Landtag muss noch zustimmen

Soforthilfe für freischaffende Künstler soll Lebensunterhalt sichern

Stand: 01. Mai 2020, 11:34 Uhr

Die Landesregierungen möchte freischaffenden Thüringer Künstlern während der Corona-Krise den Lebensunterhalt finanzieren. Das sieht ein Vorschlag von Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) vor. Ein entsprechendes Soforthilfeprogramm in Höhe von 2,6 Millionen Euro soll aus dem Corona-Landesfonds finanziert werden. Eine Sprecherin der Staatskanzlei sagte MDR THÜRINGEN, über die Hilfe müsse der Landtag entscheiden. Die Parlamentarier müssten gegebenenfalls auch einige Details klären, beispielsweise, ob das Geld rückwirkend gewährt werde.

Noch keine bundesweite Soforthilfe für Künstler

Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff. Bildrechte: Benjamin-Immanuel Hoff

Parallel habe Kulturminister Hoff den Bund gebeten, deutschlandweit eine Soforthilfe für Künstler ohne eigene Betriebsstätten aufzulegen. Das angedachte Thüringer Corona-Hilfsprogramm soll Kulturschaffenden nach dem Vorbild Baden-Württembergs vorübergehend 1.190 Euro monatlich für den Lebensunterhalt gewähren. Das soll beispielsweise selbständigen Musikern und Schauspielern helfen, die derzeit nicht auftreten dürfen und deshalb keine Einnahmen haben. Davon profitieren könnten insbesondere die 2.161 Thüringer Mitglieder der Künstlersozialkasse (KSK). Die Staatskanzlei-Sprecherin sagte, eine Überschneidung mit der bereits gültigen Corona-Soforthilfe gebe es nicht, weil diese nur Betriebskosten und nicht die Lebenshaltungskosten abdecke.

Selbstständige Künstler derzeit benachteiligt

Künstlerverbände und Institutionen wie der Landesmusikrat fordern vehement, eine solche finanzielle Hilfe in der Coronakrise. Die Kulturschaffenden kritisieren, dass es derzeit vom Wohnort abhänge, wem Unterstützung gewährt werde. Denn neben Baden-Württemberg hat auch Bayern ein solches Programm aufgelegt. Sollte der Landtag die Soforthilfe für Künstler beschließen, würden Thüringen nachziehen.

Ohne eine Hilfe zum Leben, würden selbständige gegenüber angestellten Künstlern benachteiligt. Hartz IV-Leistungen halten Kulturschaffende nicht für eine Alternative, weil dann ausschlaggebend ist, ob die gesamte so genannte Bedarfsgemeinschaft des Haushalts anspruchsberechtigt ist.

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Thüringer Soloselbstständige vor dem Existenz-Aus

CDU signalisiert Unterstützung

Die Thüringer CDU-Landtagsfraktion begrüßt die von der Landesregierung vorgeschlagene Künstlersoforthilfe. Der kulturpolitische Sprecher Jörg Kellner sagte MDR THÜRINGEN, den freischaffenden Musikern und Schauspielern müsse geholfen werden. Über die Notwendigkeit habe die CDU-Fraktion auf ihrer letzten Fraktionssitzung gesprochen. So eine Unterstützung zum Lebensunterhalt sei der richtige Weg, um die Kultur zu sichern.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/ask

Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN - Das Radio | 01. Mai 2020 | 11:00 Uhr

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