Parteien Zukunft des AfD-"Flügel" bleibt nach Höcke-Äußerungen offen

Thüringens AfD-Chef Björn Höcke hat sich zur Zukunft der von ihm mitinitiierten völkisch-nationalistische Gruppierung "Flügel" geäußert. Höcke erklärte, die AfD habe sich in den knapp fünf Jahren seit der Gründung des "Flügels" gut entwickelt. Deshalb brauche man nun "einen Impuls, der über den Flügel hinausweist und die Einheit der Partei betont".

Björn Höcke und Andreas Kalbitz
Björn Höcke und Andreas Kalbitz Bildrechte: Dehli News

Zur Forderung des AfD-Bundesvorstands, den "Flügel" aufzulösen, äußerte sich Höcke nicht direkt. Er sagte aber: "Der Bundesvorstand ist das höchste Exekutivorgan der Partei. Als Konservativer pflege ich die Institutionen". Er erklärte, er und "Flügel"-Mitgründer Andreas Kalbitz aus Brandenburg würden ihren politischen Kurs mit allen anderen politikfähigen Mitstreitern aus dem Flügel im Sinne der AfD fortführen.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz hatte in der vergangenen Woche erklärt, der "Flügel" sei eine "erwiesen extremistische Bestrebung", die sich gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung richte. Kritiker des "Flügels" in der AfD befürchten, dass die gesamte Partei demnächst vom Verfassungsschutz als Verdachtsfall eingestuft werden könnte. Sie argumentieren: Da der "Flügel" keine formale Mitgliedschaft kenne, sei eine Abgrenzung zur Gesamtpartei schwierig.

Hinweis der Redaktion: In einer ersten Fassung dieses Beitrags haben wir geschrieben, Björn Höcke habe den "Flügel" aufgelöst. Tatsächlich hat Höcke diesen Begriff nicht verwendet.

Quelle: MDR THÜRINGEN/seg

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 21. März 2020 | 19:00 Uhr

61 Kommentare

W.Merseburger vor 36 Wochen

Dieser Bericht über den Flügel ist nicht falsch; aber er ist, wie auch ein zweiter Artikel hier beim MDR, ein Ablenkungsmanöver in unsere gegenwärtigen medizinischen Notlage. In beiden Artikeln können sich politisch Gleichgesinnte und Andersdenkende ungebremst in ihrer z. T. bösartigen Argumentation wie ein Virus ausbreiten. Ich empfehle allen Usern hier und besonders dem MDR-Team, sich die Antwort von Frau Dr. Weidel zur Regierungserklärung von Herrn Span zum Corona Virus vom 4. 03. 2020 bei You Tube anzuhören. Die Ausführungen der Weidel wurden mit Hohn, Spott und viel Häme von den Abgeordneten der anderen Parteien bedacht. Nun 2,5 Wochen später ist das von Weidel beschriebene Szenario in vollem Umfang eingetreten und seit gestern sind alle die von der AfD geforderten Maßnahmen bis hin zur Grenzschließung notwendig geworden. Bernd Höckes Flügel, liebe Journalisten, ist doch ein Fliegen... im Vergleich zu unseren gegenwärtigen Problemen und deren anständige Bewältigung.

Der Matthias vor 36 Wochen

@ ralf meier

"Ein Antisemit hat nichts in der AFD zu suchen."

Wenn dem tatsächlich so wäre: Warum sind dann ein Martin Hohmann, Jens Maier, Donatus Schmidt u.v.a.m. dann immer noch Parteimitglieder?

DER Beobachter vor 36 Wochen

"Herr Gedeon gehört zu Recht nicht in die AFD". Völlig richtig. Nur tut sich die AfD auf Bundesebene und in den ostdeutschen Landesebenen nun mal nachweislich schwer, sich von den anderen vielen Leuten vom Geiste Gedeons zu befreien!

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