Niedrigster Umfragewert seit 2014 Unternehmen blicken skeptischer in die Zukunft

Der ungewisse Brexit und internationale Handelskonflikte trüben die Aussichten gerade für exportorientierte Thüringer Unternehmen in den kommenden Monaten. Das geht aus der am Mittwoch vorgelegten Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt hervor. Dafür seien rund 800 Firmen in Nord- und Mittelthüringen befragt worden.

Aktuell bewerteten die Unternehmer branchenübergreifend ihre Lage zwar noch positiv. Die Skepsis nehme mit Blick auf die nähere Zukunft aber deutlich zu. Der Konjunkturklimaindex, der die aktuelle Situation und die Erwartungen für die nächsten Monate berücksichtigt, erreichte demnach mit 107 von 200 möglichen Prozentpunkten den niedrigsten Wert seit 2014.

Zudem könne anhand der Angaben zu Beschäftigungsplänen davon ausgegangen werden, dass sich die Stimmung bald auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar machen werde: Während 11 Prozent der teilnehmenden Unternehmen erklärten, neue Arbeitsplätze schaffen zu wollen, gaben 23 Prozent an, ihre Stellen eher zu reduzieren. Bei der Befragung vor einem Jahr hatten 13 Prozent einen Stellenabbau ins Auge gefasst.

Den Unternehmern mangele es an Vertrauen in die wirtschaftliche Zukunft des Landes, hieß es bei der IHK Erfurt. Die Politik müsse der Wirtschaft den Rücken stärken, etwa durch schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren oder einen zügigen Infrastrukturausbau für besseres Internet.

Positive Signale kommen weiterhin aus der Baubranche und dem Gastgewerbe. So spricht der Großteil der Hoteliers und Gastronomen von einem guten Geschäftsverlauf. Im Kammerbezirk Südthüringen ist die Zahl der unzufriedenen Unternehmer gestiegen. In Ostthüringen bewegt sich die Wirtschaftslage zu Herbstbeginn weiter auf überdurchschnittlichem Niveau.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 06. November 2019 | 17:00 Uhr

0 Kommentare

Mehr aus Thüringen