Joachim Herrmann (GDR/ZK der SED), 1987.
Joachim Herrmann Bildrechte: IMAGO

Die BND-Akte Politbüro Joachim Herrmann

* 29.10.1928 - † 30.7.1992

Mitglied des Politbüros des ZK der SED, Chefredakteur des "Neuen Deutschland"

Joachim Herrmann (GDR/ZK der SED), 1987.
Joachim Herrmann Bildrechte: IMAGO

Den einstigen Chefredakteur des "Neuen Deutschland" und Staatssekretär für westdeutsche Fragen, Joachim Herrmann, als "Medientheoretiker" zuständig für Agitation, schätzte der BND mit drei Attributen ein: "begabt", "skrupellos", "verschlagen". In den späteren Jahren erweiterte der BND sein Dossier. Herrmann galt "als getreuer Apparatschik mit nur geringer Intelligenz.“ Und weiter galt: Herrmann "mag keinerlei Kritik", "hält offenbar gerne langatmige Monologe", habe eine "arrogante Art". Trotzdem stehe Herrmann in der Gunst von Honecker. Als Honeckers Kronprinz komme er allerdings nicht in Frage. Später hieß es: Seine „hohe intellektuelle Begabung, seine erworbene Beweglichkeit und der hervorragende politische Instinkt zur Problemlösung“ würden ihn zum Nachfolgekandidat machen. Eine andere Quelle bezeichnete Joachim Herrmann als intelligent und überdurchschnittlich fleißig, nur habe er eben eine etwas zwiespältige Persönlichkeit, die "skrupellos" ihren Weg gehe.

Privat angele der "lange Herrmann" gern, würde im Familienleben oder im Urlaub gern seine politische Arbeit vergessen, beispielsweise auf der Insel Vilm vor Rügen oder im ZK-Heim im Ostseebad Baabe. Überhaupt erbringe er wohl im Politbüro am wenigsten Leistung, die sowjetische Führung halte ihn gar für "unfähig und dumm". Er sei ein eitler wenig ideenreicher, "getreuer durchsetzungsfähiger Apparatschik seines Generalsekretärs".

Zuletzt aktualisiert: 28. Juni 2017, 16:26 Uhr