Die BND-Akte Politbüro Horst Sindermann

* 5.9.1915 - † 20.4.1990

Mitglied des Politbüros des ZK der SED, Vorsitzender des Ministerrats

Der Newcomer von 1967, Horst Sindermann, ebenfalls Journalist, zeigte dem BND zufolge "große Wendigkeit". Sindermann sei gebildet, entspreche nicht dem "Typ eines Prolet-Funktionärs", führe intellektuell und straff Redaktionen und propagiere Optimismus für kommunistische Ziele mit den Worten: "Man könne nicht genug hassen und müsse daher immer angreifen". Eine besondere Schwäche habe Sindermann für politische Karikaturen: "Von ihm stammende politische Karikaturen waren besonders scharf und unversöhnlich."

Sindermanns Beziehungen zu Ulbricht beschrieb der BND als eng. "im persönlichen Leben soll Sindermann darauf bedacht sein, den kommunistischen Lebensstil einzuhalten." Ähnlich wie bei Honecker unterstellte der Geheimdienst Sindermann eine Vorliebe für "minderjährige Abhängige", dasselbe übrigens tat der BND auch bei Karl-Eduard von Schnitzler. Möglicherweise sei das, so eine Quelle, jedoch nur ein Gerücht, was vom Kontrahenten Albert Norden in die Luft gesetzt wurde.

Zuletzt aktualisiert: 28. Juni 2017, 16:27 Uhr