Eine Auswahl verschiedener Biere
Immer mehr Brauereien, also auch mehr Auswahl. In Deutschland gibt es knapp 6.000 Biermarken. Bildrechte: dpa

Immer mehr Bier-Brauereien in Thüringen Hopfen und Malz noch nicht verloren

Während die Zahl der Fleischereien und Bäckereien in Thüringen immer mehr zurückgeht, wächst die Branche der Bier-Brauer. Besonders beliebt sind kleine Handwerksbetriebe und ihr Craft-Bier.

von Julian Theilen

Eine Auswahl verschiedener Biere
Immer mehr Brauereien, also auch mehr Auswahl. In Deutschland gibt es knapp 6.000 Biermarken. Bildrechte: dpa

Die Zahl der handwerklichen Brauereien in Thüringen stieg um mehr als das Doppelte von 9 im Jahr 2008 auf 22 Betriebe im Jahr 2018, wie jüngste Zahlen des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) belegen. Eine beachtliche Entwicklung, wenn man bedenkt, dass andere Handwerksbetriebe wie Fleischereien und Bäckereien auch in Thüringen immer häufiger schließen müssen.

Mittlerweile auch ein Getränk für Feinschmecker

"Das Bier erlebt eine kleine Renaissance", sagt Holger Eichele. Er ist Geschäftsführer des deutschen Brauer-Verbands und erlebt seit Jahren, wie sich das Ansehen des Bieres immer weiter vergrößert. Beliebt war das Bier schon immer, galt aber nicht immer als Getränk für Feinschmecker. "Das war beim Wein anders. Da hat das Personal im Restaurant immer schon beraten, welcher Wein zu welchem Essen besser passen könnte", so Eichele. Heute werde auch das Bier differenzierter betrachtet, immer häufiger bieten Gastronomien Bierverköstigungen an. Ob mehr oder weniger Hopfen, intensiveres Malz oder kleine Variationen mit Ingwer - die Konsumenten können die persönliche Note dann selbst herausschmecken.

Vor allem Craft-Bier beliebt

"Am liebsten stellen die Leute das Bier aber selbst her", sagt Eichele. Seminare zum Bier-Brauen seien fast immer ausgebucht. "Brauen ist ein wirkliches Handwerk. Es braucht dafür auch viel Verständnis von Biochemie." Besonders Craft-Bier werde gerne hergestellt. Craft-Bier enthält mehr Hopfen als herkömmliches Pils, schmeckt deshalb meist etwas bitterer. Auch große Brauereien wie Köstritzer aus Thüringen, vor allem bekannt für Schwarzbier, bieten mittlerweile Craft-Bier an.

Craft-Bier Craft steht in der englischen Übersetzung für "handgemacht". Entstanden ist Craft-Bier in den USA der 1980er-Jahren - als Gegenbewegung zu industriell gebrautem Bier. Eine offizielle Definition besteht bis heute in Deutschland nicht, ein Großteil der Craft-Biere werden aber nach deutschem Reinheitsgebot gebraut, also mit Hopfen, Malz und Wasser. Neben einer höheren Hopfenkonzentration haben viele Craft-Biere auch Malzaromen, die zum Beispiel für Zitronen- oder Ingwergeschmack sorgen können.

Gute Berufsperspektiven für NachwuchsbrauerInnen

Auch wegen dieser Vielfalt ist das Brauerei-Handwerk bei jungen Menschen immer beliebter. Laut Eichele locken vor allem gute Berufsperspektiven: "Wer heute eine Ausbildung in einer Brauerei macht, hat gute Chancen, mal später einen Betrieb zu leiten." Vor allem im Ausland treffe Eichele immer häufiger ehemalige Auszubildende aus Deutschland.

Mehr Kleinbetriebe - weniger Bierkonsum

Auch in Zukunft erwartet der deutsche Brauer-Verband einen differenzierten Biermarkt mit vielen Brauereien, obwohl, und das ist kurios, der Konsum von Bier in Deutschland immer geringer wird. Der Bierabsatz geht pro Jahr bis zu drei Prozent zurück, auch weil "gesunde Ernährung immer wichtiger für die Menschen wird", so Eichele. Das Brauerei-Handwerk in kleinen Betrieben Thüringens ist dennoch beliebt wie lange nicht.

Welches Bier trinken Sie am liebsten?

49% 132 Stimmen   Pils
8% 21 Stimmen   Craft-Bier
10% 26 Stimmen   Weizenbier
15% 41 Stimmen   Helles
15% 40 Stimmen   Schwarzbier
3% 8 Stimmen   Alkoholfreies

Stand: 25.04.2019 14:31:51 Uhr 268 Stimmen Die Abstimmungsergebnisse sind nicht repräsentativ.

Danke fürs Mitmachen! Die Abstimmung ist beendet.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 23. April 2019 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. April 2019, 08:38 Uhr