Direktkandidaten im Porträt Steffen Fuchs (Grüne) | Wahlkreis 14 (Gotha I)

Zur Landtagswahl 2019 in Thüringen haben wir den Direktkandidatinnen und -kandidaten Fragen zur Person sowie zu politischen Themen gestellt. Lesen Sie hier die Antworten von Steffen Fuchs.

Zur Person

Steffen Fuchs
Steffen Fuchs Bildrechte: MDR/Steffen Fuchs

  • Alter: 48
  • Schulausbildung: Abitur
  • Beruf: Diplomveraltungswirt (FH)
  • Familienstand: verheiratet
  • Wohnort: Waltershausen OT Schnepfenthal-Rödichen

Politischer Werdegang

  • seit 1995 Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen
  • seit 2009 Mitglied des Gothaer Kreistages und seit 2019 Fraktionsvorsitzender der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
  • seit 2009 Stadtrat in Waltershausen
  • seit 2019 Ortsteilbürgermeister von Schnepfenthal-Rödichen

Privates

Was ist Ihre größte Stärke?

Beharrlichkeit

Was ist Ihre größte Schwäche?

Pünktlichkeit

Wo erholen Sie sich in Thüringen am liebsten?

In Schnepfenthal auf dem Wachkopf

Welche drei Dinge würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?

Bibel, Pflanzenbestimmungsbuch und Radio

Politisches

Warum haben Sie sich als Direktkandidat zur Wahl gestellt?

Ich bin in der Region geboren, aufgewachsen und lebe dort mit meiner Familie. Ich mache seit Jahren Politik für diese Region mit Herzblut und Engagement, aus diesem Grund stelle ich mich für die Region des südlichen Landkreises Gotha als Direktkandidat zur Wahl.

Wenn Sie gewählt werden, was ist Ihr wichtigstes Ziel für die kommende Wahl?

Die Vertaktung eines klimafreundlichen Personennahverkehrs im ländlichen Raum als eine echte Alternative zum motorisierten Individualverkehrs, um damit der dringend notwendigen Verkehrswende einen Schub zu geben.

Was wollen Sie für Thüringen erreichen ...

... im Bereich Bildung:

Bildung ist ein hohes Gut und sollte jeder und jedem zu gleichen Voraussetzungen zur Verfügung stehen. Bildung fängt in den Kindertagesstätten, Kindergärten an und setzt mit Schule, Ausbildung, Studium etc. dann fort. Wir setzen daher auf gute Bildung und individuelle Förderung für alle Kinder von Anfang an. Dazu brauchen wir eine verbesserte Personalsituation in den Kindergärten und Schulen. Jede Stunde Unterrichtsausfall in den Schulen ist eine zu viel. Ein Anfang wäre die Übertragung des Hessischen Modells in die Thüringer Schullandschaft. Unsere Schulen müssen Lernorte des Wohlfühlens sein. Aus diesem Grund müssen wir die Sanierung von Schulen kontinuierlich fortsetzen. Weiterhin müssen die technischen und digitalen Voraussetzungen zur Teilhabe aller geschaffen werden. Wir sollten nicht nur von Digitalisierung reden, sondern sie anwenden und umsetzen. Dabei dürfen wir nicht vergessen, alle mitzunehmen. Lebenslanges Lernen ist die Voraussetzung dafür. Das Landesschulförderprogramm muss in den nächsten Jahren auf hohem Niveau fortgesetzt werden.

... im Bereich Forschung und Entwicklung:

Die Hochschulen und dualen Ausbildungsstätten in Thüringen benötigen eine verlässliche Finanzierung, um so den Erfindungsgeist bestmöglich freizusetzen und einer Ökonomisierung der Hochschulen entgegenwirken zu können. Dabei sollte die Erforschung zentraler Zukunftsfragen der Menschheit, wie zum Beispiel Klimaschutz oder die Bewahrung von Diversität besonders gefördert werden. Die Kapazitäten der Dualen Hochschule Gera-Eisenach sollten ausgebaut werden, um so der hohen Nachfrage gerecht zu werden. Kooperationsmöglichkeiten mit anderen Hochschulen sollten eingerichtet werden.

