Nach Coronapause Lehrer fordern mehr IT-Experten an Thüringer Schulen

Die Thüringer Schulen brauchen aus Sicht der Lehrergewerkschaft GEW mehr Hilfe beim digitalen Ausbau. Wie die GEW mitteilte, fehlen zum Beispiel IT-Fachleute an den Schulen. Das derzeit von den Landkreisen bereitgestellte Personal reiche dafür bei Weitem nicht aus.

Ein Lehrer am Gymnasium, gibt Matheunterricht an einem Bildschirm.
Das Whiteboard springt nicht an, die Internetverbindung bricht zusammen- das kann den Unterricht schon mal zum Erliegen bringen. Bildrechte: dpa

Wenn Lehrer die Aufgaben von IT-Experten übernähmen, bedeutet dies einen erheblichen Mehraufwand, so die Lehrergewerkschaft GEW. Die Gewerkschaft bezieht sich dabei auf eine Umfrage unter Lehrern zu ihren Erfahrungen aus der Corona-Krise.

Mehr Schulsozialarbeiter

Insgesamt hat die Gewerkschaft auf Basis der Erfahrungen der Lehrer zehn Empfehlungen für das kommende Schuljahr erarbeitet. Dazu gehören auch mehr Eigenständigkeit für die Schulen bei gleichzeitig klaren Richtlinien durch das Land, mehr Mitarbeiter in der Verwaltung und mehr Schulsozialarbeiter.

Diskussion über Schulnoten und Sitzenbleiben

Als Lehre aus der Corona-Krise fordert die Gewerkschaft eine Diskussion darüber, ob Schulnoten und Sitzenbleiben noch zeitgemäß seien. Im aktuellen Schuljahr wurde das erzwungene Wiederholen eines Schuljahres für Schüler bis zur achten Klasse ausgesetzt. Das freiwillige Wiederholen einer Klassenstufe ist aber weiterhin möglich.

Mehr Leih-Laptops

Als wichtige Voraussetzung für den Distanzunterricht sieht die Lehrergewerkschaft die Schaffung von gleichen technischen Voraussetzung für alle Schüler. Dafür bedürfe es vor allem der Bereitstellung von Leih-Laptops oder Tablets. Nur so könne sichergestellt werden, dass alle Kinder am digitalen Distanzlernen teilnehmen können.

Weniger gelernt - wegen Coronapause

Laut einer Umfrage des Thüringer Bildungsministeriums gaben zwei Drittel der Thüringer Schüler an, während der Coronapause, weniger gelernt zu haben als in der Schule. Das Nachholen des verpassten Unterrichtsstoffes während der Ferienzeit, sei aber vom Tisch, so Bildungsminister Holter. Auch Lehrer hätten ihre Ferien verdient so der Minister. Außerdem sei es rechtlich nicht möglich, Kinder in den Ferien zu verpflichten, in die Schule zu kommen. Ferienbetreuung für Grundschüler werde es auch in diesem Sommer nur für Kinder mit Hortplätzen geben.

Quelle: MDR THÜRINGEN/nis

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 07. Juli 2020 | 16:00 Uhr

1 Kommentar

Ulric_K vor 5 Wochen

"Auch Lehrer hätten ihre Ferien verdient so der Minister". Echt? Warum? Alle Landesbedienstete haben 30 Tage Urlaub, alle! Außerdem können thüringer Lehrkräfte Altersabminderungsstunden beantragen, was sie auch mit Sicherheit tun. Das gibt's nur in Thüringen! Also: Augen auf bei der Berufswahl! Dann hat man über 60! Tage frei im Jahr.

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