31. Oktober Halloween in Corona-Zeiten: Was in Thüringen empfohlen wird

Halloween, das Fest der Gespenster und Gruselgestalten, gehört inzwischen auch hierzulande zum festen Jahresrhythmus vieler Familien. Doch darf man in diesem Jahr von Haus zu Haus ziehen?

Zwei Halloween-Kürbisse
Kürbisschnitzen zu Halloween geht auch in Corona-Zeiten. Bildrechte: Colourbox.de

Nach anderen Bundesländern wie Sachsen und Bayern ruft auch das Gesundheitsministerium in Thüringen dazu auf, wegen der Corona-Pandemie auf liebgewonnene Rituale zu verzichten. "Man kann im Moment nicht dazu raten, von Tür zu Tür zu gehen und zu klingeln", sagte der Pressesprecher des Thüringer Gesundheitsministeriums, Frank Schenker, MDR THÜRINGEN.

Es gibt zwar kein Verbot für solche Halloween-Umzüge, doch dem Gang durch die Nachbarschaft mit dem Ziel, bei möglichst vielen Häusern zu klingeln und dort Süßigkeiten zu ergattern, stehe die Ansteckungsgefahr entgegen.

Wegen Corona kein Halloween wie gewohnt

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) bekräftigt das und stellt sich hinter eine Forderung der Kinder- und Jugendärzte, die zum Verzicht auf die Klingeltouren geraten hatten: "Auch wenn das für Kinder und Jugendliche sehr traurig ist, aber Halloween, so wie sie es kennen, das geht in diesem Jahr nicht", sagte sie der Zeitung Die Welt.

Abgesehen davon gelten auch für das Gruselfest die jeweiligen Kontaktbeschränkungen und Corona-Regeln der Landkreise und Städte, die sich in Thüringen teils stark unterscheiden. So gibt es etwa in Erfurt eine Maskenpflicht in der Innenstadt, wenn der - im gesamten Freistaat geltende - Mindestabstand von eineinhalb Metern nicht eingehalten werden kann. In Jena gilt die Vorgabe für den gesamten öffentlichen Raum, in anderen Kreisen ist dies aber nicht der Fall. Während etwa im Altenburger Land Privatfeiern mit bis zu 25 Menschen noch erlaubt sind, liegt die Grenze im Kreis Hildburghausen bei zehn.

Zwei Kinder ulken mit gruseligen Verkleidungselementen herum und schneiden fürchterliche Grimmassen.
Kinder lieben Gruseliges und verkleiden sich gern. Bildrechte: Colourbox.de

Das Gesundheitsamt des Wartburgkreises beispielsweise appelliert eigens an Familien, in diesem Jahr auf Umzüge am 31. Oktober zu verzichten. Wenn Kinder am Halloween-Abend an den Türen klingeln, sei ihnen nicht bekannt, ob die Personen, die dort wohnen, unter Quarantäne stehen oder sogar positiv sind. Für das Gesundheitsamt seien Kontaktnachverfolgungen in so einem Fall nach eigenen Angaben nicht möglich, sodass die Kinder eventuelle Infektionen weiterverbreiten könnten.

Verschlossene Türen respektieren

Wer trotz aller Appelle dennoch an seinem herkömmlichen Halloween-Gang festhält, sollte sich umso mehr an die Regeln halten. So appelliert der Geschäftsführer der polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes, Harald Schmidt: "Verschlossene Türen sind unbedingt zu respektieren."

Außerdem seien die AHA-Regeln unbedingt einzuhalten - "Abstand halten, Hygiene beachten, Alltagsmaske in bestimmten öffentlichen Bereichen tragen, wenn dies vorgegeben ist". Wer einen Streich spielen will, muss Schmidt zufolge darauf achten, dass keine Menschen zu Schaden kommen beziehungsweise fremdes Eigentum beschädigt wird.

