Covid-19 Corona-Pandemie: Situation in Thüringer Krankenhäusern spitzt sich zu

Immer mehr Thüringer Krankenhäuser reagieren auf die steigenden Coronazahlen. In Meiningen werden Intensivbetten und Personal knapp. In einigen Kliniken wurden Operationen abgesagt.

Das Helios Klinikum in Meiningen
Das Helios Klinikum in Meiningen Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Intensivbetten im Meininger Helios-Klinikum sind fast komplett ausgelastet. Wie der ärztliche Direktor Michael Hocke mitteilte, sind nur noch vereinzelt Betten frei. Seit Ende Oktober liegt nach Angaben Hockes die Belegungsquote der insgesamt 20 Intensivbetten zwischen 90 und 100 Prozent. Laut Angaben des DIVI-Intensivregister waren in Thüringen am Mittwoch 75,6 Prozent aller Intensivbetten belegt.

Notfallreserve kann eingerichtet werden

Für die Betreuung von Intensiv- sowie Schlaganfallpatienten stehen am Meininger Klinikum außerdem zwölf Intermediate-Care-Betten zur Verfügung. Bei Bedarf können zudem innerhalb von sieben Tagen weitere 29 Intensivbehandlungsplätze als Notfallreserve eingerichtet werden. Dann müsste der sonstige Klinikbetrieb aber eingeschränkt werden.

Klinikum Altenburger sagt Operationen ab

Das Klinikum Altenburger Land befindet sich seit Mittwoch im Notbetrieb. Alle planbaren Operationen sind abgesagt. Auch der ambulante OP wird geschlossen, wie eine Kliniksprecherin mitteilte. Hintergrund sind die hohen Corona-Fallzahlen in der Region und der Mangel an Pflegekräften. Soweit möglich, werden Stationen zusammengelegt. Am Klinikum Altenburger Land werden Stand Donnerstag 41 Corona-Patienten betreut; vier davon auf der Intensivstation. Bereits seit Ende Oktober gibt es am Klinikum Altenburger Land ein weitgehendes Besuchsverbot.

Intensivbetten werden in mehreren Kreisen knapp

Auch im Kyffhäuserkreis und in den Landkreisen Sonneberg und Hildburghausen werden die Intensivbetten wegen steigender Patientenzahlen knapp. Am Dienstag hatten bereits die Thüringen Kliniken in Saalfeld, Rudolstadt und Pößneck alle Operationen und Eingriffe abgesagt. Wie das Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt am Mittwoch mitteilte, wurde aufgrund der zahlreichen aktiven Coronafälle in Pößneck eine fünfte Pandemiestation eröffnet.

Situation in Gera angespannt

Das Waldklinikum Gera arbeitet derzeit noch im Regelbetrieb. Doch die Lage ist angespannt: Bei sechs bis zehn permanenten Intensivpatienten brauche es laut Ärzten wenig, um die Situation zu kippen. Die Zahl an Corona-Patienten auf Intensivstationen liegt dort auf einem hohen Niveau. Mehr in den Videos:

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 03. Dezember 2020 | 12:30 Uhr

24 Kommentare

lobo56 vor 6 Wochen

Über 10 Milliarden an Fluggesellschaften, über 4 Milliarden an die Automobilindustrie (was hat die mit Corona zu tun?), über 4 Milliarden an die Kohleindustrie, über U.u.u.
So billig sind die großen Konzerne noch nie an Steuergeld gekommen.
Was sind denn Geronte ????

lobo56 vor 6 Wochen

Völlig richtig. Aber die Privatisierung des Gesundheitssystems lief in den 90igern
Schon. Privat vor Staat.
Und privat will Profit machen auch mit Krankheit und Alter. Das der " Sozialstaat"
das zugelassen hat, den Lobbyisten den Weg geebnet hat, das ist der eigentliche Skandal.

ElBuffo vor 6 Wochen

In welchem dieser Jahre hatten wir eine solche Pandemie? Kann mich nicht erinnern. Muss dann lange vor der Wende gewesen sein.
Nennen Sie mir ein Land, das ständig (!) soviele Betten nebst dazugehöriger Infrastruktur UND Personal vorhält, dass man bei einer solchen Pandemie ohne oder kaum wirkende Gegenmaßnahmen weiter den ganz normalen Betrieb aufrecht erhält. Gibt es nicht. Kann nämlich niemand bezahlen. Erst recht nicht, wenn man gerade massiv der Wirtschaft auf der Kehle steht und Steuer- sowie Beitragseinnahmen wegsacken. Und trotzdem steht Deutschland hier noch ganz gut da. Wahrscheinlich ist das auch der Grund, warum sich die Regierung nicht zu wirksamen Maßnahmen durchringen mag. Oder es ist ein ganz zynisches Spiel mit den Geronten. Die sollen vielleicht glauben, dass Kita- und Schulschließungen irgendeinen Einfluss auf ihre Kontakte zu anderen Geronten hat. Am besten man echauffiert sich darüber ordentlich beim Kaffeekränzchen.

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