Thüringer des Monats April ist Maximilian Lörzer vom Psycho-Chor der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Maximilian Lörzer ist unser Thüringer des Monats April Bildrechte: MDR/David Dienemann

Ehrenamt Maximilian Lörzer aus Jena ist Thüringer des Monats April

Unser Thüringer des Monats April ist Maximilian Lörzer aus Jena. Der 29-Jährige hat den sogenannten Psycho-Chor der Friedrich-Schiller-Universität Jena gegründet. Inzwischen singen 70 Musik-Begeisterte mit ihm mit.

Thüringer des Monats April ist Maximilian Lörzer vom Psycho-Chor der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Maximilian Lörzer ist unser Thüringer des Monats April Bildrechte: MDR/David Dienemann

Thüringer des Monats April ist Maximilian Lörzer aus Jena. Der 29-Jährige leitet seit bereits sieben Jahren ehrenamtlich ein richtig großes Projekt: den Psycho-Chor der Friedrich-Schiller-Universität Jena mit rund 70 Sängerinnen und Sängern.

Den hat er selbst gegründet, ganz nach dem Motto: "Grundsätzlich sind alle Menschen musikalisch." Trotzdem war es für den damaligen Lehramtsstudenten für Musik und Geschichte am Anfang gar nicht so einfach, Leute zu finden, die mitmachen. Seine Freundin Carolin Altmann hat deshalb am Institut für Psychologie, wo sie studiert hat, per E-Mail Mitstreiter gesucht. Zunächst stand die Finanzierung noch auf wackligen Beinen, erzählt Carolin. "Da haben wir gesagt: Am Institut gibt es einen Fördertopf, da können wir für 50 Euro Noten kopieren." Im Gegenzug musste irgendwie "Psychologie" im Namen des Chores vorkommen. So war der "Psycho-Chor" geboren. Er ist längst ein gemeinnütziger Verein. Den Namen trägt er noch heute, "weil er im Ohr bleibt".

Thüringer des Monats April ist Maximilian Lörzer vom Psycho-Chor der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Angebotslücke gefüllt - Pop-Chöre gibt's nur wenige Bildrechte: MDR/David Dienemann

Längst singen Studenten und Doktoranden aus der gesamten Uni mit, aus der Ernst-Abbe-Hochschule und auch aus Weimar und Erfurt. Der Zulauf ist ungebrochen groß. Klar, nach Abschluss des Studiums gehen viele Chormitglieder wieder, aber inzwischen gibt es einen Stamm von Leuten, die bleiben. Und für einige war der Chor schon maßgeblich bei der Entscheidung, in welcher Stadt sie arbeiten oder ihr Masterstudium fortführen wollten.

"Wir haben einfach die Lücke gefunden, dass es in Thüringen kaum Angebote gibt für moderne Pop-Rock-Chöre. Und diese Lücke füllen wir offenbar ganz gut aus", erzählt Maximilian Lörzer. Und er ergänzt: "Modern kann vieles sein - Sachen, die man aus dem Radio kennt, Filmmusik, aktuelle Pop- und Rock-Titel und solche aus den vergangenen Jahrzehnten. Dazu auch klassische Chorlieder, das kommt beim Publikum sehr gut an."

Konzerte in verschiedenen Thüringer Städten und immer auch in Jena gehören am Semesterende zum festen Programm. In diesem Sommer können sich die Mühlhäuser, Rudolstädter und Saalfelder freuen.

Thüringer des Monats April ist Maximilian Lörzer vom Psycho-Chor der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Etwa 70 Sänger und Sängerinnen engagieren sich im Chor Bildrechte: MDR/David Dienemann

Gute 20 Stunden in der Woche investiert Maximilian Lörzer, der hauptberuflich als Hortner die Kinder an der Jenaer Südschule nachmittags betreut, für seine ehrenamtliche Arbeit als Chorleiter - am Anfang und Ende des Semesters sowie vor Konzertterminen auch deutlich mehr. Dann ist unheimlich viel zu tun. Dafür bekommt er aber auch viel Unterstützung. "Ich bin wahnsinnig stolz darauf, dass wir so gut organisiert sind, weil wir einen Haufen Leute haben, die sich unglaublich engagieren und sehr, sehr viel Zeit opfern um mitzuarbeiten." Maximilian hat schon oft gehört, dass der Psycho-Chor mit seiner Struktur und Organisation ein Vorbild für die Arbeit anderer Chöre sein kann.

Und der Jenaer Psycho-Chor hat auch internationale Kontakte geknüpft. So zum Beispiel seit ein paar Jahren als musikalische Verlängerung des "Weimarer Dreiecks". Gemeinsame Projekttage mit Chören der Thüringer Partnerregionen Picardie in Frankreich sowie Kleinpolen gab es schon in Weimar und im nordfranzösischen Amiens, in diesem Herbst wird Krakau der Gastgeber sein.

Thüringer des Monats April ist Maximilian Lörzer vom Psycho-Chor der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Freut sich sichtlich über die Auszeichnung: Maximilian Lörzer Bildrechte: MDR/David Dienemann

Die bisher größte Ehre und das gleichzeitig aufwendigste Projekt war für den Psycho-Chor der Jenaer Universität eine Einladung zu einem Konzertprojekt in New York. Eingeladen hatte Deke Sharon, der weltweit bekannte A-Cappella-Pop-Arrangeur und Komponist. Mitte März durften 49 Chormitglieder aus Jena im New Yorker Lincoln Centre vor 2.800 Zuschauern auftreten und außerdem noch Konzerte im Hauptgebäude der Vereinten Nationen und gemeinsam mit dem Chor einer High School geben. "Das war am Ende eine unglaubliche phantastische Reise, die uns sehr zusammengeschweißt und bei allen einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat", freut sich unser Thüringer des Monats.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 27. April 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. April 2018, 20:27 Uhr

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