Die BND-Akte Politbüro Paul Verner

* 26.4.1911 - † 12.12.1986

Mitglied des Politbüros des ZK der SED, 1. Sekretär der Bezirksleitung Berlin der SED

Paul Verner galt dem BND als "Berufsrevolutionär", als "Einpeitscher" oder  "Konfliktstratege" der Partei. Verner, der viele Jahre im Politbüro agierte, verstand sich den Quellen zufolge sowohl mit Ulbricht als auch mit Honecker. Verner war zuständig für alle Sicherheitsfragen in Kirche, Jugend oder Sport, und später auch für die Westarbeit der SED. Damit hatte er eine relativ große Macht innerhalb des Politbüros, er vertrat Honecker auch in dessen Abwesenheit. Ansonsten habe er jedoch kaum machtpolitische Ambitionen, sondern halte sich eher im Hintergrund. Andererseits registrierte der BND, dass Verner bei den diversen Parteisäuberungen eine maßgebliche Rolle gespielt habe. Besonders scharf sei er auf dem V. Parteitag 1958 aufgetreten. Die Quellen des BND teilten mit, Verner sei äußerst redegewandt, lege viel Wert auf ein gepflegtes Äußeres, wirke ansonsten "kalt und berechnend". Über seine Familienverhältnisse konnte der Geheimdienst nichts ermitteln.

Zuletzt aktualisiert: 28. Juni 2017, 16:25 Uhr