Wirtschaft Debatte um zusätzliche verkaufsoffene Sonntage in Thüringen

In Thüringen wird über zusätzliche verkaufsoffene Sonntage debattiert. Die Fraktionschefin der Grünen, Astrid Rothe-Beinlich, sprach sich gegen eine Ausweitung aus. Erst in der vergangenen Woche hatte sich Koalitionspartner Bodo Ramelow offen für eine Erweiterung der aktuellen Regeln gezeigt.

Passanten mit Einkaufstüten sind auf dem Jungfernstieg unterwegs.
CDU und FDP zeigten sich offen für zusätzliche verkaufsoffene Sonntage. Bildrechte: dpa

Die Grünen im Thüringer Landtag sind gegen zusätzliche verkaufsoffene Sonntage. Fraktionschefin Astrid Rothe-Beinlich sagte, mit ihrer Partei werde es keine Ausweitung geben. Die bisherigen Ladenöffnungszeiten seien völlig ausreichend, die Menschen hätten auch nicht mehr Geld zur Verfügung.

Rothe-Beinlich: Kein Ausgleich für Einbußen durch Corona

Rothe-Beinlich widersprach zudem der Aussage der IHK, weitere verkaufsoffene Sonntage könnten Umsatzeinbußen der Corona-Pandemie ausgleichen. Weiter sagte die Fraktionschefin: "Ohne Sonntage gibt es nur noch Werktage. Da sind wir ganz bei Gewerkschaften und Kirchen - uns sind die Sonntage heilig." Die Grünen-Politikerin schaltete sich damit in eine Diskussion über zusätzliche verkaufsoffene Sonntage in Thüringen ein. CDU und FDP haben sich dafür offen gezeigt. Ministerpräsident Bodo Ramelow sagte, er lasse prüfen, ob mit einer Lockerung der entsprechenden Regeln der Einzelhandel in der Corona-Krise gestärkt werden könne.

Kirchenvertreter: Sonntag wichtig zur Erholung

Die Evangelische Kirche Mitteldeutschland (EKM) lehnt eine Lockerung der Regeln zu verkaufsoffenen Sonntagen ab. Sie erkenne die durch die Corona-Krise bedingte schwierige Lage des Einzelhandels zwar an, hieß es in der Mitteilung der Kirche. Die Mitarbeiter seien derzeit aber etwa durch Abstands- und Hygieneregeln mehr belastet. "Gerade in Corona-Zeiten brauchen die Beschäftigten den Sonntag zu ihrer Erholung mehr denn je", sagte Holger Lemme, Referent für den Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt der EKM.

Thüringen: Vier Sonntage im Jahr dürfen Geschäfte öffnen

Thüringer Händlern ist es erlaubt, zu bestimmten Anlässen an vier Sonntagen im Jahr ihre Geschäfte zu öffnen. Ausnahmen sind der Verkauf von Backwaren, selbsterzeugter landwirtschaftlicher Produkte, Topf- und Schnittblumen sowie Zeitungen und Zeitschriften. Diese dürfen an Sonn- und Feiertagen für die Dauer von fünf zusammenhängenden Stunden zwischen 7 und 17 Uhr verkauft werden.

Ausgenommen sind Apotheken, Tankstellen sowie Bahnhöfe und Flughäfen, diese dürfen an Sonn- und Feiertagen ganztägig geöffnet sein.

Soll es in Thüringen mehr verkaufsoffene Sonntage geben?

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Quelle: MDR THÜRINGEN/jn

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 31. August 2020 | 15:30 Uhr

3 Kommentare

lobo56 vor 12 Wochen

Was denn noch ? Am besten 7 Tage die Woche rund um die Uhr ?
Die IHK Größen können ja die Sonntage Kasse sitzen und Regale füllen....
Montag bis Samstag ist Zeit genug zum Einkaufen, da muss nicht auch noch der Sonntag dem Kaufrausch geopfert werden !
Es gibt wahrlich sinnvollere Dinge , den Sonntag zu verbringen.

bettina vor 12 Wochen

Mehr Sonntagsöffnungen? Was soll der"Blödsinn"? Deswegen haben die Thüringer nicht mehr Geld zum"shoppen"und das ist ja wohl das Entscheidende für mehr Umsatz. Unsere zulässigen Öffnungszeiten von Montag-Samstag sind schon bundesweit mit am längsten. Denkt vielleicht von den Damen und Herren, die mehr Sonntagsöffnung propagieren mal jemand an die Beschäftigten im Einzelhandel, ohne die schon immer und gerade in den letzten Monaten kein Einkauf"funktioniert" hätte, die dank der Öffnungszeiten in Thüringen schon "tolle, flexible"Arbeitszeiten haben und bei denen die Unternehmen zuerst sparen, wenn der Umsatz/Gewinne nicht wie geplant, kommt. Ihnen jetzt auch noch den einzigen sicheren freien Tag für Familie und Privatleben weiter beschneiden zu wollen:"super Idee" von nicht Betroffenen . Ich würde mir wünschen, dass Diejenigen,die das propagieren nur mal 1 Woche zu den Arbeits- und Einkommensbedingungen der, von ihrer Idee" betroffenen Beschäftigten arbeiten müssten.

Reiner Wahnsinn vor 12 Wochen

Ämter und Behörden am Sonntag für Berufspendler öffnen wäre eine gute Idee! Ansonsten sollte der Sonntag bleiben, was er ist: "Sonntag".

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