Gläserner Bürokomplex mit Erfurter Dom im Hintergrund
Neubau der Landesentwicklungsgesellschaft in Erfurt. Bildrechte: Landesentwicklungsgesellschaft

Jubiläum 25 Jahre Landesentwicklungsgesellschaft

Die Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG) feiert ihren 25. Geburtstag - als Mitarbeiterfest im Erfurter Brühl. Hier hat vor einem Vierteljahrhundert die Unternehmensgeschichte auch begonnen.

von Matthias Thüsing

Gläserner Bürokomplex mit Erfurter Dom im Hintergrund
Neubau der Landesentwicklungsgesellschaft in Erfurt. Bildrechte: Landesentwicklungsgesellschaft

"Rückblickend ist die Gründung der LEG selbstverständlich ein Erfolg“, sagt Jörg Schwäblein. Er war im Mai 1992 Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion. Nach dem Vorbild Hessens und auf Initiative der Union wurde die Landesentwicklungsgesellschaft im Mai 1992 aus der Taufe gehoben. Den Erfurter Ortsteil Brühl kannte Schwäblein noch von seinem Beruf vor der Wende. Funkwerk und Mikroelektronik teilten sich den Standort. "Das war alles heruntergekommen, völlig kaputt“, sagt Schwäblein. Man müsse doch nur schauen, was die LEG aus dem Viertel gemacht habe.

Das Land neu beleben

Der Sprecher der Geschäftsführung der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG) Andreas Krey
Andreas Krey (im Bild) und Frank Krätzschmar sind Geschäftsführer der LEG. Bildrechte: dpa

Brachflächen kaufen, Altlasten sanieren, Altbauten abreißen oder herrichten - und die Standorte somit neu beleben. Das war die vordringliche Aufgabe der landeseigenen Gesellschaft in den vergangenen 25 Jahren. Etwa 230 Hektar an Wohnbaulandflächen und rund 2.000 Hektar Industrieflächen wurden im vergangenen Vierteljahrhundert erschlossen und meist an die Endnutzer weiter verkauft oder seltener vermietet.

1995 kam als zweites wichtiges Standbein die Akquisition von Industriebetrieben und das Thüringen-Marketing hinzu. Dazu hat die LEG Gewerbegebiet neu erschlossen oder Altstandorte für industrielle Zwecke entwickelt. "Seit 1992 hat die Landestochter insgesamt Investitionen in Höhe von 10 Milliarden Euro ausgelöst und etwa 67.000 Arbeitsplätze dauerhaft neu geschaffen“, zieht LEG-Sprecher Holger Wiemers Bilanz.

Im Brühl hat es geklappt - auch wenn die letzten geplanten Investitionen wie etwa ein Hotelhochhaus noch auf sich warten lassen. Auch der historische Kern von Schleusingen wurde mit Hilfe der LEG schon bis 2004 weitgehend durchsaniert. Auf der alten Militärliegenschaft auf dem Eisenacher Kindel wurde ein gut laufendes Gewerbegebiet entwickelt. 2010 erhielt die LEG vom damaligen Wirtschaftsminister Matthias Machnig zudem die "neu gegründete Thüringer Energie und Greentech-Agentur" (Thega) zugewiesen. Die Standortentwickler sind seitdem auch in die Energiewende Thüringens eingebunden. Ein Jahr später erhielt das Unternehmen zudem den Auftrag, sich um den Fachkräftemangel in Thüringen zu kümmern - und gegenzusteuern. Vor allem mit großangelegten Werbeaktionen versucht die LEG seitdem Pendler, die Thüringen bislang noch unter der Woche verlassen, auf Arbeitsplätze im Land umzuleiten. Ein echter Erfolg ist hier bislang jedoch ausgeblieben.

Neues "Stadtviertel" am Güterbahnhof

Nicht alles, was die LEG in den vergangenen 25 Jahren angefasst hat, ist ein Erfolg geworden. Etwa in Rositz im ostthüringischen Landkreis Altenburg. Seit dem Zweiten Weltkrieg ist die Landschaft hier mit Teerrückständen stark belastet worden, ein ganzer See bestand hier aus Abfällen der Teerproduktion. Die Landesentwicklungsgesellschaft hat Anfang der 90-er Jahre den Auftrag bekommen, die Umweltsünde zu beseitigen. Mehr als zehn Jahre und 70 Millionen Euro hat die LEG dafür aufgewandt. Gelungen ist die Sanierung jedoch nur zum Teil. Der See ist heute zwar fachgerecht abgedeckt. Doch die Verseuchung des Grundwassers konnte auch die Landesentwicklungsgesellschaft nicht verhindern.

Am Donnerstagabend in Erfurt feierte Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee mit der Belegschaft der LEG den 25. Geburtstag. Es ist ein Termin, bei dem Ängste um die Arbeitsplätze sicherlich keine Rolle spielten. Denn das nächste Großprojekt hat die LEG bereits 2013 gefunden. Auf dem Gelände des ehemaligen Erfurter Güterbahnhofs soll nach und nach ein neuer Gewerbe- und Wohnstandort entstehen - ein ganzes Stadtviertel groß. Das dauert. Ähnliche Projekte - etwa in Mannheim - haben das gezeigt. Bis 2030 haben die Projektentwickler mit diesem Standort wenigstens zu tun.

Zuletzt aktualisiert: 16. Juni 2017, 10:51 Uhr

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2 Kommentare

16.06.2017 08:33 andre 2

Das was sie macht, macht sie gut aber leider lässt man sie nicht immer das machen, wozu sie eigentlich da ist.
Ich frage mich, wieso die neu erschlossenen Grundstücke auf dem Ringelberg nicht über die LEG vergeben werden, sondern über Anhöck&Köllner, genau für solche Projekte wäre die LEG eigentlich zuständig! Das wird doch wohl hoffentlich nicht´s mit den Mehreinnahmen über die Grunderwerbssteuer zu tun haben oder lieber Herr Bausewein?! Hier sollte man mal prüfen, ob alles mit rechten Dingen zugegangen ist...

15.06.2017 19:51 Wozu? 1

So richtig erschließt sich mir nicht, ob die Landesentwicklungsgesellschaft "lebensnotwenig" für unser Land ist. Das, was diese Gesellschaft tut, regelt sich meist von allein und kostet nur Riesengehälter.

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