Direktkandidaten im Porträt Katharina König-Preuss (Die Linke) | Wahlkreis 29 (Saalfeld-Rudolstadt II)

Zur Landtagswahl 2019 in Thüringen haben wir den Direktkandidatinnen und -kandidaten Fragen zur Person sowie zu politischen Themen gestellt. Lesen Sie hier die Antworten von Katharina König-Preuss.

Zur Person

Katharina König-Preuss
Katharina König-Preuss Bildrechte: MDR/Katharina König-Preuss

  • Alter: 41
  • Schulausbildung: Abitur, Studium
  • Beruf: Diplom-Sozialpädagogin
  • Familienstand: verheiratet
  • Wohnort: Jena

Politischer Werdegang

  • seit 1993: "Aktionsbündnis gegen Rechts Jena" & weitere antifaschistische Initiativen
  • 1998-1999: Freiwilliges Soziales Jahr in Israel (Elternheim für Holocaustüberlebende)
  • 2002: Mitgründerin "Friedensbündnis Jena"
  • seit 2004: Mitglied des Stadtrates Jena
  • 2015-2019 Vorsitzende Jugendhilfeausschuss
  • seit 2009: Mitglied des Thüringer Landtages
  • u.a. Mitglied im NSU-Untersuchungsausschuss
  • Vorsitzende Datenschutzbeirat
  • Mitglied in diversen Vereinen und Organisationen

Persönliches

Was ist Ihre größte Stärke?

Dass ich mich mit aller Kraft und Zeit für etwas einsetzen kann. Egal ob für die Aufklärung im NSU-Komplex oder für Menschen, die Unterstützung brauchen.

Was ist Ihre größte Schwäche?

Kaffee und Ungeduld

Wo erholen Sie sich in Thüringen am liebsten?

Zuhause

Welche drei Dinge würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?

Ich würde nicht freiwillig auf eine einsame Insel gehen. Wenn ich muss, dann ein Boot, um von der Insel wieder runterzukommen, einen eBook-Reader (eigentlich lieber echte Bücher, aber das wäre ja nur eins) und ein Solarpanel für die Fahrt zurück.

Politisches

Warum haben Sie sich als Direktkandidatin zur Wahl gestellt?

Weil ich die in den letzten 5 Jahren von der rot-rot-grünen Regierung durchgeführte Politik, die konkrete Verbesserungen auch für Saalfeld und die umliegenden Kommunen brachte, weiterhin unterstützen und mit meinen Kompetenzen dazu beitragen will, dass Thüringen auch in den kommenden Jahren von einer Politik geprägt wird, deren Leitlinien solidarisches Miteinander, die Würde von Menschen und Gerechtigkeit sind.

Wenn Sie gewählt werden, was ist Ihr wichtigstes Ziel für die kommende Legislaturperiode?

In allen Bereichen eine Politik mit zu gestalten, die zu einem guten Leben für alle in Thüringen lebenden Menschen beiträgt und ihre konkrete Lebenssituation verbessert. Dazu gehört für mich auch ein konsequenteres Vorgehen gegen antisemitische, rassistische und neonazistische Aktivitäten.

Was wollen Sie für Thüringen erreichen...

... im Bereich Bildung:

Insbesondere Digitalisierung stellt für den kompletten Bildungsbereich eine Herausforderung dar. Hier muss es weitere konkrete Unterstützung durch Bund und Land geben. Qualität von Bildung weiter zu entwickeln und über konkrete Politik dazu beizutragen, dass auch non-formale und informelle Bildung (außerhalb von Schule, Universität etc.) wie sie bspw. in Vereinen, der offenen Kinder- und Jugendarbeit oder der Erwachsenenbildung stattfindet, verlässliche Unterstützung erhalten.

... im Bereich Forschung und Entwicklung:

Einen Ausbau der praxisnahen Ausbildung in Fachhochschulen und der dualen Hochschule Gera-Eisenach. So sollten bspw. die Auswirkungen von "Hatespeech" auf Betroffene erforscht und insbesondere wirksame Gegenstrategien und Unterstützungsmöglichkeiten entwickelt werden.

... im Bereich Wirtschaft und Verkehr:

Eine flächendeckende Versorgung mit öffentlichem Nahverkehr, die auch am Wochenende verfügbar ist sowie ein thüringenweiter Verkehrsverbund, um mit einem Ticket in ganz Thüringen mit Bus und Bahn fahren zu können, welches der Einstieg in eine landesweite Mobilitätsgarantie ist.

... im Bereich Innere Sicherheit:

Die Entwicklung einer "Nazi-Shazam"-App, die es Polizeibeamt*innen möglich macht, bei den dutzenden Rechtsrock-Veranstaltungen, indizierte Lieder möglichst schnell zu erkennen und entsprechend agieren zu können. Ich werde mich gegen ein verschärftes Polizeigesetz, wie es in mehreren Bundesländern beschlossen wurde, einsetzen und darüber hinaus jegliche Ausweitung von Überwachungsmaßnahmen ablehnen. Thüringen kann Vorbild für ein Polizeirecht werden, das die Balance zwischen bürgerrechtlicher Freiheit und Sicherheit hält.

... im Bereich Umwelt / Klimaschutz:

Dass wir uns auch mit denen anlegen, die für die wirklich großen Umweltzerstörungen die Verantwortung tragen, anstatt immer nur an die Verbraucher*innen zu appellieren. Das heißt, wir müssen Bedingungen schaffen, die Umweltschutz nicht Profitinteressen unterordnet und neue Wege gehen, um Klima zu schützen ohne die soziale Frage zu vernachlässigen.

Vervollständigen Sie bitte den Satz: In fünf Jahren sollte es in Thüringen...

... keine rechte, rassistische und antisemitische Partei mehr im Thüringer Landtag und den kommunalen Parlamenten geben.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Fazit vom Tag | 27. Oktober 2019 | 18:00 Uhr