Briefe an Schulen verschickt Lehrer wehren sich gegen Einflussnahme der AfD

Thüringer Lehrer beklagen sich über Einflussnahme der AfD auf ihren Unterricht. Rolf Busch vom Lehrerverband sagte MDR THÜRINGEN, die AfD-Landtagsfraktion habe Briefe an die Thüringer Schulen verschickt, in denen sie indirekt vor der Parteinahme gegen die AfD warne. In dem Text fordern AfD-Chef Björn Höcke und die Landtagsabgeordnete Wiebke Muhsal die Lehrer auf, im Unterricht - so wörtlich - "strikte weltanschauliche Neutralität zu wahren". Im Gegenzug verzichte die AfD darauf, wie in anderen Bundesländern Schüler zu ermuntern, AfD-Kritische Äußerungen von Lehrern an die Partei zu melden -  "bis auf weiteres", schreiben die beiden Abgeordneten an die Schulen.

Der Thüringer Lehrerverband nannte den Brief eine Frechheit. Wie Busch sagte, würden sich Lehrer ärgern und eingeschüchtert fühlen. Gerade die AfD habe etwa mit der Verteilung von Wahlwerbung in Schulen versucht, selbst politisch Einfluss zu nehmen. Im vergangenen Bundestagswahlkampf hatte die AfD unzulässig Propagandamaterial an Thüringer Schulen verteilt und war dafür scharf kritisiert worden. Das Bildungsministerium erklärte auf Anfrage, nichts gegen die Aktion zu unternehmen. Die Schulleiter seien alle erfahren genug, um selbst zu entscheiden, wie sie damit umgehen müssten, sagte Ministeriumssprecher Frank Schenker MDR THÜRINGEN. Ein Gesetzesverstoß ist die Aktion laut Ministerium nicht.

Brief an beinahe alle Thüringer Schulen verschickt

Nach Angaben der AfD-Landtagsfraktion wurde der Brief an rund 1.000 Schulen in Thüringen versandt. Die Fraktion habe dabei auf Schulen zugegriffen, deren Adressen sie in ihrer Datenbank gesammelt hätte. Als Grund für die Aktion nannte ein Sprecher verschiedene Hinweise auf AfD-kritische Äußerungen von Lehrern im Unterricht. So habe ein Lehrer von der AfD als "Nazis im Bundestag" gesprochen. Ein weiterer Lehrer habe die Partei als rechtsextrem bezeichnet. Der Fraktion sei außerdem zu Ohren gekommen, dass sich Geschichtslehrer an einer Berufsschule "wiederholt negativ über die AfD geäußert" hätten.

Die bildungspolitische AfD-Fraktionssprecherin Wiebke Muhsal kündigte am Mittwochnachmittag an, Schulleitungen und Lehrerkollegien zum Dialog einladen zu wollen. "Lassen Sie uns im persönlichen Gespräch und in Diskussionsrunden über Politik im Schulalltag reden und darüber, ob und wie Politik vermittelt wird", hieß es in einer Mitteilung. Ziel solle es sein, den Schulen nicht in die pädagogische Arbeit hineinzureden, sondern "ob und wie eine demokratische Kraft im Rahmen des Unterrichts möglicherweise zum Feindbild aufgebaut" werde, so Muhsal.

Quelle: MDR THÜRINGEN

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Die Nachrichten | 14. November 2018 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. November 2018, 20:43 Uhr

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112 Kommentare

16.11.2018 18:19 Ekkehard Kohfeld @Grünes Nakedei alias Akt. alias mare nustrum usw. Erkennungszeichen "nö". 112

@ Eulenspiegel 111
Hallo ralf meier 109
Hallo Ekkehard Kohfeld 110
Mein Kommentar bezieht sich natürlich auf diesen Bericht.
„Lehrer wehren sich gegen Einflussnahme der AfD“
Und alles Andere ist hier an der Stelle uninteressant.##
Nein wenn sie sich nicht richtig ausdrücken oder auf Nebenschauplätze ausweichen oder ihre Gesinnungsgenossen müssen sie auch das Echo vertragen.Versuchen sie nicht wieder auszuweichen,wenn ihnen die Argumente ausgehen.Da steht bei ihnen nicht "Lehrer" sondern "anders bespitzeln",nicht ablenken auch das zitieren der Überschrift ändert an ihrem Kommentar nichts.
Das können alle lesen,das Inet vergisst nichts.Ich weiß MDR soll kein chatten sein ich höre auch auf,mit Trollen diskutieren ist eh zwecklos.

16.11.2018 17:41 Eulenspiegel 111

Hallo ralf meier 109
Hallo Ekkehard Kohfeld 110
Mein Kommentar bezieht sich natürlich auf diesen Bericht.
„Lehrer wehren sich gegen Einflussnahme der AfD“
Und alles Andere ist hier an der Stelle uninteressant.

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