Umfrage für den MDR Viele würden Recht auf Homeoffice in Anspruch nehmen

Mit der Corona-Krise hat sich auch die Arbeitswelt gewandelt. Beschäftigte wechselten reihenweise in die Heimarbeit. Ob sie auch dauerhaft im Homeoffice arbeiten würden, wollten wir in einer Umfrage wissen.

Eine Frau nimmt aufgrund der Ausbreitung des Coronaviruses aus ihrem Wohnzimmer an einer Telefonkonferenz teil.
Eine aktuelle Umfrage im Auftrag des MDR widmet sich dem Homeoffice. Bildrechte: dpa

In Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt können sich viele Menschen vorstellen, im Homeoffice zu arbeiten. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des MDR. Demnach gab fast ein Drittel (31 Prozent) der Befragten an, dauerhaft oder mehrmals pro Woche in die Heimarbeit zu wechseln, falls es ein Recht darauf gäbe. Gut jeder Fünfte könnte sich dies einmal pro Woche oder seltener vorstellen.

Rund 41 Prozent der Befragten gaben an, nie von einem Recht auf das Heimbüro Gebrauch zu machen, falls es eingeführt werden würde. In einigen Branchen und Unternehmen ist dies aber auch nicht möglich. Tendenziell würden Befragte mit Kindern im Haushalt eher im Homeoffice arbeiten als Befragte ohne. Zwischen Frauen und Männern gibt es laut Umfrage kaum Unterschiede.

Arbeitsminister Heil will Recht auf Homeoffice einführen

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) möchte per Gesetz ein Recht auf Arbeit von zu Hause schaffen. Jeder solle demnach auch nach der Corona-Krise im Homeoffice arbeiten können - wenn er das will. Heil berief sich auf Schätzungen, wonach die Zahl der Arbeitnehmer im Heimbüro in der Corona-Krise von zwölf auf 25 Prozent aller Beschäftigten gestiegen sei.

Kritiker befürchten, dass dadurch die Grenze zwischen Arbeit und Zuhause immer mehr aufweicht. In diesem Zuge warnen sie vor einer Verlängerung der Arbeitszeit. Außerdem könne nicht jede Branche und jedes Unternehmen vom Recht auf Homeoffice Gebrauch machen, was zu einer Ungleichbehandlung führe.

Informationen zur Umfrage

Die genaue Umfrage lautete: "Wie häufig werden Sie von zu Hause aus arbeiten, falls ein gesetzliches Recht auf Homeoffice eingeführt wird?" mit den Antwortmöglichkeiten "Immer", "Mehrmals die Woche", "Einmal die Woche", "Seltener", "Nie" und "Weiß nicht".

Das Meinungsforschungsinstitut Civey berücksichtigte für das Gesamtergebnis die Antworten von 2.613 Befragten aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ab 18 Jahren. Der statistische Fehler lag bei 2,6 Prozent. Damit ist die maximale Abweichung der Ergebnisse, die man mithilfe der Stichprobe erzielt hat, von den realen Werten in der Grundgesamtheit gemeint. Der Befragungszeitraum war vom 11. Mai 2020 bis zum 17. Mai 2020.

Homeoffice Thema bei FAKT IST! aus Erfurt

Am Montag (20:15 Uhr im Livestream, 22.05 Uhr im MDR FERNSEHEN) ist das Homeoffice Thema im MDR-Polittalk FAKT IST! aus Erfurt. Medienforscherin Sabria David, Avilox-Geschäftsführerin Regina Köhler und IHK-Hauptgeschäftsführerin Cornelia Haase-Lerch diskutieren, was vom Homeoffice nach dem Coronavirus bleibt.

Köhler und ihre Mitarbeiter beraten Unternehmen bei der Einführung des Homeoffice. "Die gegenwärtige Corona-Situation ist eine tolle Chance, die Arbeitswelt neu zu gestalten", sagt sie. Haase-Lerch befürwortet die Arbeit von zu Hause, wenn es den Interessen der Unternehmen dient, lehnt die Forderung von Arbeitnehmern nach einem Recht auf Hmeoffice jedoch ab. Medienforscherin David meint, dass momentan viele einen "Corona-Crashkurs-Digitalisierung" durchlaufen. Sie fordert klare Richtlinien.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/sar,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | FAKT IST! aus Erfurt | 18. März 2020 | 22:05 Uhr

2 Kommentare

Lumberjack vor 17 Wochen

Ob es ein Recht auf home-office geben soll und wer das nutzen will ist die eine Seite. Passt gut in die aktuelle Zeit und zu dem Trend "work-life-balance".
Die andere Seite ist die, das im home-office definitiv keine wirkliche Mehrwertschöpfung stattfindet. Die Einschränkungen, die durch die erwartete Corona-Pandemie (?) stattgefunden haben, haben offenbart wer in unserem alltäglichen Leben wirklich gebraucht wird bzw. wer nicht. Andere Länder freuen sich sicherlich zukünftig über enorme Auftragseingänge durch steigenden Bedarf, während in Deutschland die Selbstverwaltung in home-office stattfindet - bespasst von influencern und ihresgleichen...

Lumberjack vor 17 Wochen

Moderne Arbeitsformen wie home-office, werden die Menschen noch asozialer (i.e.S.) werden lassen.

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