Arafats Thüringer "General" - Wo ist Udo Albrecht? Erste Straftaten

Bereits als Teenager begeht Albrecht Straftaten. Im August 1957, da ist er 17 Jahre, erhält er nach einem Hausfriedensbruch eine Ermahnung. Am 12. September 1957 wird er in Neukirchen erstmals erkennungsdienstlich registriert. Im Januar 1958 wird er vom Jugendgericht Moers wegen Einbruch, Kfz-Diebstahl und Falschmünzerei zu 21 Tage Jugendarrest verurteilt. Im März folgt die nächste Strafe: In den Niederlanden wird er wegen Devisenvergehen für sieben Tage in eine Zwangserziehungsanstalt eingewiesen. In dieser Zeit hat Albrecht offenbar keine Energie mehr für die Schule. "Wegen geringer Leistung" sei er 1957 vom Aufbau-Gymnasium "Adolfinum" in Moers abgegangen, sagt er später aus. Ein Gericht stellt fest: "In diesen zwei Schuljahren war der Angeklagte im Wesentlichen auf sich gestellt; niemand hielt ihn zu intensivem Arbeiten an. Die Verhältnisse in der Bundesrepublik waren andere, als er sich erträumt hatte." Gleichzeitig stellt Albrecht fest, dass sich in der Bundesrepublik niemand für eine Befreiung der DDR von den Russen interessiere. Stattdessen habe "eine grenzenlose Interessenlosigkeit gegenüber den Deutschen in der DDR" vorgeherrscht.

Falschmünzerei, Urkundenfälschung und Verabredung zu Verbrechen.

Nach dem Abgang vom Gymnasium beginnt Albrecht eine Maschinenbaulehre. Doch als er seinen Ausbilder hintergeht, wird die Lehre beendet. Im Sommer 1958 zieht Albrecht aus der elterlichen Wohnung in Neukirchen-Vluyn aus und geht nach Homberg (Kreis Moers). In der Druckerei des "Duisburger Generalanzeigers" arbeitet er nun als Hilfsarbeiter. Die ersten Strafen sind ihm keine Lehre. Albrecht stellt mit einem früheren Klassenkameraden, der ebenfalls aus der DDR stammt, Fünf-Mark-Stücke und 20-Mark-Scheine her. Mitte September 1958 wird Albrecht festgenommen und kommt in Untersuchungshaft. Der Grund: fortgesetzte Falschmünzerei, fortgesetzte versuchte Urkundenfälschung und Verabredung zu Verbrechen. Außerdem wird ihm der Diebstahl von Ausweisen, Kfz-Briefen, Kennzeichen und Autos vorgeworfen. Am 22. Januar 1960 wird er von der Jugendkammer des Landgerichtes Kleve zu drei Jahren Jugendstrafe verurteilt. Anfang Oktober 1960 kommt er aus dem Gefängnis vorzeitig frei und zieht wieder zu den Eltern. Einen Job findet er in einer Maschinenfabrik in Moers.

Am 18. März 1961, noch in der Bewährungszeit, wird er erneut festgenommen. Der Vorwurf: fortgesetzte schwere Diebstähle, fortgesetzter Betrug, Urkundenfälschung. Albrecht hatte Autos, Blanko-Kfz-Briefe und Stempel gestohlen. Mit gefälschten Kfz-Briefen verkaufte er die gestohlenen Autos. Auch in sein ehemaliges Gymnasium brach Albrecht ein. Dort beschaffte er sich ein Reifezeugnis, setzte den Namen "Albrecht von Allberg" ein und bewarb sich für das Sommersemester 1961 an der Freien Universität Berlin. Die Jugendkammer in Moers verurteilt ihn am 18. Oktober 1962 zu vier Jahren Gefängnis. In der Haft erlernt er per Fernkurs den Beruf des Programmierers.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 31. März 2019 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 31. März 2019, 05:01 Uhr

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