Thüringer Migrationsbeauftragte Kruppa für Ausweitung der Schulpflicht von Migranten

Die Thüringer Migrationsbeauftragte Mirjam Kruppa plädiert für eine Ausweitung der Schulpflicht für junge Migranten. Diese sollte bis zum Alter von 18 Jahren gelten, sagte Kruppa MDR THÜRINGEN am Donnerstag. Die Schulpflicht wäre eine "gute Handhabe", dass Jugendliche, die sich langweilten oder keine Lust auf ein Integrationsangebot hätten, etwas "Vernünftiges tun". In anderen Bundesländern gebe es diese Schulpflicht bereits.

Ein Problem dabei sei jedoch, dass Geflüchtete in ihren Heimatländern teilweise nur wenige Jahre eine Schule besucht hätten. Das nachzuholen sei "extrem wichtig", um die Chancen auf eine Ausbildung oder eine Beschäftigung zu verbessern und um "in der Gesellschaft hier anzukommen". Allerdings sei eine Schulpflicht bis zum 18. Lebensjahr auch für deutsche Jugendliche sinnvoll, sagte Kruppa weiter.

Für eine Ausweitung der Schulpflicht bedürfe es verschiedener gesetzlicher Regelungen, die aber noch nicht existierten. Das sei für sie ein zentrales Thema, das sie als Beauftragte auch immer wieder anspreche.

Polizei in Jena agiert "besonnen"

Zum Umgang der Polizei mit einer Gruppe von mehrfach straffällig gewordenen jungen Migranten in Jena sagte Kruppa, sie halte das Vorgehen von Behörden und Polizei in der Stadt für sehr besonnen und zielgerichtet. Alle rechtstaatlichen Mittel würden genutzt. "Aber es wird auch nicht über-agiert", sagte Kruppa. "Wir haben ein rechtsstaatliches System, und es handelt sich um Jugendliche oder junge Erwachsene. Ob das nun eine deutsche Gruppe ist oder eine migrantische, da muss die Polizei ja gleichermaßen reagieren. Und sie tut das auch mit den Mitteln, die ihr zur Verfügung stehen." Die Möglichkeit, Menschen in Untersuchungshaft oder Haft zu nehmen, gebe es auch nicht bei jedem Delikt. Und letztlich müssten darüber auch Strafrichter entscheiden.

Im Bereich der Integrationsangebote für Migranten sei die Stadt Jena nach ihrer Ansicht gut aufgestellt, sagte Kruppa weiter. Das gelte sowohl für den professionellen wie auch für den Ehrenamtsbereich.

Ermittlungen zu mehr als 160 Delikten

Die Polizei in Jena ermittelt gegen die Gruppe mutmaßlicher Gewalttäter in mehr als 160 Fällen. Die Straftaten reichen demnach von Beamtenbeleidigung bis hin zu gefährlicher Körperverletzung. Die Gruppe besteht aus Jugendlichen syrischer, irakischer und afghanischer Herkunft. Auch einige Deutsche sollen dazugehören. Der Innenausschuss des Thüringer Landtags hatte sich bereits mit der andauernden Gewalt durch Jugendliche in Jena beschäftigt.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 22. Februar 2018 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Februar 2018, 15:30 Uhr

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33 Kommentare

23.02.2018 22:27 vigilando ascendimus 33

Von wegen, mit die Machtergreifung der SED-Linken geht das Abendland in Thüringen nicht unter.

23.02.2018 20:14 soleil 32

bitte die Schulen nicht noch mehr belasten !! danke!

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