Direktkandidaten im Porträt Laura Wahl (Grüne) | Wahlkreis 42 (Gera II)

Zur Landtagswahl 2019 in Thüringen haben wir den Direktkandidatinnen und -kandidaten Fragen zur Person sowie zu politischen Themen gestellt. Lesen Sie hier die Antworten von Laura Wahl.

Zur Person

Laura Wahl
Laura Wahl Bildrechte: MDR/Laura Wahl

  • Alter: 24
  • Schulausbildung: B.A. in Internationale Beziehungen und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Erfurt
  • Beruf: Studentin
  • Familienstand: ledig
  • Wohnort: Erfurt

Politischer Werdegang

  • 2014 Beitritt Bündnis 90/Die Grünen
  • 2015 bis 2016 Sprecherin der Grünen Jugend Erfurt
  • 2016 bis 2019 Landessprecherin der Grünen Jugend Thüringen

Privates

PRIVATES

Was ist Ihre größte Stärke?

Fleiß im To-Do-Listen-Abarbeiten.

Was ist Ihre größte Schwäche?

Derzeit die Fernsehserie "Friends"

Wo erholen Sie sich in Thüringen am liebsten?

Am Alperstädter See

Welche drei Dinge würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?

Taschenmesser, Buch "Sophies Welt", Soundbox mit meiner Lieblings-Spotify-Playlist.

Politisches

Warum haben Sie sich als Direktkandidatin zur Wahl gestellt?

Der Grüne Kreisverband Gera hatte mich um Unterstützung gebeten und mich gefragt, ob ich mir vorstellen könne, gemeinsam mit Thomas Wieden in Gera zu kandidieren. Da mir die Stadt in den letzten Jahren ans Herz gewachsen ist, möchte ich dort gerne gemeinsam mit Thomas als junges Kandidat*innen-Duo neue Impulse setzen. Außerdem ist es mir wichtig, einen konsequenten Wahlkampf gegen rechts zu führen und in der Thüringer Großstadt, in der die AfD die höchsten Ergebnisse einfuhr, eine deutliche Stimme gegen Sexismus und Rassismus und für Weltoffenheit zu sein.

Wenn Sie gewählt werden, was ist Ihr wichtigstes Ziel für die kommende Legislaturperiode?

Eine Mobilitätsgarantie für Thüringen: In jedem Ort soll zwischen 5 und 23 Uhr mindestens einmal stündlich der Bus fahren.

Was wollen Sie für Thüringen erreichen ...

... im Bereich Bildung?

Schulen sind leider häufig Orte der Diskriminierung, Orte der mangelnden Sensibilität für Vielfalt und Orte der Reproduktion von sexistischen Geschlechterbildern. Das muss aber nicht so sein: Mit aufgeschlossenen Pädagog*innen und der Thematisierung von geschlechtlicher und sexueller Vielfalt können Schulen zu Orten des Empowerments und der Vielfalt werden. Um das zu erreichen, möchte ich die Rolle der "Vertrauenslehrer*innen" weiterentwickeln - und zwar zu "Schulbeauftragten für Antidiskriminierung, Vielfalt und Empowerment" (SAVE-Beauftragte). Diese Beauftragten sollen dann bei Diskriminierungserfahrungen unterstützen, Wissen an andere Pädagog*innen in der Schule weitergeben und geschlechter- und vielfaltssensible Bildung an der jeweiligen Schule vorantreiben. Damit wird der individuellen Situation in jeder Schule gerecht und kompetente Beratung für LSBTIQ*-Jugendliche in ganz Thüringen verankert. Um diesen wichtigen Aufgaben gerecht zu werden, braucht es genügend zeitliche Kapazitäten bei den Pädagog*innen selbst und kompetente Begleitung durch die Thüringer Antidiskriminierungsstelle.

... im Bereich Forschung und Entwicklung?

Mit der Novellierung des Hochschulgesetzes wurden in der letzten Legislatur wichtige Änderungen für Studierende auf den Weg gebracht, wie z.B. die paritätische Besetzung der Gremien, die Einführung von Diversity-Beauftragten und der Abschaffung der Anwesenheitspflicht. Einige relevante Forderungen der politischen Jugendverbände wurden allerdings nicht umgesetzt, wie z.B. die Abschaffung der Hochschulräte und der Langzeitstudiengebühren. Hierfür will ich mich auch weiterhin stark machen.

