Frau erklärt Kindern in Feuerwehrmontur Schlauch-Anschlussstück
Es geht bei der Nachwuchsausbildung auch um Technikwissen, das für den Ernstfall ganz fest sitzen muss. Bildrechte: MDR/David Dienemann

Ehrenamt Johanna Ausmeier aus Gerbershausen ist Thüringerin des Monats Juli

Ihr Vater brachte sie zur Feuerwehr: Johanna Ausmeier aus Gerbershausen ist seit der Gründung des Wehr des Eichsfeldorts 1995 dabei. Inzwischen bildet sie den Nachwuchs aus - eine Arbeit, die hunderte ehrenamtliche Einsatzstunden pro Jahr bedeutet. Dafür wurde sie nun als Thüringerin des Monats Juli ausgezeichnet.

Frau erklärt Kindern in Feuerwehrmontur Schlauch-Anschlussstück
Es geht bei der Nachwuchsausbildung auch um Technikwissen, das für den Ernstfall ganz fest sitzen muss. Bildrechte: MDR/David Dienemann

Sie ist mit ganzer Energie und höchster Motivation Feuerwehrfrau, und das von Kindesbeinen an. "Wenn die Sirene geht und ich mal nicht kann und bin nicht beim Einsatz dabei, das kribbelt", sagt die 36-Jährige. Dabei ist die Mutter zweier Söhne im Alter von drei und sechs Jahren voll berufstätig, und die junge Familie baut gerade ein Haus.

Familiär geprägt

Aber Johanna Ausmeier kennt es nicht anders: Ihr Vater hat sie und ihre Schwester als Kinder mit zur Feuerwehr genommen. Und als dann 1995 in Gerbershausen eine Jugendfeuerwehr gegründet wurde, war sie sofort mit dabei – und später auch in der Einsatzgruppe. Seit 16 Jahren leitet sie in Gerbershausen als Jugendwartin selbst den Feuerwehr-Nachwuchs zwischen sechs und 16 Jahren an.

Zwischenzeitlich war sie sogar für mehrere Jahre im Landkreis für insgesamt mehr als 90 Feuerwehren zuständig. Das war aber mit der Geburt ihres zweiten Kindes für sie dann nicht mehr zu schaffen.  Ohnehin schätzt sie, dass sie für ihr wichtiges, Leben rettendes Ehrenamt pro Jahr gut 1.000 Stunden investiert – die Statistik darüber hat sie irgendwann mal aufgegeben.
Mit Kindern arbeitet Johanna Ausmeier sehr gern. "Der Draht zu Kindern war schon immer da", erzählt sie. "Als kleines Kind wollte ich gern Erzieherin werden." Alle zwei Wochen freitags trainiert sie mit den derzeit 14 Mädchen und Jungen in der Jugendfeuerwehr des Ortes.

Das Wichtigste ist das Einmaleins für alle Einsätze: Wie wird ein Brand richtig gelöscht und wie kommt das Wasser vom Einsatzfahrtzeug bis vor an die Flammen? Die Praxis macht den Kindern viel Spaß, weil sie hier auch spielerisch lernen können. Dazu gehören aber auch das fachgerechte Binden von Knoten sowie einige wichtige theoretische Grundlagen, zum Beispiel zur Ersten Hilfe und zum richtigen Einsatz der Technik.

Auch Wertungsrichterin bei Wettkämpfen

Mit dem Fachwissen und den praktischen Fertigkeiten bereitet Johanna Ausmeier die Mädchen und Jungen auch auf Wettkämpfe der Jugendfeuerwehren vor. Hier ist sie auch im Auftrag des Landesverbandes oft als Wertungsrichterin im Einsatz. Das bedeutet noch einmal viele Stunden ehrenamtlicher Tätigkeit an den Wochenenden für sie. "Wenn unser Landesjugendwart anruft, dann habe ich auch so einen Sprachfehler und kann nicht ‚nein‘ sagen", erzählt unsere Thüringerin des Monats. Nur gut, dass sie einen verständnisvollen Arbeitgeber hat. Beim Landkreis Kassel ist sie im Jobcenter tätig und wird für Einsätze und auch die Arbeit in der Jugendfeuerwehr oft freigestellt, wenn es dringend erforderlich ist. Dafür ist sie sehr dankbar.

Dankbar für so viel Engagement ist natürlich auch Landesjugendfeuerwehrwart Jörg Deubert. Er kennt Johanna Ausmeier schon seit vielen Jahren und sagt, sie habe sich die Auszeichnung als "Thüringerin des Monats" wirklich verdient, weil sie sich intensiv um die Jugendfeuerwehr und auch um die Arbeit im Landesverband kümmere.

Die 36-Jährige sieht ihre Auszeichnung auch stellvertretend für ihre Kameradinnen und Kameraden. Denn allein könne sie das alles natürlich nicht leisten. Und sie ist auch froh, dass sie als Jugendwartin eine sehr engagierte Stellvertreterin hat, der sie zutraut, das Amt irgendwann übernehmen zu können.

Ihre eigenen Kinder möchte Johanna Ausmeier auch gern mit der Jugend-Feuerwehr vertraut machen. Ihr älterer Sohn hat schon eine eigene Uniform und kommt je nach Lust und Laune und ganz ohne Druck ab und zu mit zum Training und zu Veranstaltungen. Der jüngere Sohn hat dafür noch ein paar Jahre Zeit. Dagegen ist der Ehemann unserer Thüringerin des Monats nicht in der Feuerwehr. "Jeder soll sein eigenes Hobby haben", meint sie. "Und er ist im Schützenverein."

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Fazit | 27. Juli 2018 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. Juli 2018, 20:06 Uhr

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