Direktkandidaten im Porträt Lea Weinmann (MLPD) | Wahlkreis 26 (Erfurt III)

Zur Landtagswahl 2019 in Thüringen haben wir den Direktkandidatinnen und -kandidaten Fragen zur Person sowie zu politischen Themen gestellt. Lesen Sie hier die Antworten von Lea Weinmann.

Zur Person

Lea Weinmann
Lea Weinmann Bildrechte: MDR/Lea Weinmann

  • 37 Jahre
  • Mechatronikerin
  • verheiratet
  • Eisenach

Politischer Werdegang

Ich bin in einer Arbeiterfamilie aufgewachsen und bin von klein auf mit den Kämpfen der Arbeiter*Innen und ihren Familien eng verbunden. Seit meiner Kindheit bin ich bei 1. Mai-Kundgebungen und Demonstrationen, aber auch bei Streiks, wie z.B. für die 35-Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich oder gegen das Vorhaben die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall zu kappen mit dabei. Mit 11 Jahren war ich bei Solidaritätsaktionen für die Bischofferoder Kumpel dabei. Bei all diesen Kämpfen war auch immer die MLPD dabei. Besonders ihre Jugendarbeit mit ihrer Kinderorganisation "Rotfüchse" und dem Jugendverband REBELL haben mich seit jeher begeistert.

Seit der Gründung des Internationalistischen Bündnis 2016 arbeite ich aktiv am Zusammenschluss gegen die Rechtsentwicklung der Regierung und der bürgerlichen Parteien mit. 2015 bin ich mit meinem Mann von Bochum nach Thüringen gezogen. Wir hatten gemeinsam zehn Jahre gegen die Werksschließung des Bochumer Opelwerkes gekämpft. Letzlich haben Konzerne wie Opel die Macht Werke zu schließen, was wir nicht verhindern konnten. Aber wir haben die Erfahrung gemacht wie viel Solidarität man erfährt, wenn man kämpft und wie viel Kraft in den Arbeitern und ihren Familien steckt. In Bischofferode hieß es damals "um uns selber müssen wir uns selber kümmern" - diese Losung ist heute noch genauso aktuell.

Privates

Was ist Ihre größte Stärke?

Hartnäckig an einem Thema dranbleiben.

Was ist Ihre größte Schwäche?

Wenn ich Hunger habe, werde ich unentspannt.

Wo erholen Sie sich in Thüringen am liebsten?

Mit dem Fahrrad im Thüringer Wald und im Waldschwimmbad.

Welche drei Dinge würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?

Ein gutes Buch, grünen Tee und ausreichend Schokolade.

Warum haben Sie sich als Direktkandidat zur Wahl gestellt?

Alle Parteien, die im Bundestag und auch im Landtag in Thüringen vertreten sind machen Politik im Interesse der Monopole. Im Internationalistischen Bündnis haben sich inzwischen 38 Organisationen und 30 000 Personen gegen die Rechtsentwicklung der Regierung und der bürgerlichen Parteien zusammengeschlossen. Der gemeinsame Kampf für eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung begeistert mich. Das muss jeder in Thüringen und bundesweit mitbekommen und sich selbst positionieren.

Wenn Sie gewählt werden, was ist Ihr wichtigstes Ziel für die kommende Legislaturperiode?

Mein wichtigstes Ziel ist, dass tatsächlich die Interessen der Arbeiter und Angestellten, der kleinen Gewerbetreibenden und Bauern und ihren Familien im Landtag vertreten werden.

Was wollen Sie für Thüringen erreichen ...

... im Bereich Bildung:

Ich werde mich für ein konstenloses, einheitliches und qualifziertes Bildungssystem von der Krippe bis zur Hochschule einsetzen. Außerdem soll die Großindustrie verpflichtet werden 10% ihrer Beschäftigtenzahl auszubilden.

... im Bereich Forschung und Entwicklung:

Wissenschaft, Forschung und Kultur müssen unabhängig von Profitinteressen der Monopole sein!

... im Bereich Wirtschaft und Verkehr:

Aktuell erleben wir den Beginn einer neuen Wirtschaftskrise in Deutschland. Seit 12 Monaten in Folge ist die Industrieproduktion nun rückläufig. Wirtschaftskrisen sind im Kapitalismus gesetzmäßig, deshalb brauchen wir ein Gesellschaftssystem ohne Ausbeutung von Mensch und Natur durch den Menschen, ein System in dem von der Gesellschaft für die Gesellschaft produziert wird und nicht für den Reichtum einiger Weniger. Ich kämpfe für den Ausbau eines kostenlosen öffentlichen Nahverkehrs und der Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schienen - natürlich auf der Basis erneuerbarer Energien!

... im Bereich Innere Sicherheit:

Anstatt demokratische Rechte und Freiheiten rebellierender Jugendlicher, kämpfender Arbeiter*Innen und von Revolutionären abzubauen, muss das Verbot aller faschistischen Organisationen und ihrer Propaganda - einschließlich jeder Art von "Rechtsrockkonzert" - durchgesetzt werden.

... im Bereich Umwelt/ Klimaschutz:

Um den beschleunigten Umschlag in eine weltweite Umweltkatastrophe aufzuhalten, müssen die Hauptverursacher dessen ins Visier genommen werden! Konzerne müssen für Umweltverbrechen zur Verantwortung gezogen werden. Es darf nicht länger sein, dass Konzerne bei der Entscheidung über längst überfällige Umweltschutzmaßnahmen in ihrem Profitinteresse mit am Tisch sitzen.

Vervollständigen Sie bitte den Satz: In fünf Jahren sollte es in Thüringen...

... eine massenhafte Bewegung für die Zukunftsinteressen unserer Jugend geben. Jeder, der meint es muss sich grundsätzlich was ändern, muss selbst aktiv werden. Dann werden wir sehr viel verändern!

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Fazit vom Tag | 27. Oktober 2019 | 18:00 Uhr