Doppelstockzüge der zweiten Generation des InterCity stehen 2016 auf den Gleisanlagen vor dem Hauptbahnhof Leipzig.
Bald kommen ICs im Zweistundentakt in Jena-Göschwitz an Bildrechte: dpa

Fernverkehr Bahnhof Jena-Göschwitz wird IC-Knoten

Durch den ICE-Knoten in Erfurt kam der Fernverkehr in Jena fast zum Erliegen. Ein IC-Knotenpunkt am Bahnhof Jena-Göschwitz soll das nun ändern. Der diskutierte Neubau eines Bahnhof in Burgau ist damit vom Tisch.

Doppelstockzüge der zweiten Generation des InterCity stehen 2016 auf den Gleisanlagen vor dem Hauptbahnhof Leipzig.
Bald kommen ICs im Zweistundentakt in Jena-Göschwitz an Bildrechte: dpa

Der Bahnhof Jena-Göschwitz wird zum neuen IC-Knoten ausgebaut. Das gaben am Donnerstag Thüringens Staatssekretär für Infrastruktur Klaus Sühl und Oberbürgermeister Thomas Nitzsche (FDP) in Jena bekannt. Künftig sollen die IC-Strecken der Mitte-Deutschland-Verbindung und der Saalbahn in einem Zweistundentakt durch Jena führen. Durch Fahrplanänderungen soll die Verbindung zwischen Thüringen und Sachsen schrittweise verbessert werden. Auf der Strecke zwischen Großheringen und Saalfeld wird der neue Fahrten-Rhythmus erst 2023 in Kraft treten.

Nachdem 2017 in Erfurt der ICE-Knoten eröffnet wurde, hatte Jena in Folge des Fahrplanwechsels seine ICE-Fernverbindungen verloren. Ein herber Verlust für den Universitäts- und Wirtschaftsstandort, in dem fortan nur noch wenige Fernzüge haltmachten.

Kein neuer Bahnhof in Burgau

Blick auf den Eingang des Bahnhof Jena-Göschwitz
Am Bahnhof Jena-Göschwitz gibt es bald mehr Betrieb. Bildrechte: MDR

Wie teuer der Ausbau des Bahnhof Jena-Göschwitz zum Knotenpunkt sein wird, ist noch unklar. Staatssekretär Sühl sagte jedoch zu, dass das Land den Ausbau des Bahnhofs in Göschwitz massiv unterstützen wolle. Fest steht, dass es sich hierbei um die deutlich günstigere Variante handelt.

Im Vorfeld war auch der Neubau eines Knotenbahnhofes in Jena-Burgau diskutiert worden. Noch beim Bahngipfel im Herbst 2017 hatte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) einen solchen zentralen Bahnhof in Aussicht gestellt, als Ausgleich zum Verlust der ICE-Anbindung.

Im Auftrag des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft hatte das Institut für Verkehrspolitik und Raumplanung der FH Erfurt die Vor- und Nachteile beider Standorte untersucht. Das Ergebnis: Ein neuer Bahnhof in Burgau ist im Vergleich zum Nutzen zu teuer und sein Neubau zu langwierig. Darüber hinaus habe die besondere Situation in Jena mit mehreren Bahnhöfen auch ihre Vorteile. So biete beispielsweise der Westbahnhof in direkter Nachbarschaft zum Zeiss-Firmensitz eine direkte Bahnverbindung für den größten Arbeitgeber der Stadt.

Nach der nun gefallenen Entscheidung für Jena-Göschwitz, gehe es jetzt um schnelle Verbesserungen des bestehenden Systems, so Oberbürgermeister Nitzsche. Die Deutsche Bahn habe zudem zugesichert, dass die Fernverkehrshalte in Jena-Paradies und Göschwitz in der Nord-Süd-Richtung sowie in Jena-West und Göschwitz in Ost-West-Richtung erhalten bleiben.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | THÜRINGEN JOURNAL | 13. Juni 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Juni 2019, 21:05 Uhr

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25 Kommentare

15.06.2019 08:11 Grosser, Klaus 25

@Hannes Bongartz
Offensichtlich fehlen ihnen die entsprechende Orts- und Streckenkenntnisse, denn dann wüssten sie wie schnell ein ICE bzw. ein RE auf der Strecke der Saale-Bahn kann.

15.06.2019 06:34 Grosser, Klaus 24

Ich vermisse in der Diskussion, die logischen Argumente der Befürworter eines Bahnhofneubaues in Jena-Burgau.
Das Gutachten spricht eine deutliche Sprache, darum bevor kritisiert wird, einfach das Gutachten lesen.
Dafür hätte es aber auch kein Gutachten gebraucht, um sich für den IC-Knoten in Jena-Göschwitz zu entscheiden.

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