Verstöße gegen Corona-Auflagen Thüringer Ordnungsämter erlassen hunderte Bußgeldbescheide

In Thüringen haben Landkreise und kreisfreie Städte seit Beginn der Corona-Pandemie hunderte Bußgeldbescheide erlassen. Vor allem Verstöße gegen Mindestabstände und Kontaktverbote haben die Ordnungsämter registriert.

Mitarbeiter Erfurter Ordnungsamt vor einem Spielplatz
In Thüringens Landeshauptstadt Erfurt wurden fast 450 Ordnungswidrigkeitsverfahrten eingeleitet. Bildrechte: MDR/Nicky Scholz

In den Thüringer Landratsämtern und Verwaltungen der kreisfreien Städte sind in den vergangenen Wochen tausende Anzeigen im Zusammenhang mit Corona-Auflagen der Landesregierung eingegangen. Allein in Erfurt wurden laut Stadtverwaltung im April fast 450 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Rund 130 davon gelten als abgeschlossen. Fast 40.000 Euro kommen beim veranschlagten Bußgeld zusammen.

Rund 10.000 Euro sind es in Weimar bisher. In der Klassikerstadt wurden nach Angaben eines Sprechers rund 50 Bescheide erlassen, in Jena waren es bis Mitte Mai nicht einmal 20.

Landkreise reagieren unterschiedlich streng

Ähnlich unterschiedlich präsentieren sich die Zahlen in den Landkreisen. Nach den MDR THÜRINGEN vorliegenden Daten liegt der Landkreis Sonneberg mit mehr als 200 abgeschlossenen Bußgeldverfahren an der Spitze. Die Summe der dort verhängten Bußgelder beläuft sich auf fast 34.000 Euro.

Im Landkreis Schmalkalden-Meiningen wurden bis Himmelfahrt mehr als 120 Bußgeldbescheide und Verwarnungsgelder erlassen, mit einer Gesamtsumme von fast 13.000 Euro.

Deutlich niedriger liegen die Zahlen in Ostthüringen. So sind im Saale-Holzland-Kreis bis Anfang der Woche 14 Bußgeldbescheide mit einer Gesamtsumme von 4.100 Euro verhängt worden, im Landkreis Greiz 17 Bescheide über insgesamt 1.700 Euro.

Mundschutz liegt auf Euro-Banknoten.
In einigen Landkreisen wurden die Vergehen strenger geahndet, als in anderen. Bildrechte: imago images/MiS

Im Landkreis Nordhausen wurden nach Angaben eines Sprechers von mehr als 60 Verfahren bisher fünf Bußgeldbescheide in Höhe von jeweils 200 Euro erlassen. Im Kyffhäuserkreis und im Weimarer Land werden Betroffene noch angehört. Bußgeldbescheide seien noch nicht erlassen worden.

Häufigste Verstöße bei Abstandsregel

Von Ende März bis Mitte Mai galt: Die physischen Kontakte zu Menschen außerhalb des eigenen Haushalts auf ein absolut nötiges Minimum reduzieren und sich außerhalb der Wohnung nur mit maximal einer Person eines anderen Haushalts treffen. So wollte die Landesregierung die Ansteckungen mit dem Coronavirus so weit wie möglich reduzieren.

junge Leute spazieren am Aasee unter Einhaltung des Kontaktverbotes
Hunderte Thüringer hielten sich nicht an die Abstandsregel und wurden dabei erwischt. Bildrechte: imago images/Rupert Oberhäuser

Hunderte Thüringer haben sich daran aber nicht gehalten und müssen nun ein Bußgeld berappen. Es war neben Nichteinhalten des Mindestabstands der häufigste Grund der Bescheide, wie es aus den Verwaltungen hieß. Auch wurden Verstöße gegen die häusliche Quarantäne geahndet. Und auch Betriebe wurden oder werden noch zur Kasse gebeten.

So hatten vereinzelt Gastwirte während der Schließzeit Gäste bedient oder Läden, Frisöre und Kosmetikstudios geöffnet. Zudem wurden, wie etwa vom Landratsamt in Meiningen, Verstöße gegen Hygienevorschriften in Betrieben registriert.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/nis

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichte | 24. Mai 2020 | 05:00 Uhr

45 Kommentare

martin vor 6 Wochen

@silvio: Ich versuche es noch einmal: Wenn Sie die Statistiken vergleichen (hier die Mortalität), dann müssen Sie sicherstellen, dass beide hinreichend repräsentativ sind bzw. beide die identische Abweichung haben.

Bezogen auf die Sterblichkeit steht D anders als die europäischen Ländern mit einer höheren Durchseuchung dar, weil es hier gelungen ist, die Bevölkerungsgruppen mit einem hohen Risiko besonders zu schützen. Für derartige Maßnahmen war es in einigen Ländern zu spät bzw. die Verantwortlichen haben sich für einen anderen Umgang entschieden. Und daher können Mortalitätsraten derzeit nicht verglichen werden. Übrigens in D noch nicht einmal ernsthaft berechnet werden, da die Dunkelziffer völlig unbekannt ist. Die seriösen Schätzungen liegen zwischen den Faktoren 2 und 10. Selbst hier wäre der Unsicherheitsfaktor 500%.

Wo ich Ihnen völlig recht gebe ist, dass sich ALLE an die Regeln zu halten haben. Die Verantwortlichen sollten mit gutem Beispiel voran gehen ....

Sachse vor 6 Wochen

Fakt: Da ich ahne, von welchen Medien Sie sprechen, ist mir klar, dass Sie ALLES über das Thema wissen. Sogar das, was niemand wissen kann, denn auch das wissen die Medien, von denen ich annehme, dass Sie sie meinen.

Ernst678 vor 6 Wochen

Noch mal einige wichtige Bemerkungen um die Begrifflichkeiten um Corona zu erhellen. Es besteht ein grundlegender Unterschied zwischen einer Infektion und einer Krankheit. Erst wenn sich durch entsprechende Symptome eine Infektion manifestiert wird sie zur Krankheit die auch tötlich verlaufen kann. Ansonsten tragen wir alle Viren und andere Keime zu Millionen in uns und werden trotzdem nicht krank davon. Die vielen "Genesene" zeigen das ja wohl ausreichend. Es sollten also auch mal andere Wissenschaftler zu Wort kommen dürfen als immer nur Merkel, Spahn, Drosten und Kekule die uns mit ihrem Singsang versuchen nur mit Angst anzufüllen und hunderte Milliarden Euro regelrecht verballern, denn A.Einstein hatte einst gesagt "Das Universum und die menschliche Dummheit sind unendlich, nur beim Universum bin ich mir noch nicht sicher." Dieser Satz erlebt zur Zeit in Deutschland eine ungeahnte Aktualität.

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