Direktkandidaten im Porträt Georg Maier (SPD) | Wahlkreis 14 (Gotha I)

Zur Landtagswahl 2019 in Thüringen haben wir den Direktkandidatinnen und -kandidaten Fragen zur Person sowie zu politischen Themen gestellt. Lesen Sie hier die Antworten von Georg Maier.

Zur Person

Georg Maier
Georg Maier Bildrechte: MDR/Georg Maier

  • Alter: 52
  • Schulausbildung: Abitur
  • Beruf: Diplom-Kaufmann, Minister für Inneres und Kommunales
  • Familienstand: verheiratet, 3 Kinder
  • Wohnort: Friedrichroda

Politischer Werdegang

  • ab 2015 Staatssekretär für Wirtschaft, Tourismus und Digitales
  • seit 2017 Minister für Inneres und Kommunales
  • Mitglied des Kreistages Gotha und Stadtrat Friedrichroda

Privates

Was ist Ihre größte Stärke?

Ich denke, ich habe eine offene und unkomplizierte Art. Ich kann mich gut in Menschen hineinversetzen und so ihre Sorgen und Nöte verstehen.

Was ist Ihre größte Schwäche?

Ich bin ein emotionaler Mensch. Das kann schon mal dazu führen, dass ich zu forsch bin oder zu schnell, zu viel will.

Wo erholen Sie sich in Thüringen am liebsten?

In den Ausläufern des Thüringer Waldes. Unter anderem deswegen bin ich nach Friedrichroda gezogen. Hier kann ich direkt hinter dem Haus im Wald joggen, biken und ausspannen.

Welche drei Dinge würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?

Ein Radio mit Solarzellen, meine Laufschuhe und meinen Thüros-Grill.

Politisches

Warum haben Sie sich als Direktkandidat zur Wahl gestellt?

Weil ich wahrnehme, dass es an vielen Stellen keine Berührungspunkte von Landespolitik und dem täglichen Leben der Thüringerinnen und Thüringer gibt. Viele haben das Gefühl, dass Politiker die Bodenhaftung verloren haben und nicht mehr für die Interessen ihrer Mitbürger eintreten.

Deshalb möchte ich versuchen, ein möglichst guter Übersetzer von Meinungen in politisches Handeln zu sein. Ich möchte die Probleme und Interessen aus dem Süden des Landkreises Gotha nach Erfurt bringen und den Menschen das Gefühl geben, gehört zu werden.

Wenn Sie gewählt werden, was ist Ihr wichtigstes Ziel für die kommende Legislaturperiode?

Ich möchte Politik verständlich und menschlich gestalten. Dazu gehört eine Menge Kommunikation und persönlicher Einsatz. Politiker müssen wieder raus ins tägliche Leben und die Distanz zwischen Bürger und Bürokratie abbauen. Nur so können wir bei Sachthemen gemeinsam vorankommen.

Und Themen gibt es einige! Der demografische Wandel, die Digitalisierung und der Klimawandel sind nur einige der zukünftigen Herausforderungen, die in vielen Bereichen politische Lösungen erfordern. Hier möchte ich gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern gute Ideen entwickeln, um unser Land voranzubringen.

Was wollen Sie für Thüringen erreichen...

 ... im Bereich Bildung:

Müssen wir endlich wieder Klarheit für Schüler und Eltern schaffen. Es wurde viel getan, um die vakanten Lehrerstellen zu besetzen, jetzt muss es darum gehen alle Unterrichtszeiten abzusichern und die Qualität anzuheben. Bei der Schulstruktur ist das Modell der Sprengel-Schulen eine gute Lösung, um im ländlichen Raum hohe Lehrqualität mit guter Erreichbarkeit zu verbinden.

... im Bereich Forschung und Entwicklung:

Hat Thüringen schon einiges zu bieten. Leuchttürme wie Jena und Ilmenau strahlen weit in die Regionen aus. Hinzu kommen viele Handwerksbetriebe und Mittelständler, die in ihrem Fachgebiet Spitze sind und oft im eigenen Betrieb Neuerungen entwickeln. Das möchte ich unterstützen. In unseren Mittelständlern steckt ein Riesenpotenzial, dass für die Entwicklung neuer Produkte, aber auch für Neugründungen genutzt werden muss.

... im Bereich Wirtschaft und Verkehr:

Das Herz unserer Wirtschaft ist der Mittelstand. Hinzu kommen viele Handwerksbetriebe und einige große Unternehmen. Alle sind durch das gleiche Problem vereint: Fachkräftemangel. Hier braucht es langfristige Lösungen, um freie Ausbildungsstellen zu besetzen, Menschen in Arbeit zu bringen und gute Löhne zu garantieren. Aus meiner Sicht muss Thüringen ein Fachkräfteparadies werden: es vereint eindrückliche Natur mit einzigartiger Kultur, es ist sicher und familienfreundlich. Unternehmen, die sich hier ansiedeln und Tariflöhne zahlen werden motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter finden.

Zu den Standortfaktoren gehört natürlich auch die Mobilität. Hier müssen wir dafür sorgen, dass jeder bequem, schnell und preiswert von A nach B kommt. Ich würde mir wünschen, dass dem ÖPNV dabei eine größere Bedeutung zukommt. Dafür müssen sich die Bedingungen jedoch spürbar verbessern. Klar ist aber auch: wer auf ein Auto angewiesen ist, sollte nicht eingeschränkt werden.

... im Bereich Innere Sicherheit:

Als Innenminister habe ich gemeinsam mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Kehrtwende in der Einstellungspolitik der Polizei vollzogen: Thüringen bekommt mehr Polizei. Daneben haben wir die Arbeitsbedingungen, die Ausrüstung und die Ausbildung spürbar verbessert. Da ich weiß, dass die Polizeibeamtinnen und -beamten gute Arbeit leisten, kann ich das politische Ziel zusammenfassen: Thüringen soll das sicherste Bundesland werden.

Einen großen Beitrag dazu leisten auch unsere Feuerwehren im Land. Für sie braucht es beste Bildung, durch eine Erweiterung der Landesfeuerwehr- und Katstrophenschutzschule, beste Ausrüstung, durch einen Ausbau der Fahrzeugförderung und beste Bedingungen im Ehrenamt, durch attraktive Aufwandsentschädigungen und einer Kampagne für mehr

... im Bereich Umwelt/ Klimaschutz:

Wir alle spüren, dass mehr passieren muss. Die Klimakrise ist mit dem Waldsterben vor unserer Haustür angekommen. Der Borkenkäfer und die Dürre machen unserem Wald zu schaffen, wir müssen aktiv gegensteuern, um ihn zu erhalten. Ich werde mich selbst daran beteiligen.

Beim Klimaschutz ist es mir sehr wichtig, dass dieser keine Frage des Einkommens sein darf. Jeder - unabhängig vom Geldbeutel - sollte in die Lage versetzt werden, einen Lebensstil zu wählen, der sich mit den Ressourcen unserer Erde in Einklang bringen lässt. Von Seiten der Politik müssen wir Klimaschutz an allen Stellen mitdenken und ihn an vielen Stellen zum Leitmotiv unseres Handelns machen.

Vervollständigen Sie bitte den Satz: In fünf Jahren sollte es in Thüringen...

... mehr Zusammenhalt, mehr Gerechtigkeit und mehr Wohlstand geben. Die Menschen in unserem Land sind fleißig, klug und bodenständig, deswegen bin ich mir sicher, dass Thüringen das Beste noch vor sich hat.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Fazit vom Tag | 27. Oktober 2019 | 18:00 Uhr