Direktkandidaten im Porträt Katja Mitteldorf (Die Linke) | Wahlkreis 4 (Nordhausen II)

Zur Landtagswahl 2019 in Thüringen haben wir den Direktkandidatinnen und -kandidaten Fragen zur Person sowie zu politischen Themen gestellt. Lesen Sie hier die Antworten von Katja Mitteldorf.

Zur Person

Katja Mitteldorf (Die Linke)
Bildrechte: MDR/Katja Mitteldorf

  • Name: Katja Mitteldorf
  • Alter: 34 Jahre
  • Schulausbildung:

1991 - 1995 Grundschule „Gneisenauring“, Magdeburg
1995 - 1997 „Ökumenisches Domgymnasium“ Magdeburg
1997 - 2004 „Geschwister Scholl Gymnasium“ Gardelegen, Abitur
2001 - 2002 Austauschjahr in Sycamore, Ohio (USA), amerikanisches Abitur
2004 - 2010 Studium der Amerikanistik und Theaterwissenschaft, Uni Leipzig
2009 - 2010 Hochschulweiterbildung „Exportmanagement Kultur“

  • Beruf: Kulturwissenschaftlerin, Kultur- und Sprachtrainerin, Schauspielerin & Sprecherin
  • Beruflicher Werdegang:

2009 - 2012 selbständig, „I.CULTURE – Interkulturelle Kompetenz, Sprache & Theater“
2013 - 2014 Zertifizierungs - Fernstudium „Kulturmanagement“, DAM Berlin
2011 - 2014 Referentin für Kulturpolitik, Fraktion DIE LINKE. im Thüringer Landtag
seit 2014 direkt gewählte Landtagsabgeordnete für die Partei DIE LINKE.

  • Familienstand: verheiratet, keine Kinder, aber 2 Katzen ;-)
  • Wohnort: Nordhausen (-Obersalza)

Politischer Werdegang

Ehrenamt

Präsidentin des Chorverbandes Thüringen e.V.
Vorsitzende der Jugendkunstschule Nordhausen e.V.
Beisitzerin im Förderverein Kunsthaus Meyenburg Nordhausen e.V.
Beisitzerin im Vorstand der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Thüringen e.V.
Beisitzerin und Schriftführerin in der Bürgerstiftung Park Hohenrode, Nordhausen

Mitglied in verschiedenen Kultur-, Schul- und Geschichtsvereinen

Privates

Was ist Ihre größte Stärke?

Meine größte Stärke ist sicherlich mein Level an Empathie, was es mir ermöglicht, mich in andere Menschen hineinzuversetzen und ihre Sichtweisen und Beweggründe zu verstehen. Dadurch bin ich auch gut im Finden von Kompromissen.

Was ist Ihre größte Schwäche?

Ich bin ungeduldig und nehme mir viele Dinge auch viel zu sehr zu Herzen, was wiederum die negative Seite meiner Empathiefähigkeit ist. Manchmal möchte ich einfach zu viel auf einmal.

Wo erholen Sie sich in Thüringen am liebsten?

Ganz ehrlich: bei mir Zuhause. :-D Ansonsten bietet der Südharz unglaublich schöne Wanderwege, die mir helfen, meinen Kopf wieder frei zu bekommen. Zu meinen Lieblingsorten gehören der Park des Kunsthaus Meyenburg in Nordhausen, der Park Hohenrode ebenda und die Küchen und Wohnzimmer meiner liebsten Thüringer Freundinnen und Freunde.

Welche drei Dinge würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?

Ich bin kein Typ für eine einsame Insel und lege wenig Wert auf „Dinge“. Viel wichtiger sind mir Menschen, was wiederum ein Besuch auf einer einsamen Insel ausschließt. Falls Sie wissen wollen, was mir im Leben am Wichtigsten ist: meine Familie, die Möglichkeit stets umgeben von kreativen Menschen zu sein und das Glück, auf einem anderen Kontinent ein zweites Zuhause zu haben.

Politisches

Warum haben Sie sich als Direktkandidat zur Wahl gestellt?

Ich habe 2014 in Nordhausen das Direktmandat gewonnen und in den letzten 5 Jahren gemeinsam mit engagierten MitstreiterInnen viel für unsere Stadt erreichen können (22 Millionen Euro Fördermittel für die Sanierung unseres Theaters, 7 Millionen Euro Fördermittel für den Albert-Kuntz-Sportpark, Beibehaltung des Kreisstadt-Status, Mitfinanzierung des Landes für Musik- und Jugendkunstschulen etc.), aber natürlich ist nichts so gut, dass man es nicht noch besser machen könnte. Deshalb stehe ich für Verlässlichkeit für Nordhausen und möchte weiter dafür sorgen, dass wir NordhäuserInnen unseren Status als Motor der Nordregion ausbauen können. Dafür möchte ich mich weiterhin mit aller Leidenschaft einsetzen.

Wenn Sie gewählt werden, was ist Ihr wichtigstes Ziel für die kommende Legislaturperiode?

Als Kulturpolitikerin möchte ich, dass wir in der kommenden Legislaturperiode endlich die Förderung der Kulturverbände verbindlich und langfristig regeln (mindestens für die Musik-und Jugendkunstschulen per Gesetz) und die Investitionsquote gerade im Bereich Soziokultur und Freie Szene dauerhaft erhöhen; dazu zählt auch die Etablierung eines Produktionshauses der Freien Szene in Thüringen.

