Direktkandidaten im Porträt Robin Schünemann (Die Linke) | Wahlkreis 30 (Weimarer Land I / Saalfeld-Rudolstadt III)

Zur Landtagswahl 2019 in Thüringen haben wir den Direktkandidatinnen und -kandidaten Fragen zur Person sowie zu politischen Themen gestellt. Lesen Sie hier die Antworten von Robin Schünemann.

Zur Person

Robin Schünemann
Bildrechte: MDR/Robin Schünemann

  • Name: Robin Schünemann
  • Alter: 29 Jahre
  • Schulausbildung: Realschulabschluss
  • Beruf: Gesundheits- und Krankenpfleger
  • Wohnort: Kösnitz

Politischer Werdegang

im letzten Jahr der Partei DIE LINKE. beigetreten, Kandidat für den Kreistag Weimarer Land, Mitglied im Landesausschuss, nun Direktkandidat für die Landtagswahl im Wahlkreis 30

Privates

Was ist Ihre größte Stärke?

Ich würde mich selbst als emphatische Person bezeichnen, der stets ein offenes Ohr für die Sorgen und Probleme anderer Menschen hat und sich gerne unterstützend einsetzt. Diese Stärke lässt sich natürlich hervorragend im beruflichen Bereich als Gesundheits- und Krankenpfleger nutzen.

Was ist Ihre größte Schwäche?

Da fällt mir sofort meine fehlende Fähigkeit im handwerklichen Bereich ein. Kleinere Arbeiten bekomme ich nach gewisser Zeit schon erledigt, aber ich übernehme keine Garantie für die Haltbarkeit. Zu Schaden ist bisher noch niemand gekommen.

Wo erholen Sie sich in Thüringen am liebsten?

Kurz und knapp: die Toskana Therme in Bad Sulza. Wenn ich mich irgendwo vom Stress des Alltages erholen kann, dann dort.

Welche drei Dinge würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?

Feuersteine, Foto von der Familie und einen Volleyball, den ich „Wilson“ nenne

Politisches

Warum haben Sie sich als Direktkandidat zur Wahl gestellt?

Weil ich der Meinung bin, dass man zwar kritisieren kann, aber auch eigene Alternativen und Ideen im Gegenzug anbringen sollte.
Ich möchte im Weimarer Land derjenige sein, zu dem die Bürger*innen bei Problemen kommen können, der als Ansprechpartner wahrgenommen wird und transparent über seine Arbeit berichtet.

Wenn Sie gewählt werden, was ist Ihr wichtigstes Ziel für die kommende Legislaturperiode?

Den Themenkomplex Pflege sehe ich, aufgrund eigener Erfahrung, als persönliche Angelegenheit an. Ich weiß, was Pflegenotstand und Überlastung bedeutet. Natürlich ist diese Thematik auch durch eine alternde Bevölkerung von Bedeutung. Hier muss eine Bestandsaufnahme der Pflegesituation in den Kommunen erfolgen, um wohnortnah weiße Flecken mit Angeboten für Pflegebedürftige und Angehörige zu füllen. Für eine bessere medizinische Versorgung des ländlichen Raumes befürworte ich gemeinsame Niederlassungen von Ärztinnen und Ärzten und möchte diese fördern. Ich stehe für den Aufbau geriatrischer Versorgungsnetzwerke und die medizinische Versorgung älterer Menschen stärker in den Blick zu nehmen.

Was wollen Sie für Thüringen erreichen…

... im Bereich Bildung:

Bildung beginnt schon im frühkindlichen Bereich. Um diese zu gewährleisten, muss die Qualität der Betreuung in Kindergärten weiter gesteigert und der Betreuungsschlüssel verbessert werden. Dazu gehört, dass die Ausbildung von Erzieher*innen vom Schulgeld befreit und mit tariflichen Entgelt ausgestattet wird.
Um Familien zu entlasten befürworte ich eine Unterstützung der Verpflegungskosten für Familien mit geringem Einkommen und ein Programm für die Unterstützung kommunaler Küchen für Kindergärten und Schulen.

... im Bereich Forschung und Entwicklung:

In Thüringen haben sich Industrie-Zusammenschlüsse als Mittel für gute Vernetzung bewährt. Interessierte Branchen müssen daher die Bildung neuer Verbunde ermöglicht werden.
Weiterhin müssen umfassende Fort- und Weiterbildungen unterstützt werden, damit Beschäftigte beruflich aufsteigen können.

... im Bereich Wirtschaft und Verkehr:

Ich streite für einen Thüringer Verkehrsbund mit landesweiten Tarifen und abgestimmten Takten. Dadurch ermöglichen sich bestehende günstige Angebote auf ganz Thüringen auszuweiten und eine landesweit gültige Jahreskarte zu entwickeln. Mit dem Ausbau eines landesweit getakteten Bus-Bahn-Netzes erreicht man eine Angebotsverbesserung und die Anbindung ländlicher Gemeinde an Städte und zentrale Orte.

... im Bereich Innere Sicherheit:

Sicherheit gehört zu den Grundbedürfnissen aller Menschen.
Die Verteilung neuer Polizist*innen auf die Dienststellen muss geprüft und so gestaltet werden, dass alle Dienststellen jederzeit arbeitsfähig sind.
Die Ausbildung der Einsatzkräfte der Thüringer Feuerwehren muss kontinuierlich sichergestellt sein, ebenso die finanzielle Unterstützung des Landesfeuerwehrverbandes.

... im Bereich Umwelt/ Klimaschutz:

Der Klimawandel ist keine Fiktion, sondern in seinen Folgen heute spürbar. Daher sollten Eigenheimbesitzer*innen sozial unterstützt werden, damit erneuerbare Energien und Energieeffizienz nicht am Geldbeutel scheitert.
Damit die Widerstandskraft unserer Wälder erhöht wird, benötigt es einen naturnahen Waldumbau. Dafür müssen Baumarten gepflanzt werden, die gut gegen Stürme und lange Zeiten der Trockenheit gewappnet sind.

Vervollständigen Sie bitte den Satz: In fünf Jahren sollte es in Thüringen...

einen gestärkten sozialen Zusammenhalt geben, in dem es gerecht zugeht und die Menschen sich sicher fühlen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Fazit vom Tag | 27. Oktober 2019 | 18:00 Uhr