Parteitag in Jena Thüringer Grüne ziehen mit Siegesmund und Adams in den Landtagswahlkampf

Gute Ergebnisse und Umfragewerte lassen auch die Thüringer Grünen von mehr träumen als noch bei der vergangenen Landtagswahl. Bei ihrer Landesdelegiertenkonferenz gab es zumindest personell keine großen Überraschungen.

Umweltministerin Anja Siegesmund und Fraktionschef Dirk Adams sind die Spitzenkandidaten der Thüringer Grünen bei der Landtagswahl im kommenden Jahr. Beim Parteitag in Jena wurde Siegesmund mit 81,7 Prozent der Stimmen auf Listenplatz eins gewählt. Adams sicherte sich mit 82,5 Prozent der Stimmen den zweiten Platz. Die Landtagsabgeordnete Astrid Rothe-Beinlich wurde auf den dritten Listenplatz gewählt.

Schon der vierte Platz war hart umkämpft: Die Abgeordneten Olaf Müller und Roberto Kobelt kandidierten, aber mit Carl Eisenbrandt auch ein noch unbekannter Spontanbewerber aus Weimar. Eisenbrandt erntete zwar viel Applaus, durchsetzen konnte sich aber im zweiten Wahlgang Olaf Müller. Auf den weiteren Plätzen der Landesliste folgen Madeleine Henfling, mit Laura Wahl die Sprecherin der Grünen Jugend, sowie Babett Pfefferlein.

Gestartet war der Parteitag am Freitagabend mit einer Rede des Bundesvorsitzenden Robert Habeck. Er bezeichnete die Landtagswahl in Thüringen im Herbst kommenden Jahres als wegweisend für die Bundespolitik. Wenn Thüringen und die anderen ostdeutschen Wahlen für die Grünen erfolgreich seien, drehe sich die politische Stimmung in Deutschland. Die Grünen in Thüringen hoffen darauf, von der Erfolgswelle im Bund profitieren zu können. Bei der letzten Landtagswahl hatten sie mit 5,7 Prozent den Einzug in den Landtag geschafft.

Grüne greifen nach dem Agrarministerium

Im Falle einer erneuten Regierungsbeteiligung wollen die Thüringer Grünen dafür kämpfen, das Ressort für Landwirtschaft und Mobilität zu übernehmen. Siegesmund sagte am Samstag: "Wir brauchen vor allem die Möglichkeit, Verantwortung zu tragen - für Landwirtschaft, Forst und Mobilität". Bereits am Freitag hatte Grünen-Landessprecher Denis Peisker die Politik von Agrar- und Infrastrukturministerin Birgit Keller (Linke) angegriffen. "Die Landwirtschaftspolitik waren vier verschenkte Jahre in Thüringen", hatte Peisker den Delegierten zugerufen und dafür Applaus bekommen.

Zwischen dem von Siegesmund geführten Umweltministerium und dem Agrarministerium hatte es in der laufenden Legislaturperiode immer wieder Spannungen gegeben. Unter anderem gab es beim Possen unterschiedliche Auffassungen darüber, wie viel Fläche des Waldes sich zu einem Urwald entwickeln solle.

Hinweis: In einer früheren Fassung des Berichts waren falsche Prozentangaben für den Stimmenanteil der Spitzenkandidaten genannt. Die Zahlen wurden inzwischen berichtigt.

Quelle: MDR THÜRINGEN / dpa

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Fazit | 24. November 2018 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. November 2018, 19:43 Uhr

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30 Kommentare

27.11.2018 20:00 Julia Ströbel 30

Nur weil Rechnen ja offensichtlich noch oft Glücksache ist:
85 Ja-Stimmen von 104 abgegebenen Stimmen entsprechen 81,7% (Platz 1) und 85 Ja-Stimmen von 103 abgegebenen Stimmen entsprechen 82,5% (Platz 2).


MDR THÜRINGEN:
Hallo Julia Ströbel,
wir hatten uns bei den Zahlen auf die dpa gestützt - allerdings übersehen, dass die Agentur diese zunächst tatsächlich so gemeldeten Zahlen danach noch berichtigt hatte. Wir ändern sie jetzt hier natürlich auch. Vielen Dank für den Hinweis.

26.11.2018 09:41 Theo 29

Es soll doch tatsächlich Leute geben die noch nicht verstanden haben, dass Grüne Politik Zukunftspolitik ist. Wir haben nur die eine Erde und der Raubbau an der Natur wird auch unter einer CDU Regierung zu Ende gehen müssen. Es "rechnet" sich einfach nicht.

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