beträchtliche Starthilfe durch das Nachbar-Bundesland nach dem Mauerfall. Fünf Jahre lang seien rund 250 Millionen D-Mark aus Hessen nach Thüringen geflossen. Ein entsprechendes Hilfsprogramm hatte der hessische Landtag bereits Anfang Dezember 1989 beschlossen. Die Mittel kamen unter anderem dem Gesundheitswesen, grenzüberschreitenden Straßenbauprojekten und dem Denkmalschutz zugute. Beispielsweise wurden Krankenhäuser mit medizinischer Ausrüstung unterstützt und bedrohte Bausubstanz in der Erfurter Altstadt gesichert.

Wichtig für die Hilfe aus Hessen sei zudem die Unterstützung beim Aufbau rechtsstaatlicher Verwaltungs- und Justizstrukturen gewesen. Dafür lieh das Bundesland Hunderte Beamte nach Thüringen aus, wo sie teilweise über Jahre im Einsatz waren.

Quelle: dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 09. November 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. November 2019, 13:58 Uhr

4 Kommentare

Breakpoint vor 2 Tagen

Tja, Volker Bouffier, der hessische Ministerpräsident, dessen Stellvertreter Tarek Al-Wazir heißt, könnte politisch wohl auch mit Bodo Ramelow gut klarkommen. --- Leider haben wir in Thüringen nur einen verwirrten CDU-Egomanen, der vor aller Augen durch die Einbahnstraße torkelt.

Rychlik vor 3 Tagen

was zählt:
gemeinsamer CDU + Linke Ministerpräsidenten können ökumenische Gottesdienst in Großburschla
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) mahnte, dass man auch an die Vorgeschichte der deutschen Teilung erinnern müsse. Er bezog sich auf die Novemberpogrome, bei denen die Nationalsozialisten Juden ermordeten.

Monazit vor 3 Tagen

Man kann aber auch alles madig reden. Egal, wie man zur Wende steht, es war nunmal ein extrem einschneidendes Ereignis, man kann sogar sagen ein Jahrhundertereignis. Natürlich gedenken die MPs dem, unabhängig von Herkunft und Partei. Man stelle sich nur vor, Herr Ramelow würde den Tag komplett ignorieren. Der Aufschrei á la "die Linke will die DDR zurück" wäre doch riesig.

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