Zeitung AfD-naher "Wahlhelfer" darf nicht mehr verteilt werden

Eine halbe Million Exemplare sind in Thüringen verteilt worden, jetzt wurde eine weitere Verbreitung untersagt: Gegen die Gratis-Zeitung "Der Wahlhelfer" liegt eine einstweilige Verfügung vor. Anlass ist eine Behauptung der ehemaligen Thüringer Bundestagsabgeordneten Vera Lengsfeld.

Der Wahlhelfer Zeitung Landtagswahl Thüringen
Die Gratiszeitung "Der Wahlhelfer" landete in zahlreichen Briefkästen in Thüringen. Bildrechte: MDR/Der Wahlhelfer

Die kostenlose AfD-nahe Zeitung "Der Wahlhelfer" darf nicht mehr verteilt werden. Das geht aus einer einweiligen Verfügung des Landgerichts Berlin hervor. Der Rechtsextremismusforscher Matthias Quent aus Jena hat sie angestrengt.

In einem Artikel hatte die ehemalige Thüringer Bundestagsabgeordnete Vera Lengsfeld im Zusammenhang mit einem Buch von Quent eine Behauptung aufgestellt. Nach der Gerichtsentscheidung darf diese - unter Androhung eines Ordnungsgeldes von 250.000 Euro - nicht mehr verbreitet werden. Damit kann "Der Wahlhelfer" in seiner aktuellen Fassung auch in Thüringen nicht weiter verteilt werden.

Zeitung "Der Wahlhelfer" vertritt AfD-Positionen in Thüringen

Der Herausgeber Hanno Vollenweider hatte MDR THÜRINGEN bestätigt, das derzeit rund 500.000 Exemplare in Thüringen in Briefkästen verteilt worden sind. Nach seinen Angaben sieht sich der "Der Wahlhelfer" nicht als AfD-Parteizeitung. In dem Blatt wird allerdings eine Reihe von AfD-Positionen vertreten. Zudem werben die Macher der kostenlosen Zeitung für ein Bündnis zwischen AfD und CDU. Dafür fordern sie aber AfD-Landeschef Björn Höcke auf, in einer solchen Koalition kein Regierungsamt zu übernehmen.

Vollenweider erklärte, das die Zeitung von Mitgliedern des Vereins und Gönnern finanziert werde. Weitere Angaben, woher genau das Geld stammt, wollte er nicht machen. Der Thüringer AfD-Landesverband teilte MDR THÜRINGEN mit, weder inhaltlich noch finanziell an der Zeitung beteiligt zu sein.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 24. Oktober 2019 | 19:00 Uhr

56 Kommentare

Balu89 vor 46 Wochen

Was ist nur aus unserem schönem Land geworden. Ich war 89 in Leipzig meistens mit auf der Straße. Alles was nicht wieder den Sozialismus/Kommunismus hofiert ist ein Nazi. Wie in der DDR. Nur anders gepolt.

Balu89 vor 46 Wochen

Es sind nicht "einzelne". Sie scheinen keinen blassen Schimmer von der deutschen Hochschullandschaft zu haben. Bundesweit hat sich der linke Pilz in den Universitäten festgesetzt. Eine Schande.

martin vor 46 Wochen

Möglicherweise ziehen sich ja bald ein paar international aufgestellte Unternehmen endgültig aus der Region Dresden zurück, weil die nicht-bio-deutschen Fachkräfte nicht nach Sachsen ziehen wollen. Auch der Anteil ausländischer Studenten an der Uni dürfte weiter sinken. Das senkt dann den Ausländernanteil wieder. Es besteht also Hoffnung ....

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