Kinder fragen zu Halloween nach Süßigkeiten (Symbolfoto)
Gib uns Süßes, sonst gibt's Saures! Dieses Jahr lieber nicht. Bildrechte: imago images / ingimage

Halloween-Fest schön und sicher gestalten

Auch für Halloween-Partys zu Hause gelten die Kontaktbeschränkungen und die Empfehlung, die Zahl der Kontakte möglichst gering zu halten. "Eltern sollten das Fest für ihre Kinder so schön, aber auch so sicher wie möglich gestalten", so Frank Schenker. Das Gruselfest im reinen Familienkreis zu feiern, kann eine Alternative sein.

Im Internet finden sich unter den Stichworten "Halloween-Dekoration selber machen" oder "Halloween-Rezepte" unzählige Vorschläge. Für einen gruseligen Spaziergang im Familienkreis können sich Kinder und Eltern verkleiden und unterwegs Gruselgeschichten erzählen. Eltern können auch wie bei einer Schatzsuche die begehrten Süßigkeiten vor dem Spaziergang verstecken und ihre Kinder suchen lassen.

Halloween - woher stammt der Brauch? Der aus den USA stammende Grusel-Brauch Halloween wird in der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November begangen - also zwischen dem evangelischen Reformationstag und dem katholischen Hochfest Allerheiligen.
In der Dämmerung ziehen als Geister, Monster oder Hexen verkleidete Kinder durch die Straßen und fordern von ihren Nachbarn Süßigkeiten nach dem Motto "Süßes oder Saures" (Englisch: "trick or treat").

Die beiden großen Kirchen sehen den Spuk mit Skepsis. Sie befürchten, dass viele Kinder Halloween inzwischen für ein christliches Fest halten und nichts mehr von Reformation und Allerheiligen wissen. Irische Einwanderer hatten das aus alten keltischen Wurzeln stammende Brauchtum nach Amerika gebracht.

Halloween leitet sich ab von "All Hallow's Eve", dem Abend vor Allerheiligen. In der Nacht, so glaubten die vorchristlichen Bewohner des heutigen Irlands und Wales, betraten die Seelen Verstorbener und böse Geister die Menschenwelt. Fackeln und Feuer halfen, das Böse zu vertreiben. Im Laufe der Zeit kam die passende Verkleidung hinzu.

Der "Jack o'Lantern", der ausgehöhlte Kürbis mit eingeschnitzter Fratze, geht möglicherweise auf eine irische Legende zurück: Der Nachtwächter Jack schaffte es, kurz vor seinem Tod dem Teufel ein Schnippchen zu schlagen. Er ritzte ein Kreuz in die Rinde eines Baumes, und der Teufel saß im Geäst fest. Dennoch erhielt Jack vom Teufel ein Geschenk, nämlich eine glühende Kohle in einer ausgehöhlten Rübe als Wegbeleuchtung ins Totenreich.

Quelle: MDR THÜRINGEN/cf, afp, epd

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 31. Oktober 2020 | 12:00 Uhr

6 Kommentare

Insomnia vor 4 Wochen

Achso. Die Kinder sind nur in ihrer Freizeit infektiös. An der frischen Luft.
Die stickigen Klassenräume mit klassenübergreifendem Unterricht sind natürlich ein "sicherer Raum". Logik pur.

martin vor 4 Wochen

Wenn 25 bis 30 Kids 90 Minuten in einem meist engen Klassenraum ohne Maske bei der aktuellen Infektionslage nicht besonders gefährdet sein sollen, dann kann ich leider das besondere Risiko bei den Halloween-Rundgängen nicht erkennen. Ich bin mal gespannt, was bei uns heute Abend passiert ....

Wobei:
1.) Die Verkleidungen halten sich bei uns in Grenzen.
2.) Ich gönne den Kids zwar ihre "Beute" - aber ansonsten halte ich das sowieso nur für reine Geschäftemacherei.

Lyn vor 4 Wochen

Also wohl heute Abend keine Kinder vor der Haustür... die Kinder sind immer so toll zurecht gemacht, dass sie im normalen Zustand absolut nicht zu erkennen sind.

Schade.

Der Süßkram war gekauft und steht bereit.

Den werde ich wohl dann bei der nächsten Gelegenheit.... wer weiß, wann die sein wird, bei schlappen 400 km Entfernung, meinen Enkeln geben.

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