... im Bereich Wirtschaft und Verkehr?

Verkehrswende Jetzt!

Gute Luft und weniger Verkehrslärm in der Stadt, gute Verbindungen in die Ortsteile und auf dem Land: die Verkehrswende ist eine große Chance Thüringen - es ist höchste Zeit, dass wir sie anpacken! Von besseren Bus- und Bahnverbindungen und einem sicheren, zusammenhängenden Radwegenetz profitieren wir alle. Deshalb möchte ich mich u.a. für folgende Punkte einsetzen:

  • mind. stündlich ein Bus in jedem Ort
  • gute Verbindungen mit dem ThüringenTakt schaffen
  • Investitionen ins Radverkehrsnetz
  • Thüringen-Ticket für 60 Euro im Monat, für junge Menschen für 30 Euro im Monat
  • WLAN in jedem Bus und jeder Bahn

Für eine ökologische Wirtschaft und gute Arbeit

Unser jetziges - auf Wachstum ausgelegtes Wirtschaftssystem - stößt nicht nur an planetare Grenzen, sondern durch einen immer weiter steigenden Leistungsdruck auf Arbeitende an menschliche Belastbarkeitsgrenzen. Nicht nur in Gera gilt es deshalb, mit innovativen Projekten und Ideen die sozial-ökologische Transformation voranzutreiben. Im Folgenden sehe ich eine große Chance, unsere Wirtschaftsweise auch lokal neu zu gestalten:

  • Regionale Wirtschaftskreisläufe fördern
  • Regionaler Wohlfahrtsindex statt BIP
  • Modellprojekt bedingungsloses Grundeinkommen
  • Tarifbindung stärken und ausweiten
  • Betrieblichen Gesundheitsschutz fördern

... im Bereich Innere Sicherheit?

Wie transparent die Polizei arbeitet, wie gut sie kontrolliert wird und welchen Umgang es innerhalb dieser Institution mit Fehlern gibt, ist wichtig für unsere Demokratie. Leider schneidet die Thüringer Polizei bei diesen drei Kriterien nicht sehr gut ab. Folgen sind die Ermöglichung von Machtmissbrauch und die Einschränkung individueller Freiheit. Das will ich nicht hinnehmen und setze mich deswegen für die Einrichtung einer institutionell-hierarchisch unabhängigen Polizeibeschwerdestelle ein. Diese soll nicht nur das Beschwerdemanagement übernehmen und hier auf Mediation setzen, sondern im Zweifel auch Ermittlungen gegen Polizist*innen durchführen können. Dabei soll die Stelle auch umfassend Rechenschaft über ihre Tätigkeit ablegen, um selbst dem Anspruch der Transparenzgerecht zu werden. Durch die Einrichtung dieser Stelle könnte nicht nur das Vertrauen in die Polizei verbessert werden, man würde auch Polizeigewalt und anderen möglichen Arten des Machtmissbrauchs durch Polizist*innen konsequent begegnen.

... im Bereich Umwelt/ Klimaschutz?

Als Teil der jungen Generation kann und will ich den Raubbau an der Natur nicht länger akzeptieren. Ich setze mich daher für einen nachhaltigen Umgang mit Plastik sowie deutlich mehr Aufmerksamkeit für Boden- und Artenschutz ein. Der Erhalt der Lebensgrundlagen von Mensch und Tier geht jeder Art von wirtschaftlichem Interesse vor. Ich möchte, dass in Thüringen Umwelt- und Klimaschutz höchste Priorität haben und das Land so seinen Beitrag dazu leistet, diesen Planeten lebenswert zu erhalten. Meine Ziele in dem Bereich sind:

  • Treibhausgasneutrales Thüringen bis 2040
  • Klimaneutrale Landesverwaltung bis 2030
  • Nettoflächenverbrauch auf 0 senken
  • Industrielle Massentierhaltung beenden
  • Ökologische Landwirtschaft fördern

Vervollständigen Sie bitte den Satz: In fünf Jahren sollte es in Thüringen ...

... ein Thüringen-Ticket geben, mit dem alle Menschen für 2 Euro pro Tag und Schüler*innen, Auszubildende und Freiwilligendienstleistende für 1 Euro pro Tag unterwegs sein können.

Quelle: MDR THÜRINGEN