Direktkandidaten im Porträt Nick Purand (Grüne) | Wahlkreis 43 (Altenburger Land I)

Zur Landtagswahl 2019 in Thüringen haben wir den Direktkandidatinnen und -kandidaten Fragen zur Person sowie zu politischen Themen gestellt. Lesen Sie hier die Antworten von Nick Purand.

Zur Person

Nick Purand
Nick Purand Bildrechte: MDR/Nick Purand

  • Alter: 25 Jahre
  • Schulausbildung: Hochschulabschluss (Gesundheitsmanagement)
  • Beruf: Qualitätsmanagement-Beauftragter im Klinikum Altenburger Land
  • Familienstand: ledig
  • Wohnort: Altenburg

Politischer Werdegang

  • April 2019 Gründung der Grünen Jugend Zwickau
  • seit Mai 2019 Sachkundiger Bürger im Stadtrat Altenburg (Kultur- und Sozialausschuss)

Privates

Was ist Ihre größte Stärke?

Ich arbeite mit Ruhe, Geduld und Ausdauer, auch an schwierigen oder langwierigen Problemen und Sachverhalten.

Was ist Ihre größte Schwäche?

Meine geringere Lebenserfahrung im Vergleich zu einem Großteil der politisch aktiven Menschen ist ein Nachteil für mich.

Wo erholen Sie sich in Thüringen am liebsten?

Das Naturschutzgebiet "Paditzer Schanze" nahe meines Heimatdorfes Ehrenberg ist ideal, um zu entspannen, zurückzublicken und die nächsten Lebensschritte zu planen.

Welche drei Dinge würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?

Meine Katze, eine mobile Musikbox mit breiter Auswahl (und vielen Akkus) und eine Kiste mit möglichst vielen Romanen.

Politisches

Warum haben Sie sich als Direktkandidat zur Wahl gestellt?

Ich stelle mich zur Wahl, um besonders den jungen Menschen in meiner Heimat und ganz Thüringen eine Stimme zu geben. Ich empfinde Politik als starr und häufig nicht rational. Hinzu kommt die immer weiter voranschreitende Spaltung unserer Gesellschaft, was durch wissentliche, aber auch unwissentliche Falschmeldungen und Hetze befeuert wird. Meine Kandidatur steht vor allem für mehr Rationalität in Politik und gesellschaftlichem Handeln. Vor allem möchte ich sowohl im Wahlkampf als auch danach die richtigen und relevanten Fragen stellen. Denn wir sprechen hier von unserer Zukunft.

Wenn Sie gewählt werden, was ist Ihr wichtigstes Ziel für die kommende Legislaturperiode?

Bedauerlicherweise ist das Thema Windenergie in Thüringen mit viel Frust und Zweifeln besetzt. Mein größtes Ziel ist es, möglichst alle Thüringer*innen von der Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit der Energiewende und des Ausbaus der erneuerbaren Energien zu überzeugen. Das kann nur gemeinsam gelingen und diesen Prozess möchte ich mitgestalten.  

Was wollen Sie für Thüringen erreichen...

... im Bereich Bildung?

Unser Bildungssystem sollte flexibel auf die unterschiedlichsten Lebensphasen ausgerichtet sein. Ich unterstütze eine Modernisierung der Lehrinhalte durch verstärktes digitales Lernen sowie die Verankerung von Umweltthemen. Wir müssen die Arbeitsbedingungen für Lehrer*innen so attraktiv machen, damit sie gern in Thüringen unterrichten und fehlende Lehrer*innenstellen konsequent besetzt werden können. Darüber hinaus muss frühkindliche Bildung, insbesondere der Kitabereich, einen höheren Stellenwert erhalten.

... im Bereich Forschung und Entwicklung?

Ich halte es für besonders wichtig, dass neue Produkte wieder stärker auf Langlebigkeit hin produziert und entwickelt werden. Die Konzepte dafür sollen aus Thüringer Forschungszentren kommen.

... im Bereich Wirtschaft und Verkehr?

Wirtschaftlichkeit und ökologisches Handeln sollte stärker miteinander verwoben werden. Dies sollte ein entscheidendes Kriterium für die Vergabe von Investitionen und Fördergelder sein. Möglichkeiten zur Entlastung der Unternehmen sehe ich besonders in einer Vereinfachung der Bürokratie. Das Land Thüringen sollte regionale Wirtschaftskreisläufe in den Fokus nehmen. Das spart Geld, schafft Arbeitsplätze und ist zudem ökologisch. Ich möchte mich zudem für die Stärkung des Handwerks einsetzen, z.B. indem man die betrieblichen Ausbildungen unterstützt und aufwertet.

Das Thüringer Verkehrsministerium muss die Grundlage für eine erfolgreiche Verkehrswende schaffen. Dazu muss ein Großteil der verfügbaren Gelder in den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs fließen. Ein gut verzahnter landesweiter Verkehrsverbund soll eingeführt werden. Zudem möchte ich Sharing-Konzepte unterstützen. Der Straßenbau sollte sich primär auf Reparatur, besonders in ländlichen Regionen und den Radwegeausbau konzentrieren.

... im Bereich Innere Sicherheit?

Alle Thüringer sollen sich sicher fühlen. Dies sollte meiner Meinung nach jedoch nicht durch den Aufbau eines "Überwachungsstaates" geschehen. Stattdessen liegt der Schlüssel neben einer gut ausgebildeten und ausgestatteten Polizei in einer umfassenden und gesamtgesellschaftlichen Präventionsarbeit, die landespolitisch gefördert werden muss.

... im Bereich Umwelt/ Klimaschutz?

Ich trage die Forderungen der Grünen mit, den ökologischen Landbau bis 2024 auf 10% zu erhöhen sowie den Ausbau von Windkraftanlagen massiv voranzubringen. Betroffene Gemeinden sollen an diesem bedeutenden Prozess teilhaben und mehr mitgestalten können. Eine wichtige Rolle nimmt ebenso die energetische Sanierung bestehender Gebäude ein. Um unsere Tier- und Pflanzenwelt und unseren eigenen wertvollen Lebensraum zu bewahren, sollte die bisher ungebremste Flächenversieglung gesetzlich eingeschränkt werden. Thüringen hat als "grünes Herz Deutschlands" die Chance, eine Vorreiterrolle im Bereich Klimaschutz einzunehmen. Diese Chance sollten wir nutzen.

Vervollständigen Sie bitte den Satz: In fünf Jahren sollte es in Thüringen...

... ein Wahlrecht ab 16 Jahren und einen progressiven Konsens in der Landesklimapolitik geben.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Fazit vom Tag | 27. Oktober 2019 | 18:00 Uhr