Bad Blankenburg Thüringer Landessportbund fordert mehr Geld

Der Landessportbund Thüringen hat bei seiner Mitgliederversammlung am Samstag in Bad Blankenburg vier zentrale Forderungen an die Landespolitik formuliert. Sie betreffen den Abbau des Investitionsstaus bei Thüringer Sportstätten von derzeit rund einer Milliarde Euro, die Aufnahme des Ehrenamts als Staatsziel in die Thüringer Verfassung, die bessere Finanzausstattung des organisierten Sports und die Aufnahme eines Bewegungsprogramms und Motoriktests in das Lehrprogramm der Thüringer Schulen.

Prof. Dr. Stefan Hügel (Präsident Landessportbund Thüringen)
LSB-Präsident Prof. Stefan Hügel (Archivbild) Bildrechte: imago/foto2press

"Vor allem im kommunalen Bereich gibt es einen steigenden Anteil an maroden und sich in schlechtem Zustand befindliche Sportstätten. Da sind deutlich mehr Anstrengungen notwendig", sagte LSB-Präsident Stefan Hügel zur ersten Forderung. Bei der Aufnahme des Ehrenamts in die Landes-Verfassung gehe es laut Hügel "nicht um Unsummen zur Förderung. Es geht vielmehr um Erleichterungen wie steuerliche Vergünstigungen und Wertschätzung".

Die dritte Forderung betrifft die kontinuierliche Erhöhung der LSB-Gelder. Aktuell erhält der Landesverband jährlich 9,58 Millionen Euro aus den Spieleinsätzen von Lotto Thüringen. Da Gehaltsanpassungen dringend notwendig seien und der LSB-Haushalt eine Aufstockung nicht zuließe, benötige man einen größeren Topf. Umso mehr bedankte sich Hügel für die Erhöhung der Trainerförderung um 743 000 Euro. "Das ermöglicht eine deutliche Anpassung der Trainervergütung ab dem 1. Januar 2020. Ohne weitere Anpassung hätte wohl die Abwanderung von Trainern im Nachwuchsleistungssport gedroht", betonte Hügel.

Derzeit sind über 30 Prozent der Kinder im Freistaat weder Mitglied in einem Sportverein oder einer Sport-AG der Schule. "Doch jeder Euro für den Kindersport ist gut investiert in die Prävention im Hinblick auf Gesundheits-, Jugend- und Sozialpolitik", erklärte LSB-Hauptgeschäftsführer Thomas Zirkel. Dem Landessportbund gehören derzeit mehr als 366.000 Mitglieder in 3.392 Sportvereinen an. Das sind rund 17,1 Prozent der Thüringer Bevölkerung.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dr, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten regional | 17. November 2019 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. November 2019, 16:12 Uhr

2 Kommentare

GerdMueller vor 3 Wochen

Ich frage mich manchmal, woher das ganze Geld kommen soll. Die EZB Geldpressen laufen schon heiß, aber zum Glück, bleibt die Inflation immer unter 2%, wie das die immer hinbekommen bleibt mir ein Rätsel.

martin vor 3 Wochen

Sportförderung an Schule und in den Sportvereinen ist sicher wichtig. Weshalb dafür der Haushalt des LSB erhöht werden muss, ist mir nicht ersichtlich. Denn dort geht es m.E. eher um die Förderung des Spitzensports. Aber wenn Oberhof schon zig Millionen "oben drauf" bekommt, dass kann der LSB natürlich nicht leer ausgehen. Schon klar.

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