... im Bereich Wirtschaft und Verkehr

Ökonomie und Ökologie schließen sich nicht aus, sondern sind gemeinsam zu denken. Wir brauchen eine ökologische Modernisierung durch eine gezielte Wirtschaftsförderung. Dabei sollten Investitionen in die Zukunft für Klimaschutz und Ressourcenschonung besonders berücksichtigt werden. Schaffung von win-win-Situationen für das Klima und die Unternehmen. Durch Schaffung regionaler Wirtschaftskreisläufe tragen wir zur Wertschöpfung in der Region und im Land Thüringen bei. Unterstützung der Unternehmen bei der anstehenden Transformation in der Automobilindustrie, insbesondere bei der Entwicklung von Unternehmen von einem 1-Produkt-Unternehmen hin zu einer flexiblen Mehrproduktpalette.

Mobilität ist eine Frage der Daseinsvorsorge und trägt zur Freiheit jeder/jedes Einzelnen bei. Dafür brauchen wir einen massiven Ausbau der Kapazitäten im Nahverkehr. Jeder Ort in Thüringen sollte mindestens alle zwei Stunden an den öffentlichen Verkehr angebunden werden. Mit der Einführung eines landesweiten Thüringen-Tickets für alle Nahverkehrsstrecken für 2 Euro am Tag und für Schüler*innen und Auszubildende für 1 Euro am Tag setzen für Anreize zum Umsteigen auf den öffentlichen Verkehr und schaffen damit insgesamt Angebote für eine Alternative zum persönlichen Individualverkehr.

Die in den letzten Jahren stillgelegten Strecken im Schienenpersonennahverkehr müssen dafür wieder reaktiviert werden. Die gilt insbesondere für die mit dem Fahrplanwechsel 2011 stillgelegte Strecke der Ohratalbahn im südlichen Landkreis Gotha. Sie ist eine wichtige Verbindung für den südlichen Ballungsraum und zur Anbindung bestehender Gewerbe- und Industriestandorte.

... im Bereich Innere Sicherheit:

Wir verteidigen unsere Demokratie und die Menschenrechte gegen ihre Feinde. Klare Haltung gegen Spaltung. Halle darf nie wieder passieren. Mit wachsamen Auge gegen jede Form von Hass und Menschenverachtung. Mit einer starken Bürger*innenbeteiligung wird uns dies gelingen. Im Bereich der inneren Sicherheit sollte die Prävention als wirksamstes Mittel der Kriminalitätsbekämpfung gestärkt werden. Die bereits eingerichtete Polizeibeschwerdestelle sollte gestärkt und weiterentwickelt werden. Videoüberwachung sollte die absolute Ausnahme bleiben und wenn nur gezielt und Anlassbezogen eingesetzt werden, ihr Einsatz muss kontinuierlich evaluiert werden.

... im Bereich Umwelt/Klimaschutz:

Der Energiebedarf in Thüringen muss ab 2037 vollständig aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Thüringen soll bis 2040 treibhausgasneutral werden. Wir setzen das Ziel der Verkehrswende mit einem CO2-neutralen Verkehr ein. Der Flächenverbrauch misst sich am Null-Hektar-Ziel. Wir brauchen eine umweltfreundliche Landwirtschaft, von der die Akteuer*innen in der Landwirtschaft gut leben können, das Tierwohl im Vordergrund steht und unsere natürlichen Lebensgrundlagen erhalten bleiben. Die Landwirtschaft ist in diesem Prozess ein unerlässlicher Partner. Wir brauchen dringend ein Insektenschutzprogramm und unseren unermüdlichen Einsatz für den Erhalt der Arten. Das Land muss Landgrabbing entgegentreten, dafür müssen wir für einen gesetzlichen Schutz eintreten.

Vervollständigen Sie den Satz: In fünf Jahren sollte es in Thüringen ...

... spürbare Veränderungen in den Bereichen der öffentlichen Mobilität und in der Deckung unseres Energiebedarfs geben, nur so werden wir einen effektiven Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen erreichen.

Quelle: MDR THÜRINGEN