Als Nordhäuser Abgeordnete möchte ich den alten Siechenhof in Nordhausen zu einem Kulturcampus entwickeln, das IFA-Museum Nordhausen als privates Museum in eine gute Partnerschaft mit den städtischen Museen führen und das Projekt „Ellermühle“, ein generationsübergreifendes Wohnprojekt mit Nahversorgung, voranbringen. Auch wenn ich als Abgeordnete insgesamt wenig Einfluss darauf habe, verliere ich dennoch die Besiedlung des Industriegebietes „Goldene Aue“ weiterhin nicht aus dem Auge.

Was wollen Sie für Thüringen erreichen…

... im Bereich Bildung:

Neben den offensichtlichen Dingen wie das Fortsetzen der Lehrerinneneinstellungen und dem Aufbau der Vertretungsreserve, der Beitragsfreiheit bei gleichzeitiger Qualitätssteigerung in den Thüringer Kindergärten sowie der Angleichung der Bezahlung von GrundschullehrerInnen ist mir besonders wichtig, kulturelle Bildung -außerschulisch und schulisch - zu stärken. Dazu möchte ich, dass wir ein Leitbild Kulturelle Bildung erarbeiten, das Programm „Kulturagent*innen Thüringen“ ausbauen und die Musik- und Jugendkunstschulen auch im Zusammenspiel mit allgemeinbildenden Schulen unter anderem durch ein Gesetz stärken.

... im Bereich Forschung und Entwicklung:

Ich möchte, dass das Promotionsrecht auch für Fachhochschulen eingeführt wird, denn das ist auch ein essentieller Faktor für die Attraktivität Thüringer Forschung. Weiterhin möchte ich, das in dieser Legislatur durch eine 6,5 Millionen-Förderung etablierte Wertstoffzentrum der Hochschule Nordhausen dazu befähigen, der tatsächliche Motor dafür zu werden, wie der Wegfall des REA-Gipses durch den richtigen Ausstieg aus der Kohle trotzdem nicht zu Neuverritzungen im Südharz führt. Ich denke, dass wir hier ein unglaubliches Potenzial haben, Naturschutz und Arbeitsplatzsicherung zusammen zu bringen.
Außerdem mache ich mich weiterhin für die Etablierung eines Instituts an einer Thüringer Universität stark, die unabhängige Kulturforschung betreibt und auch als Gradmesser für die Förderpolitik des Landes dienen kann.

... im Bereich Wirtschaft und Verkehr:

In der nächsten Legislatur muss die Kultur- und Kreativwirtschaft mehr in den Mittelpunkt rücken. Leider ist mir dies in den vergangenen Jahren nicht in der Form gelungen, wie ich es mir vorgenommen hatte. Dazu zählt, dass wir die Handlungsempfehlungen aus der vorletzten Legislatur in diesem Bereich mit den VertreterInnen der vielschichtigen Branche besprechen und auf ihre Aktualität und Umsetzbarkeit überprüfen. Besonders wichtig ist mir die langfristige Planungssicherheit für die Artthuer, die einzigartige Kunstmesse Thüringens.

Für den Bereich Verkehr liegt mein Fokus unbedingt weiterhin darauf, in Thüringen einen einheitlichen Verkehrsverbund zu schaffen, damit alle ThüringerInnen preisgünstig mit einem Ticket durch Thüringen fahren können. Ebenso möchte ich das Azubi-Ticket weiter stärken, so dass sich einzelne Landkreise - wie derzeit Greiz - im Sinne der Azubis und Freiwilligendienstleistenden nicht mehr verweigern können.

... im Bereich Innere Sicherheit:

Ich möchte, dass unsere Thüringer Polizei sowohl materiell als auch personell arbeitsfähig im Sinne der Menschen in Thüringen ist. Dazu gehört, dass wir die bereits begonnene Erhöhung der KontaktbereichsbeamtInnen fortsetzen, die Ausbildungskapazität weiter erhöhen und mehr Polizistinnen und Polizisten einstellen. Den Ansatz, die Polizeistrukturreform der CDU, die vor allem dazu führte, dass weniger Polizeipräsenz auf den Straßen möglich war, haben wir bereits begonnen umzukehren, unter anderem auch dadurch, dass wir den von Vorgängerregierungen beschlossenen Stellenabbaupfad auch bei der Polizei gestoppt haben. Daran müssen wir weiter arbeiten - ebenso an der technisch verbesserten Ausstattung unserer Polizei, damit Aufklärungszeiträume von Straftaten nicht durch Bürokratie und veraltete Technik verlängert werden.

... im Bereich Umwelt/ Klimaschutz:

Ich stehe weiterhin für keine Gips- Neuverritzungen im Südharz und bin Befürworterin eines Biosphärenreservats ebenda, weil es sowohl Naturschutz, Tourismus als auch Wirtschaft in Einklang bringt und möchte, dass wir unsere selbst gesteckten Ziele im Thüringer Klimagesetz umsetzen.

Vervollständigen Sie bitte den Satz: In fünf Jahren sollte es in Thüringen...

... überall mehr um Verbindendes als um Trennendes gehen, denn nur gemeinsam und mit Selbstbewusstsein können wir gesellschaftlichen Herausforderungen weltweit sinnstiftend begegnen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Fazit vom Tag | 27. Oktober 2019 | 18:00 Uhr