Großsaara | Birkigt Nach Jagdunfällen: Ermittlungen gegen vier Beschuldigte

Nach den beiden Jagdunfällen vor wenigen Wochen in Thüringen wird nun gegen insgesamt vier Beschuldigte ermittelt. Wie die Staatsanwaltschaft MDR THÜRINGEN mitteilte, handelt es sich um drei Tatverdächtige im Fall des Mitte Juli angeschossenen sechsjährigen Mädchens in Großsaara im Kreis Greiz. Dabei geht es um fahrlässige Körperverletzung. Ermittelt wird gegen den 31-jährigen Schützen, den sogenannten Ansteller und den Jagdpächter. Der mutmaßliche Schütze selbst hat sich bislang zu dem Unfall nicht geäußert.

Opfer war nicht an zugewiesenem Platz

Auf einem abgeernteten Feld stehen Polizisten zwischen zwei Polizeitransportern.
Auf diesem Feld bei Birkigt kam der Jäger ums Leben. Bildrechte: MDR/Vesselin Georgiev

Im Fall des drei Tage später getöteten Jägers bei Birkigt im Kreis Saalfeld-Rudolstadt hat der 28 Jahre alte Beschuldigte zu dem tödlichen Jagdunfall ausgesagt. Ihm wird fahrlässige Tötung vorgeworfen. Laut Staatsanwaltschaft haben die Ermittlungen bei dem tödlichen Jagdunfall ergeben, dass sich der zu Tode gekommene 56-Jährige zum Zeitpunkt des Schusses nicht auf der vorgeschriebenen Position aufgehalten hat. Damit bestätigte sie Angaben der Polizei Saalfeld, wonach das spätere Opfer den Stand verlassen haben und ins Schussfeld eines anderen Jägers geraten sein soll. Den Angaben zufolge soll er ein erfahrener Jäger gewesen sein.

Die Untersuchungen sind noch nicht ganz abgeschlossen. So liegt unter anderem das Ergebnis der ballistischen Untersuchung noch nicht abschließend vor. Teile des Projektils waren bei der rechtsmedizinischen Untersuchung sichergestellt worden. Der mutmaßliche Schütze ist seit 2013 im Besitz eines Jagdscheines. Laut Staatsanwaltschaft wird möglicherweise im Herbst Anklage erhoben.

Mutmaßlicher Schütze schweigt

Polizisten in einer Kleingartenanlage in Großsaara im Kreis Greiz.
Polizisten in der Kleingartenanlage in Großsaara, wo das Mädchen verletzt wurde. Bildrechte: MDR FERNSEHEN

Bei dem Unfall in Großsaara steht bereits zweifelsfrei fest, mit welcher Waffe geschossen wurde, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Gera sagte. Angaben habe der mutmaßliche Schütze aber nicht gemacht. Die ballistische Untersuchung ist jedoch abgeschlossen und das Projektil der entsprechenden Waffe zugeordnet. Sie gehört demnach zu einem sogenannten Jungjäger. Der 31-Jährige hat den Angaben nach seit 2016 eine Waffenbesitzkarte. Noch offen ist das Ergebnis der DNA-Untersuchung. Laut Staatsanwaltschaft muss die DNA der verletzten Sechsjährigen mit dem sichergestellten Projektil abgeglichen werden. Mit dem Ergebnis werde aber erst in ein paar Monaten gerechnet, so dass auch noch offen ist, wann Anklage erhoben wird.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 09. August 2018 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. August 2018, 09:41 Uhr

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2 Kommentare

09.08.2018 12:25 frank r. 2

Was sind dies für Schützen, wenn ich nicht erkennen kann auf was ich schieße, breche ich ab. Mich würde mal interessieren, wieviel Schüsse wirklich das Wild gleich töten, oder nur verletzen, nur um unbedingt einen Schuss abzugeben. Für mich hat das nichts mit einem Zufall zu tun, wenn ich nicht erkenne auf was ich Ziele.

09.08.2018 11:38 Krause - "lieber nackt als rechtsextremistisch!" 1

Zitat "Den Angaben zufolge soll er ein erfahrener Jäger gewesen sein."

Damit sagt man ja nur aus, daß auch 'erfahrene Jäger' stark gefährdet sind durch den Schusswaffengebrauch bei der 'Jagd' - wie eben auch 'im Garten spielende Kinder'!

Keine Schußwaffen - keine Schußverletzungen!

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