Besucher-Bilanz 42.000 Menschen bei Kirchentag in Thüringen

In Thüringen haben rund 42.000 Menschen die Veranstaltungen des "Kirchentags auf dem Weg" in Erfurt, Weimar und Jena besucht. Nicht in ganz Mitteldeutschland fiel das Interesse so groß aus. Zu den sechs regionalen Kirchentagen kamen deutlich weniger Teilnehmer als erwartet.

Rund 42.000 Menschen kamen in den drei Thüringe Städten Erfurt, Jena und Weimar zum "Kirchentags auf dem Weg". Allein etwa 20.000 Menschen haben die Veranstaltungen in Erfurt besucht, teilte die Evangelische Kirche mit. Das liege leicht über den Erwartungen, sagte ein Sprecher des evangelischen Kirchenkreises Erfurt am Samstag. In Jena und Weimar kamen rund 22.000 Menschen zu den zahlreichen Veranstaltungen im Rahmen des Kirchentags.

Klaus Töpfer
Klaus Töpfer Bildrechte: dpa

Der frühere Bundesumweltminister Klaus Töpfer (CDU) hat die Kirchen dazu ermutigt, in ihrem Engagement für Mensch und Natur nicht nachzulassen. Soziale Gerechtigkeit müsse immer auch wirtschaftliche Aspekte berücksichtigen. Das sagte er am Samstag am Rande einer Bibelarbeit in Erfurt. Er forderte von der Kirche, "immer auch global zu denken", gerade im Hinblick auf die Ausbeutung von Menschen und Natur in Entwicklungsstaaten. "Uns muss bewusst werden, inwieweit wir hier auf Kosten anderer leben", sagte Töpfer. In diesem Zusammenhang lobte er die 2015 veröffentlichte Umweltenzyklika "Laudato si" von Papst Franziskus. Sie sei ein "Paukenschlag" und gebe "wichtige Impulse". Die evangelische Kirche sei bei den Themen Umwelt und Natur weiter als die katholische, sagte Töpfer. Der ehemalige CDU-Politiker führte von 1997 bis 2006 lang das Umweltprogramm der Vereinten Nationen.

Die "Kirchentage auf dem Weg" in Thüringen gehen am Samstag zu Ende. Sie sind die regionalen Ableger des 36. Deutschen Berliner Kirchentages. Bis zum Abend wird es unter anderem in Erfurt, Weimar und Jena noch hunderte Konzerte, Vorträge und weitere Veranstaltungen geben.

Kirchentage auf dem Weg mit deutlich weniger Teilnehmern

Zu den sechs regionalen "Kirchentagen auf dem Weg" kamen jedoch deutlich weniger Teilnehmer als ursprünglich erwartet. Insgesamt werde mit 80.000 Besuchern gerechnet, teilten die Veranstalter am Samstag in Leipzig mit. "Wir haben auf das Dreifache der Zahlen hingearbeitet", sagte Hartwig Bodmann, Geschäftsführer des Vereins Reformationsjubiläum 2017.

Dennoch zeigten sich die Organisatoren der Protestantentreffen zufrieden. Inhaltlich und atmosphärisch seien die Veranstaltungen ein Erfolg gewesen. Besonders gut angekommen seien kleinere Formate wie die Kneipengespräche und die Bibelarbeiten.

Gemeinsam mit dem Berliner Kirchentag münden die "Kleinen Kirchentage" am Sonntag in den Abschlussgottesdienst auf den Elbwiesen in Wittenberg. Dort erwartet Bodmann bis zu 100.000 Teilnehmer.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR THÜRINGEN JOURNAL | 27.05.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. Mai 2017, 16:23 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

9 Kommentare

29.05.2017 10:01 Atheist - aus Mangel an Beweisen 9

| Rademacher 7
lach- schön das sie es richtig eingeordnet haben, der Spruch mit 2 deutschen Eltern und vier deutschen Großeltern kommt nicht von mir sondern von einer Kirchenvertreterin!!!!

29.05.2017 09:24 Sandra Bertram 8

Kein Wort vom Kirchentag zu den Christenverfolgungen und zum isl. Terror gegen Christen (zuletzt 29 ermordete Kopten), keine Gedenkminute- das ist schon beschämend. Gegen Angstmacher der AfD wettern, sich aber von 6000 Polizisten beschützen lassen- das ist neue Form von Humor.

Mehr aus der Region