Neues Hochschulsemester Nur ein Viertel der Studenten darf in den Hörsaal

Quasi über Nacht mussten die Thüringer Universitäten und Fachhochschulen auf digitale Lehre umstellen. Im neuen Wintersemester bleibt es für viele dabei. Nur eine Minderheit der Studenten darf in die Lehrgebäude.

Im kommenden Wintersemester müssen etwa drei Viertel der Studierenden in Thüringen online an Vorlesungen und Seminaren teilnehmen. Der Vorsitzende der Hochschulpräsidentenkonferenz, Walter Rosenthal, sagte MDR THÜRINGEN, die Räume könnten wegen der Corona-Schutzvorschriften nur zu einem Viertel belegt werden. Damit könnten nur rund 25 Prozent der Studierenden an Präsenzveranstaltungen teilnehmen. Sie soll es vor allem für die Erstsemester geben.

Das Coronavirus wirbelte die Abläufe an den Thüringer Hochschulen durcheinander. Quasi über Nacht mussten Universitäten und Fachhochschulen auf digitalen Betrieb umstellen. Im Sommersemester wurden Lehrveranstaltungen, aber auch teilweise Prüfungen online angeboten. Die Einrichtungen beurteilten das erste Corona-Semester überwiegend positiv, von Studierenden gab es aber auch Kritik.

Schwierige Jobsuche in Thüringen

Laut Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee leisten die Hochschulen einen wichtigen Beitrag, um die Wirtschaft weiter mit Fachkräften zu versorgen. Im Vergleich zu anderen Bundesländern finden aber nur wenige Absolventen der Hochschulen einen Job im Freistaat.

Die hiesige Wirtschaft benötigt laut Arbeitsministerium nur ungefähr 14 Prozent Beschäftigte mit Hochschulabschluss. In anderen Bundesländern liege der Bedarf bei über 20 Prozent. Das liegt vor allem daran, dass die Thüringer Unternehmen eher klein sind und über weniger Forschungsabteilungen verfügen.

Wolfgang Tiefensee SPD Wirtschaftsminister Thüringen
Thüringens Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee Bildrechte: IMAGO

Zahl der Studierenden konstant

Nach Angaben von Tiefensee hält sich Zahl der Studierenden in Thüringen auf hohem Niveau. So habe sich die Zahl der Studienanfänger in Thüringen zwischen 1995 und Ende der 2000er Jahre von 5.800 auf über 11.000 nahezu verdoppelt. Seitdem liege sie konstant bei knapp 10.000 Studienanfängern pro Jahr, obwohl die Zahl der Abiturienten in diesem Zeitraum von 8.400 auf knapp 6.000 deutlich gefallen sei.

Quelle: MDR THÜRINGEN/sar

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 14. September 2020 | 18:00 Uhr

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