Feierstunde Thüringer Landtag als Zentrum des demokratischen Lebens gewürdigt

Eine Feierstunde am Samstag erinnerte an die Konstituierung des ersten Thüringer Landtags nach der Wiedervereinigung vor 30 Jahren. Dabei wurde auch ein Denkmal für Eduard-Rosenthal enthüllt.

Mit einem ungewöhnlichen Denkmal erinnert der Thüringer Landtag an den Autor der ersten demokratischen Thüringer Verfassung nach der Landesgründung 1920, Eduard Rosenthal (1853-1926).

In einer Feierstunde am Samstag wurde eine in das Mauerwerk eingebrachte Metallhülse mit einem Zitat Rosenthals eingeweiht. Die von den Künstlern Horst Hoheisel und Andreas Knitz entworfene "Erkundungsbohrung" steht symbolisch dafür, dass die Nationalsozialisten die Erinnerung an den jüdischen Verfassungsrechtler, ehemaligen Jenaer Universitätsrektor und Demokraten tilgten. Der Landtag ist einer von vier weiteren Standorten des dezentral angelegten Denkmals. Sie befinden sich in Jena unter anderem an der Universität und in Weimar an der Musikhochschule, die einst Sitz des Landtags war.

Das eingeweihte Denkmal für den Autoren der ersten Thüringer Landesverfassung von 1920, den Juristen Eduard Rosenthal, am Gebäude des Thüringer Landtages.
Die von den Künstlern Horst Hoheisel und Andreas Knitz entworfene "Erkundungsbohrung" am Landtag. Bildrechte: dpa

Am 25. Oktober erste Landtagssitzung

Nach dem Ersten Weltkrieg und der Abschaffung der Monarchie in Deutschland war 1920 das Land Thüringen gegründet worden. Die Feierstunde erinnerte auch an die Konstituierung des ersten Thüringer Landtags nach der Wiedervereinigung vor 30 Jahren. Nach den Landtagswahlen am 14. Oktober 1990 war das Parlament am 25. Oktober 1990 erstmals zusammengetreten. Drei Jahre später verabschiedete es die heutige Landesverfassung.

Etwa 900 Gesetze in 30 Jahren beschlossen

Thüringens Landtagspräsidentin Birgit Keller würdigte in der Feierstunde zum Gedenken an die erste Sitzung vor 30 Jahren in Erfurt den Landtag als Mittelpunkt des demokratischen Lebens im Freistaat. Sie sagte am Samstag, seitdem seien rund 900 Gesetze beschlossen worden, die das Leben der Thüringer prägen.

Viele Themen seien kontrovers debattiert worden, so Kreisgebietsreformen, der kommunale Finanzausgleich, Fragen der sozialen Gerechtigkeit oder Schulreformen.

Finanzministerin Heike Taubert als dienstälteste Ministerin sagte, im Landtag sei parteiübergreifend demokratisch um gute politische Lösungen gerungen worden. Es sei atemberaubend, was in vergleichsweise wenigen Jahren geschafft wurde. Eins der Fundamente dafür sei die Landesverfassung.

Quelle: MDR THÜRINGEN/gh

6 Kommentare

Breakpoint vor 5 Wochen

@peterBKL --- Den Blumenstrauß fallen zu lassen, war ein spontaner Ausdruck des "Fremdschämens". Susanne Hennig-Wellsow lieferte uns ein Bild für die Geschichtsbücher! --- Und schauen Sie sich dabei mal den Gesichtsausdruck des angeblich nach "AfD-Bananen-Zuwurf ausgerutschten", also herbeigetricksten "neuen" Ministerpräsidenten an! --- Spätestens in diesem Moment hat Thomas Kemmerich begriffen, dass er auf der politischen Großschanze abwärts fährt, nur mit Cowboystiefeln an den Füßen. --- Der MP-"Stinkefinger" im Parlament war nicht zu rechtfertigen. Das wird für den Regierungschef noch Konsequenzen haben. Allerdings richtete sich die obszöne Geste gegen ein provozierendes Schandmaul. Die enorme Popularität Bodo Ramelows ist, wie aktuelle Umfragen zeigen, deswegen nicht gesunken. 😎

peterBKL vor 5 Wochen

Ich finde es schon erstaunlich, dass ein Landtag, wo man einen rechtmäßig gewählten Ministerpräsidenten Blumen vor die Füße werfen kann dafür noch Beifall bekommt und wo ein Ministerpräsident Angeordneten den Stinkefinger ohne Abmahnung zeigen darf, als Zentrum des demokratischen Lebens würdigt.

Nawienn vor 5 Wochen

Hallo MAENNLEIN,
sehr gut geschrieben und beschrieben.
Der Herr Rosenthal hat damals auch nicht
an die jetzige Konstellation einer Regierung gedacht.
Alles in allen,Ihr Text ist für die Abteilung
" Das Wort zum Sonntag" vorgeschlagen
und wird hoffentlich als solches prämiert.

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